Trainer Felix Magath lässt die neue Finanzdebatte um Schalke 04 kalt

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Kurzes Gastspiel: Erik Jendrisek hat Schalke nach einem halben Jahr wieder verlassen. Er stürmt nun für Freiburg.

GELSENKIRCHEN - Felix Magath schien nicht besonders amüsiert darüber zu sein, dass der Aspekt Finanzen wieder ein zentrales Thema rund um den FC Schalke 04 zu werden scheint. „Ich wundere mich darüber, dass dies etwas Neues sein soll“, maulte der 57-Jährige am Donnerstag im Rahmen der turnusmäßigen Pressekonferenz.

Von Jörg Strohschein

Die anstehende Auswärtsaufgabe bei Hannover 96 und das voraussichtliche Startelf-Debüt des erst 17-jährigen Julian Draxler spielte dagegen eher eine Nebenrolle spielten.

Magath, Trainer-Manager der Königsblauen, hatte zuvor in einem Interview mit dem „Stern“ bemerkt, dass „wir finanziellen Auflagen der Deutschen Fußball Liga unterliegen, nach denen wir nicht einfach so Spieler kaufen können“. Vor der Saison hatte der Klub lediglich bekannt gegeben, dass der FC Schalke 04 nach dem Lizenzierungsverfahren durch die Deutsche Fußball Liga die Zulassung ohne Bedingungen erhalten habe, dem Klub aber eine Berichtspflicht auferlegt wurde, die die wirtschaftlichen Entscheidungsfreiheiten indes nicht einenge.

Seit November, nach dem so genannten Nachlizenzierungsverfahren, scheint sich die Ausgangslage allerdings verschärft zu haben. Magath indes beharrt darauf, dass sich die finanzielle Situation positiv verändert habe. In der schlimmen Phase zu Beginn seiner Amtszeit vor eineinhalb Jahren sei es vor allem darum gegangen, dass der Verein weiterhin handlungsfähig blieb. Aber: „Der Klub steht heute durch meine Arbeit finanziell deutlich besser da.“ Konkrete Zahlen wollte Magath nicht nennen.

Nach „Stern“-Informationen darf Schalke aber nur dann Millionen-Investitionen tätigen, wenn es die Kosten des Spieleretats zuvor durch Verkäufe senkt. Durch die weiterhin angespannte finanzielle Lage habe er auch nicht alle seine Wunschspieler verpflichten können, erklärte Magath: „Es ist nicht so, dass wir aus dem Vollen schöpfen können und ich meinen Wunsch-Kader zusammenstellen kann. Aber ich lebe mit dieser Situation schon seit eineinhalb Jahren, damit komme ich klar.“

Trotz der finanziellen Umstände schloss Magath weiterhin einen Not-Verkauf von Torhüter Manuel Neuer aus. Durch die Abgänge von Heiko Westermann (für rund 7,5 Millionen Euro zum HSV) und Rafinha (für etwa 9 Millionen Euro zum FC Genua) habe man „wenn man so will, präventiv Transfers getätigt“, um die gewünschte Vertragsverlängerung Neuers möglich machen zu können, sagte Magath. „Wir müssen ihn nicht verkaufen“, betonte er. Zudem hat der Klub nach dem Abgang von Jermaine Jones am vergangenen Montag gestern Erik Jendrisek für rund 900 000 Euro zum SC Freiburg abgegeben. Der Stürmer, der erst vor der Saison ablösefrei aus Kaiserslautern gekommen war, konnte sich bei den Königsblauen nicht durchsetzen. Freiburgs Trainer Robin Dutt freute sich über den Transfer und erklärte lächelnd: „Jendrisek hat, was die Fitness angeht, sicherlich den Bestwert bei uns. Er kommt ja von Felix Magath.“

Auch Besart Ibrahimi verlässt die Schalker mit bisher unbekanntem Ziel. Insgesamt dürften die Königsblauen in der Rückrunde so rund drei Millionen Euro einsparen. Das verschafft dem Klub, dessen Profikader laut Magath „etwas teurer“ als in der Vorsaison ist, ein wenig Luft.

Quelle: wa.de

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