Die Schalker belohnen sich erst nach der Pause

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Schalkes Spieler jubeln nach dem 2:0 durch Huntelaar.

Gelsenkirchen - Geht man nach Dennis Aogo, so stehen die Profis des FC Schalke 04 vor einem entspannten Wochenende. „Wenn wir gegen Hannover gewinnen, können wir uns beruhigt zurücklehnen und schauen, was die Konkurrenz so macht“, hatte Schalkes Defensivmann vor der Partie gesagt. Nach dem 3:1 (0:0) gegen Hannover dürfte das geruhsame Wochenende auf dem Sofa perfekt sein.

„Wir sind schwer ins Spiel gekommen, haben dann das Tempo erhöht und viele Chancen erarbeitet, aber vor der Pause leider keine genutzt“, meinte Trainer Andre Breitenreiter. „In der zweiten Hälfte haben wir es dann besser gemacht und uns auch belohnt.“ Den Schalkern gelang erstmals seit fünf Liga-Spielen wieder ein Sieg, der sie zumindest für einen Tag vom achten auf den vierten Tabellenrang katapultierte. Allerdings war es kein fußballerisches Feuerwerk, das die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter gegen die Niedersachsen abfeuerte.

Schon vor dem Anpfiff hatte es den ersten Höhepunkt in der Arena gegeben. Die Schalker Ultras hatten über sechs Monate an einer aufwändigen und fast 30.000 Euro teuren Choreographie gearbeitet, die die Zuschauer in den Bann zog. Es war ein rund fünfminütiger Blick in die Vereinsgeschichte unter dem Titel „Zwischen Mythos, Titel und Tränen“, bei dem die gesamte Nordkurve involviert war. Die Choreographie des darauf folgenden Fußballspiels war hingegen lange Zeit so grau wie ein Winternachmittag. Die erste Halbzeit war eine äußerst zähe Angelegenheit. Die Partie war ziemlich zerfahren, Spielfluss kam so gut wie keiner auf, zumal Schiedsrichter Wolfgang Stark angesichts einiger Fouls auch immer wieder zur Pfeife greifen musste. Ein wenig Glanz vermochte lediglich Leroy Sané in die Arena zu bringen, der mal wieder einige Atem beraubende Einzelaktionen auf den Rasen zauberte – die aber auch nicht zum Torerfolg vor der Halbzeitpause führten. Die größte Chance bot sich dem 19-Jährigen in der 45. Minute, als er von Klaas-Jan Huntelaar hervorragend bedient wurde, mit seinem Schluss aber an Ron-Robert Zieler scheiterte.

Apropos Rasen: Das seifige Geläuf in der Arena tat sein übriges, um ein gutes Fußballspiel zu unterbinden. Der schmierige Untergrund war mal wieder so glatt wie eine Schlinderbahn, schneller Kombinationsfußball war nur schwer zu Stande zu bekommen. Der Rasen, der erst vor kurzem neu verlegt worden war, soll deshalb so bald wie möglich erneut ausgetauscht werden. „Dieses Mal ist der Rasen nicht angegangen“, erklärte Klubsprecher Thomas Spiegel.

Johannes Geis war bei den Schalkern nach seinen fünf Spielen Rot-Sperre wieder in die Mannschaft zurückgekehrt und verlieh der Defensive des Breitenreiter-Teams prompt die gewohnte Stabilität. Zudem war er auch in einer anderen Beziehung gestern ein enorm wichtiger Mann: Als Hannovers Marcelo Klass-Jan Huntelaar in der 51. Minute im Strafraum der 96er von den Beinen holte, hatten die Schalker endlich wieder einen sicheren Elfmeter-Schützen. Nachdem die Blauweißen zuletzt einige Strafstöße in Folge vergeben hatte, zeigte Geis, wie man diese Chancen nutzt: Er tat es mit einem humorlosen und harten Schuss ins Toreck zur 1:0-Führung, Zieler hatte nicht den Hauch einer Chance.

Danach mussten die Niedersachsen ihre extreme Defensiv-Taktik ändern und selbst versuchen, den Weg zum gegnerischen Tor zu finden. Doch es waren zunächst die Schalker, die trafen: Eine schöne Flanke von Max Meyer verwertete Huntelaar in der 73. Minute zum 2:0.

Zum Schluss überschlugen sich die Ereignisse. Hannovers Anschlusstreffer durch Allan Saint-Maximin (81.) beantworteten die Gastgeber postwendend mit dem 3:1 durch Franco Di Santo (82.).

Quelle: wa.de

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