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Tedesco spricht nach 2:2 in Köln von Arroganz beim FC Schalke 04

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Von: Jens Greinke

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1. FC Köln - FC Schalke 04
Rutschige Angelegenheit: Schalkes Franco Di Santo (links) im Duell mit dem Kölner Dominic Maroh. © picture alliance

Der FC Schalke 04 verpasst die Vorentscheidung im Kampf und die Champions League und lässt beim 2:2-Remis beim 1. FC Köln zwei Punkte liegen. Tedesco ist tief enttäuscht.

Köln – Domenico Tedesco war die Laune an diesem Frühlings-Sonntag verhagelt. Wenn die Tabelle nicht das Gegenteil belegt hätte, hätte man meinen können, dem Trainer eines abstiegsbedrohten Teams gegenüber zu stehen und nicht dem des Zweiten des Klassements. „Arroganter und fahrlässiger kann man nicht spielen“, schimpfte der Schalker Chefcoach über seine Mannschaft, die soeben die fast sichere Qualifikation für die Champions League verschenkt hatte. Das 2:2 (1:2) gegen das Kellerkind 1. FC Köln (zum Nachlesen im Live-Ticker) war aus Sicht Tedecos ein ziemlicher Tiefschlag gewesen.

Letztlich war das Ergebnis für beide Teams weder Fisch noch Fleisch. Die Kölner Fans feierten zwar ihren couragiert kämpfenden FC, doch mit nunmehr acht Punkten Rückstand auf den Relegationsrang dürfte der Abstieg besiegelt sein. Die Schalker müssen hingegen weiter um die Champions-League-Qualifikation bangen, auch wenn der Vorsprung von fünf Punkten auf Rang vier eine gewisse Sicherheit vorgaukelt.

"Über die Champions League brauchen wir nicht reden"

Über die „Königsklasse“, die aufgrund von nunmehr 56 Punkten weiterhin greifbar ist, wollte Tedesco danach dann auch überhaupt nicht diskutieren: „Da brauchen wir erst einmal gar nicht drüber reden. Da gibt es Teams, die es derzeit besser machen als wir“, sagte der 32-Jährige mit Blick auf 1899 Hoffenheim oder Borussia Dortmund, die am Wochenende einen Dreier eingefahren hatten. Nach dem bitteren Aus im Pokal-Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt nahm die Woche aus Schalker Sicht auch ein unschönes Ende in der Liga.

Yevhen Konoplyanka war die prägende Gestalt der Partie aus Schalker Sicht gewesen. Der Ukrainer war ins Team gerutscht und sah es wohl als ernst zu nehmende Chance an, seine Karten zu verbessern. Ein Tor, ein Assist sowie einige erinnerungswürdige Einzelaktionen waren die positive Bilanz nach 45 Minuten. Und der 28-Jährige hätte bei einer höheren Effizienz der „Man of the Match“ werden können, wenn er nicht eine ganze Reihe von weiteren Gelegenheiten vergeben hätte. „Fahrlässig“, wie es Tedesco nannte.

Konoplyanka mit viel Licht, aber auch viel Schatten

Schalkes Abwehrchef Naldo hatte den Linksaußen in der 4. Minute mit einem chirurgisch präzisen Pass bedient und ihm somit einen traumhaften Einstieg in diese Partie ermöglicht. Konoplyanka marschierte an der Außenlinie entlang, spielte den Ball quer in den Strafraum, wo Breel Embolo mit der Wucht eines ungebremsten Güterzuges heran rauschte und die Kugel ins Netz drosch.

Mitleid mit den Kölnern schien nur Petrus zu haben, der pünktlich zum Rückstand die Schleusen öffnete und den Himmel heulen ließ. Der Untergrund war daraufhin rutschig und tückisch, dennoch setzten die Schalker ihr teilweise sehr gepflegtes Passspiel fort. In der 23. Minute bediente Bastian Oczipka seinen Vordermann Konoplyanka, der an Horn vorbei zum Schalker 2:0 verwandelte. Doch dann verließ den Ukrainer die Übersicht und ein wenig auch das Glück: Zunächst traf er nur den Pfosten (29.). Danach gewann er bei einem Konter zwar den Wettlauf gegen gleich drei Kölner Abwehrspieler. Doch der abschließende Heber geriet so pomadig, dass FC-Keeper Timo Horn ihn problemlos aus der Luft fischte (45.+2). "Wir hätten zur Pause 3:1 oder 4:1 führen können", meinte ein enttäuschter Tedesco.

Köln nutzt seine Chancen hingegen konsequent

Die Kölner nutzten ihre Gelegenheiten indes konsequent. Zunächst hatte Leonardo Bittencourt in der 26. Minute den Anschluss erzielt. Kurz vor dem Schlusspfiff hatte Marcel Risse mit einem Freistoß aus gut 30 Metern den Ausgleich erzielt (84.), wobei Schalke-Keeper Ralf Fährmann nicht ganz glücklich aussah.

Tedesco litt im zweiten Durchgang an der Seitenlinie

Tedesco hatte das Unheil wohl schon kommen sehen, der Schalker Trainer litt im zweiten Durchgang sichtbar Qualen an der Seitenaus-Linie. Doch all seine Ermahnungen und Kommandos halfen am Ende nicht. „Wir haben es hergeschenkt, weil wir an sich alles im Griff hatten“, ärgerte er sich. Yevhen Konoplyanka hatte der Schalker Coach in der 64. Minute durch Nabil Bentaleb ersetzt, nachdem der Ukrainer überhaupt keine Szene mehr gehabt hatte.

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