Hildebrand "Opfer" eines Fußball-Geists?

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LONDON - Die "Daily Mail" bemühte letztlich sogar einen Geist. Dort, wo Timo Hildebrand bei seinem schlampigen Abschlag einen Pressball mit Samuel Eto'o provoziert hatte, ist einst die Asche des 2006 verstorbenen Peter Osgood vergraben worden.

Von Jens Greinke

"Ossie" war zu Lebzeiten zum "King of Stamford Bridge" ausgerufen worden, nachdem er bis in die 1970er Jahre hinein 289 Spiele für Chelsea absolviert und dabei 105 Tore erzielt hatte. Am Tag spekulierte die Londoner Zeitung darüber, ob der gute Geist der verstorbenen Blues-Legende über Stamford Bridge wache.

Timo Hildebrand konnte mit diesem ganzen Hokuspokus nichts anfangen, auch eine Nacht nach seinem wohl größten Patzer der Karriere steckte dem 34-Jährigen der Schock in den Gliedern. "Aber ich denke, ich kann damit leben", sagte Hildebrand, der sich bereits in der Halbzeitpause bei den Mannschaft für seinen Fehler entschuldigt hatte.

Nach der Partie versuchte Hildebrand das Unerklärliche zu erklären: "Ich habe den Ball und relativ viel Zeit. Ich schaue hoch, kann aber keinen anspielen. Dann gehe ich zwei Schritte zurück, weil ich zu nah am Ball bin. Dann kommt Eto'o. Und dann war es zu spät", schilderte der Schalke-Keeper die Szene aus seiner Perspektive. Danach war der Abend für Hildebrand, der kurz zuvor mit einer Glanzparade bei einen Freistoß von Schürrle das 0:0 gehalten hatte, gelaufen. Jeder weitere Ballkontakt Hildebrands wurde daraufhin von den Chelsea-Fans mit einem höhnischen Aufstöhnen begleitet.

Die 0:3-Pleite in Bildern:

Schalkes zweite 0:3-Niederlage gegen Chelsea in Bildern

"Das ist sehr schade für den Timo", sagte Horst Heldt, auch wenn Schalkes Manager seinen Ärger über den Fauxpas nicht verbergen konnte: "Er hat natürlich einen blöden Fehler gemacht." Heldt ist sich allerdings sicher, "dass ihn das nicht umwerfen wird". Zumal der 34-jährige Keeper auch große moralische Unterstützung von den Schalker Fans erhielt, die ihn nach dem Schlusspfiff mit Sprechchören feierten.

Auch Jose Mourinho spendete Trost. "Er hat zu mir gesagt: Shit happens", berichtete Hildebrand von einem kurzen Treffen mit Chelseas Startrainer nach dem Spiel. Der Portugiese lobte aber vor allem Samuel Eto'o. Schlau wie ein Fuchs habe sich der 32-jährige Kameruner in dieser Szene verhalten. Mourinho habe seine Spieler übrigens auf eine gewisses Eigenheit im Schalker Spiel hingewiesen: "Ich hatte ihnen gesagt, dass die Schalke gerne Rückpässe auf ihren Torwart spielen." Eto'o bewies letztlich, dass der Ball dort nicht immer sicher aufgehoben ist. - gre

Quelle: wa.de

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