Zusammenarbeit mit dem Mannschaftsarzt ruht

Kellers Schicksal wurde schon Sonntag besiegelt

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GELSENKIRCHEN - Als Jens Keller am Sonntagabend im Münchner Sky-Studio saß und im Interview davon ausging, dass er auch in den kommenden Wochen Cheftrainer des FC Schalke 04 sein würde, da war die Entscheidung über sein Schicksal in Gelsenkirchen längst gefällt. „Nach den Eindrücken der vergangenen beiden Spielen sind wir im Verlauf des Sonntages zu der Entscheidung gekommen, Jens Keller frei zu stellen“, sagt Manager Horst Heldt.

Von Jens Greinke  

Zudem war zu diesem Zeitpunkt auch schon eine andere Personalie so gut wie in trockenen Tüchern: Dass der Schweizer Roberto Di Matteo neuer Cheftrainer der Knappen wird.

Es war ein aufregender Dienstag auf dem Schalker Vereinsgelände, nachdem am Vormittag bekannt wurde, dass Jens Keller nach 22 Monaten Dienstzeit als Cheftrainer seinen Stuhl räumen muss. „Jens hat in dieser Zeit vieles erreicht, das wird ihm keiner nehmen können“, sagt Horst Heldt, fügt aber auch an: „Auf der anderen Seite haben wir nie die Stabilität bekommen, die wir uns vorgestellt haben.“

Die Hoffnung im Sommer sei groß gewesen

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Nach der erfolgreichsten Rückrunde der Vereinsgeschichte sei die Hoffnung im Sommer noch groß gewesen, dass Keller dem Team die gewünschte Konstanz vermitteln kann. „Doch dann hatten wir mit dem Pokal-Aus einen schlechten Start, dann wieder ein Hoch und danach wieder ein Tief“, erzählt Heldt. Letztlich eine zu wilde Achterbahn-Fahrt für den 44-jährigen Manager. Ausschlaggebend für den Schritt waren letztlich die mauen Auftritte der Mannschaft beim 1:1 in der Champions League und die 1:2-Niederlage am Wochenende bei 1899 Hoffenheim. „Da ist es uns nicht gelungen, den Schwung aus den Siegen gegen Dortmund und Bremen mitzunehmen“, so Heldt.

Roberto Di Matteo wird am Mittwochvormittag der Mannschaft vorgestellt.

Nach Aussage des Managers habe man am Sonntag auf Vorstandsebene und in Absprache mit Aufsichtsratschef Clemens Tönnies die Freistellung von Jens Keller sowie der Assistenztrainer Peter Herrmann und Holger Gehrke beschlossen. Heldt flog daraufhin umgehend nach London, um sich mit Roberto Di Matteo zu treffen. „Wir haben relativ schnell Einigung erzielt“, so Heldt. Auch, weil es nicht das erste Gespräch mit dem ehemaligen italienischen Nationalspieler war. „Ich habe mich erstmals im Frühjahr 2013 mit Roberto getroffen und mit ihm über ein Engagement auf Schalke gesprochen.“ Damals war Jens Keller noch als Übergangslösung bis zum Sommer gedacht, doch als sich die Mannschaft schließlich für die Champions League qualifizierte, wurde der Vertrag mit Keller verlängert. „Doch auch danach hatte ich mit Roberto immer wieder mal Kontakt“, verrät Heldt.

Jens Keller wurde am späten Montagabend informiert

Keller selbst wurde am späten Montagabend von Horst Heldt über die Entscheidung unterrichtet: „Das sind keine schönen Momente, aber sie gehören einfach dazu. Jens hat es mit Fassung getragen“, sagt Heldt. Schalkes Manager lässt indirekt durchblicken, welche Beweggründe schließlich zur Freistellung Kellers führten. „Roberto Di Matteo steht für Disziplin auf und außerhalb vom Platz“, zählt Heldt einen der Vorzüge des 44-Jährigen auf, dessen Karriere als Trainer bislang noch jung, aber intensiv ist. Im März 2012 wurde di Matteo beim FC Chelsea vom Co- zum Cheftrainer befördert und gewann schließlich den FA-Cup und fügte dem FC Bayern im „Finale dahoam“ die Endspiel-Niederlage in der Champions League zu.

Heldt beschreibt Di Matteo als „sehr gebildeten Mann, der als Trainer sehr viele Facetten liefern kann“. Neben seiner Vielsprachigkeit – neben fünf weiteren Sprachen beherrscht er fließend Deutsch – glaubt Heldt auch: „Er kann mit Stars umgehen.“ Als Co-Trainer bringt di Matteo Attilio Lombardo und als Torwarttrainer Massimo Battara mit, die beide schon bei Manchester City gearbeitet haben.

Die Matteo wird am Mittwoch der Mannschaft vorgestellt

Di Matteo wird am Mittwoch um 11 Uhr der Mannschaft vorgestellt, danach stellt er sich um 13 Uhr auf einer Pressekonferenz den Fragen der Journalisten. Das erste Training wird er erst am Donnerstag leiten. „Roberto war es wichtig, dass er sich hier im Verein erst einmal in Ruhe einen Überblick verschafft, anstatt aus der Hüfte ein Jux-Training durchzuführen“, sagt Heldt. Sein erstes Pflichtspiel steht wegen der Länderspielpause dann am 18. Oktober in der Arena gegen Hertha BSC an (18.30 Uhr).

Auch der Mannschaftsarzt wird vorerst nicht mehr für den S04 tätig sein

Horst Heldt hat unserer Zeitung zudem bestätigt, dass auch Mannschaftsarzt Dr. Thorsten Rarreck erst einmal nicht mehr für den FC Schalke 04 tätig sein wird. „Wir haben miteinander telefoniert und beide entschieden, das Dienstverhältnis bis auf weiteres erst einmal ruhen zu lassen“, so Heldt. Eine Begründung für diesen Schritt lieferte der Schalke-Manager nicht.

Quelle: wa.de

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