FC Schalke 04 erwartet Samstagabend Bayer 04 Leverkusen

Konfuse Gemengelage: Wer soll die Knappen zum Ziel führen?

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Wie hoch geht es noch hinaus? Klaas-Jan Huntelaar füttert im Gelsenkirchener Zoo das Giraffenmännchen „Hans“, dessen Pate der Schalker Stürmer geworden ist.

Gelsenkirchen - Im Jahre 1999 kam ein wunderbarer Film in die Kinos, der den FC Schalke 04 wohl besser beschrieb, als so manche Dokumentation. Und die Komödie mit dem Titel „Fußball ist unser Leben“ ist auch heute noch hochaktuell. Einziger Unterschied: Der Streifen ist lustiger als die Realität. Viel lustiger. 

In dem Film geht es kurz gesagt darum, dass der Schalke-Fan Hans Pollack (gespielt von Uwe Ochsenknecht) sich entsetzt zeigt über die Einstellung von Stürmer-Star Pablo Antonio „Dios“ Di Ospeo (gespielt von Oscar Ortega Sánchez) und daraufhin beschließt, den Angreifer zu entführen und ihm ordentlich den Kopf zu waschen. Es folgt eine turbulente, blau-weiße Screw Ball Comedy – natürlich mit Happy End und dem Aufstieg des Stürmers zum Publikumsliebling. 

Niemandem nach Lachen zumute

Der heute in Berlin lebende Schauspieler Sánchez wird auch heute noch mit „Dios Mios Fußballgott“ angesprochen, wenn er auf der Straße erkannt wird. Und das kommt nach Aussage von Sánchez immer noch mindestens „einmal in der Woche“ vor.

Vier Spieltage vor Ende der Saison 2015/16 ist beim FC Schalke 04 so gut wie niemandem nach Lachen zumute. Und auch ein Happy End dieser wieder einmal verkorksten Saison ist vorerst nicht in Sicht. Die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter ist auf den siebten Tabellenplatz abgerutscht. Zudem zeigten einige Spieler immer wieder Leistungen, die ebenfalls an der rechten Einstellung zweifeln ließen und den ein oder anderen Fan vielleicht dazu animiert haben, über eine etwaige Entführung samt Kopfwäsche zu sinnieren. 

Nur noch Schlüsselspiele

Etwas seltsam mutete in diesem Zusammenhang die Aussage von Breitenreiter in dieser Woche an, der behauptete, die Partie am Samstagabend gegen Bayer Leverkusen (18.30 Uhr) sein „kein Schlüsselspiel“. Denn nüchtern betrachtet stehen die Schalker in dieser Spielzeit nur noch vor Schlüsselspielen, wenn sie das angestrebte Ziel erreichen und auch in der kommenden Saison international spielen wollen. 

Die Entführung und Läuterung eines oder mehrerer Spieler würde aber wahrscheinlich sowieso nicht mehr zum gewünschten Erfolg führen, zu vertrackt ist die aktuelle Situation in Gelsenkirchen geworden. Breitenreiter ist angeschossen wie ein waidwundes Reh. 

Durch die hartnäckigen und von Vereinsseite nur lasch dementierten Gerüchte um seine Ablösung am Saisonende ist der 42-Jährige mittlerweile ziemlich desavouiert. Hinzu kommt, dass der scheidende Manager Horst Heldt faktisch nichts mehr zu sagen hat, sein Nachfolger Christian Heidel aber offiziell noch nichts sagen darf, obwohl er im Hintergrund bereits die Fäden für die neue Saison spinnt.

Echte Führungsspieler fehlen

In dieser konfusen Gemengelage dürfte es einer Mannschaft, die sich bislang nicht unbedingt durch Eigenverantwortung hervorgetan hat, schwer fallen, die gesteckten Ziele zu erreichen. Zumal auch immer deutlicher wird, dass die Zusammenstellung dieses Teams nicht dazu taugt, gewisse Tugenden an den Tag zu legen. 

Ein großes Manko des Kaders ist das Fehlen von Führungsspielern, an denen sich die hochtalentierten Nachwuchsspieler orientieren und aufrichten könnten. Mit Kapitän Benedikt Höwedes fällt ein Vertreter dieser seltenen Schalker Spezies derzeit verletzt aus, auf dem Platz zeigen lediglich Klaas-Jan Huntelaar und Torwart Ralf Fährmann die Einstellung, die die Fans erwarten. 

Was dazu führt, dass die jungen Talente wie Leroy Sané, Max Meyer oder Leon Goretzka immer wieder überfordert wirken. Auch Klublegende Klaus Fischer stellte unlängst fest, dass „die jungen Spieler bei uns ja die tragenden Säulen sind“. Und ergänzte: „Schade, dass das so ist.“

Quelle: wa.de

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