Interview

Adam Szalai: "Ich bin ein Teamplayer"

DONAUESCHINGEN - Adam Szalai hält sich mit großen Aussagen zurück: Der Stürmer will nach seiner Lendenwirbel-Verletzung erst einmal richtig fit werden und sich dann dem Konkurrenzkampf in der Offensive stellen, sagt der Neuzugang im Interview.

Es ist Adam Szalai anzumerken, dass er auf Schalke angreifen will. Beim Training ist der Ungar voll bei der Sache, erhält vom Trainerstab immer wieder ein Sonderlob für seinen Einsatz. Der Wechsel des 25-jährigen Stürmers vom FSV Mainz zum FC Schalke 04 war kurz vor der Abfahrt ins Trainingslager nach Donaueschingen bekannt gegeben worden, wo sich Jens Greinke mit dem 1,93 Meter großen Angreifer unterhielt.

Sie gehörten mit Andre Schürrle und Lewis Holtby in Mainz zu den so genannten „Bruchweg Boys“, die durch ihren ideenreichen Torjubel fast schon Rockstar-Status erreichten. Haben Sie sich schon ein Tänzchen für Ihr erstes Tor für Schalke ausgedacht?

Szalai (lacht): Nein, soweit bin ich noch nicht. Ich möchte nach meiner Verletzung (Anmerkung der Red.: angebrochener Lendenwirbel) erst einmal richtig fit werden. Deshalb freue ich mich auch darüber, dass ich von Beginn an im Trainingslager dabei bin und alles mitmachen kann. Das ist ganz wichtig. Wenn ich wieder richtig fit bin, kommt alles andere von allein.

Haben Sie sich mit dem ehemaligen Schalker Holtby, mit dem Sie ja gut befreundet sind, über den Wechsel beratschlagt?

Szalai: Ja klar. Ich hatte ein paar Fragen zu Schalke. Aber es war alles durchweg positiv, was mir Lewis berichtet hat. Schürrle und Holtby spielen mittlerweile beide in England. Wäre das auch ein Ziel von Ihnen? Szalai: Nein. Ich habe schon oft gesagt, dass ich mich in Deutschland sehr wohl fühle. Es ist jetzt eine große Ehre für mich, zu Schalke zu wechseln und in diesem Topklub spielen zu dürfen.

Sie haben Ihren Vertrag erst im vergangenen Jahr in Mainz verlängert. Warum jetzt der Wechsel zu Schalke?

Zur Person:

Adam Szalai geboren am 9.12. 1987 in Budapest

Vereine: 2006–2007: VfB Stuttgart II 33 Spiele/5 Tore)

2007–2010: Real Madrid II (79/23)

2010–2013: FSV Mainz 05 (79/21)

2013– : FC Schalke 04 Länderspiele für Ungarn: 16 (7 Tore)

Szalai: Bevor ich den Vertrag in Mainz verlängert habe, hatte ich ein ganz schwieriges Jahr mit einer schweren Verletzung (Anmerkung der Red.: Kreuzbandriss) hinter mir. Mainz wollte damals unbedingt mit mir verlängern, und da fühlte ich mich nach meinem langen Ausfall geradezu verpflichtet, einen neuen Vertrag zu unterschreiben. Viele haben nach meiner Verletzung nicht damit gerechnet, dass ich so eine gute Saison spiele. Und als ich nun die Möglichkeit erhielt, zu Schalke zu kommen, musste ich nicht lange überlegen.

Gab es andere Angebote?

Szalai (lächelt): Das müssen Sie meinen Berater und Mainz-Manager Christian Heidel fragen. Aber klar: Wenn ein Stürmer eine gute Saison spielt, dann bekommt er auch Offerten. Für mich war es aber wichtig, in Deutschland zu bleiben. Und als ich nun die Angebot erhielt, bei einem Topverein wie Schalke zu spielen, musste ich nicht lange nachdenken.

Was macht Schalke für Sie aus?

Szalai: Ich kenne von den Auswärtsspielen mit Mainz die Atmosphäre im Stadion, kenne diese unglaublichen Fans. Was ich jetzt hier in den letzten zwei Tagen erlebt habe, bestätigt dies alles. Begeisterungsfähige Fans waren für mich schon immer sehr wichtig. Sie sorgen für eine Riesen-Stimmung.

Was würden Sie als Ihre Stärken, aber auch als Ihre Schwächen bezeichnen?

Szalai: Meine Stärke ist auf jeden Fall, dass ich immer voll auf die Mannschaft fokussiert bin. Ich habe mich immer als Teamplayer gesehen. Schwächen habe ich natürlich auch, wie jeder andere Spieler. Ich kann mich noch in allen Bereichen durch harte Arbeit verbessern. Hier auf Schalke habe ich jetzt einen Topstürmer wie Klaas-Jan Huntelaar an meiner Seite, von dem ich mir einiges abschauen kann. Ich habe ihn und seine herausragenden Qualitäten ja schon während meiner Zeit bei Real Madrid kennen gelernt, als ich bei der ersten Mannschaft mittrainieren durfte.

Offizielle Schalker Sprachregelgung ist ja, dass Sie Huntelaar im Sturm „unterstützen“ sollen.

Szalai: Ich soll nicht nur Klaas-Jan, sondern die ganze Mannschaft unterstützen. Jeder Spieler will natürlich Einsätze, egal auf welcher Position. Konkurrenz gibt es in jedem Verein. Auf Schalke ist die individuelle Klasse natürlich höher als in kleinen Klubs, aber von einer gesunden Konkurrenz profitiert ja die gesamte Mannschaft.

Gibt es für Sie auch eine Position, auf die Sie ausweichen würden?

Szalai: Nein, ich will überhaupt nicht ausweichen. Ich will Tag für Tag meine Fähigkeiten zeigen und hart arbeiten. In den Vertragsgesprächen mit Schalke wurde mir gesagt, ich soll auf alle Fälle so bleiben wie ich bin.

Wie wohl fühlen Sie sich innerhalb Ihres neuen Teams, wenn man das nach so kurzer Zeit schon fragen darf?

Szalai: Ich habe mich bereits mit fast jedem Spieler unterhalten. Ich habe festgestellt, dass es einen guten Teamgeist gibt. Zudem stimmt die Mischung zwischen jungen und erfahrenen Profis.

Wie lauten Ihre persönlichen Ziele mit Schalke?

Szalai: Meine Ziele sind erst einmal kurzfristig. Ich will in den Trainingslagern vor allem erst einmal fit werden und mich weiter eingewöhnen. Dann will ich der Mannschaft helfen, Erfolg zu haben, wie ich es in Mainz auch getan habe.

Quelle: wa.de

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