Samstag gegen Gladbach

Viele Ausfälle - Erwartungen auf Schalke bleiben hoch

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Jens Keller

GELSENKIRCHEN - Horst Heldt verfügt über gewisse psychologische Grundkenntnisse, weshalb er sich sogar durch die mittlerweile gespenstische Verletztenmisere auf Schalke nicht dazu verleiten lässt, die Erwartungen an die eigene Mannschaft herunterzuschrauben.

Von Jens Greinke

„Wir dürfen uns keine Alibis einreden“, bestimmt der Schalker Manager und ergänzt: „Vor allem dürfen wir die Spieler, die jetzt in die Bresche springen, nicht kleiner reden, als sie sind.“ Einer, der sich durch diesen Satz in seinem Selbstvertrauen gestärkt fühlen wird, dürfte Marvin Friedrich sein. Der 18-Jährige hatte im März 2013 einen Profivertrag erhalten und steht heute im Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach (18.30 Uhr) vor seinem ersten Bundesliga-Einsatz. Denn Jens Keller sind schlichtweg die Abwehrspieler ausgegangen.

Durch die jüngste Verletzung von Joel Matip stehen dem Schalker Coach mit Kaan Ayhan, Benedikt Höwedes und Christian Fuchs nur noch drei gelernte Verteidiger zur Verfügung. Ein Handicap, das Heldt aber nicht zum Problem hochstilisieren will: „Ich habe überhaupt keine Angst, wenn Marvin zum Einsatz kommen wird. Er ist eine verlässliche Alternative und ich traue ihm zu 100 Prozent eine gute Leistung zu“, sagt der Manager.

Die aktuelle Ausfallliste, die heute durch die weiterhin angeschlagenen Julian Draxler und Max Meyer noch ergänzt werden könnte, führt bei Horst Heldt zu grundlegenden Gedankengängen. „Die Belastung in den vergangenen drei Jahren war sehr hoch. Da fragt man sich, ob die Kadergröße noch ausreicht“, sagt Heldt. Liga-Alltag, DFB-Pokal und Champions League, dazu die vielen Einsätze bei den jeweiligen Nationalmannschaften haben nach Ansicht des 44-Jährige ihre Spuren im Kader hinterlassen. „Und Teams wie der BVB oder die Bayern haben ähnliche Probleme“, sagt Heldt, der angekündigt: „Wir werden überprüfen müssen, ob 25 Vollprofis und 5 oder 6 Perspektivspieler künftig ausreichend sein werden.“

Gleichzeitig schließt Heldt allerdings eine Kadergröße wie in den Zeiten von Felix Magath aus: „Das können wir nicht finanzieren." Aktuell muss Jens Keller allerdings mit den gegebenen Umständen leben. „Natürlich haben die vielen Verletzten Auswirkungen auf die Trainingsarbeit. Jede Einheit ist sehr intensiv, da müssen wir aufpassen, dass wir die Spieler nicht so hoch belasten“, sagt der 43-Jährige. Zudem müsse nach Aussage von Heldt „ganz genau abgewogen werden, wann man zum Beispiel einen Spieler wie Max Meyer wieder einsetzt“, um Folgeverletzungen zu vermeiden.

So ist es ein gefährlicher Teufelskreis, in sich die Schalker aktuell bewegen. Und das in einer Saisonphase, in der in den nächsten drei Wochen sieben Pflichtspiele anstehen, unter anderen am kommenden Mittwoch der Champions-League-Auftakt beim FC Chelsea. Ein Erfolg in Gladbach wäre deshalb Balsam für die blauweiße Seele. Zumal im gegenteiligen Fall auch wieder andere, unliebsame Probleme und Diskussionen auftauchen dürften.

Quelle: wa.de

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