Trainer in der Kritik

Domenico Tedesco bekommt wohl weitere Chance auf Schalke

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Schalkes neuer Sportvorstand Jochen Schneider (links) und S04-Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies im Gespräch.

Der neue Sportchef wird am Dienstag vorgestellt, die Zukunft des Trainers ist offen: Beim Tabellen-14. FC Schalke 04 ist die Lage zehn Spieltage vor dem Saisonende angespannt.

Gelsenkirchen – Der neue Sportvorstand Jochen Schneider vertraut im Abstiegskampf mit dem abgestürzten Vizemeister FC Schalke 04 offenbar auf Trainer Domenico Tedesco. Nach Informationen von Sky Sport News HD und der WAZ soll Tedesco im Spiel am Freitag in Bremen auf der Bank sitzen und damit eine weitere Bewährungschance erhalten. Schneider soll sich demnach beim Treffen mit dem Aufsichtsrat am Montag in einem Düsseldorfer Hotel gegen eine Entlassung des Trainers ausgesprochen haben.

Die Mannschaft trainierte parallel individuell und war für die Fans nicht zu sehen, die Verantwortlichen tagten hinter verschlossenen Türen. Und diskutierten dabei sicher leidenschaftlich über Tedescos Zukunft.

Erster öffentlicher Schneider-Auftritt

So hätte die kuriose Situation eintreten können, dass Schneider bei seinem ersten öffentlichen Auftritt die Entlassung des Trainers verkünden muss. Offiziell kann der in Stuttgart und Leipzig zuvor erfolgreich im Hintergrund arbeitende Manager laut der Geschäftsordnung des Aufsichtsrates erst am 14. März zum Sportvorstand berufen werden. Doch in einer außerordentlichen Sitzung im Laufe des Montags sollte er seine Meinung zur Trainerfrage kundtun.

Die Diskussionen um Tedescos Zukunft dürften schon am Montag hitzig gewesen sein. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung sollen die Schalke-Bosse schon über Notpläne bis zum Saisonende diskutiert haben. So könnten die ehemaligen Cheftrainer Mike Büskens oder Huub Stevens als Interimscoach einspringen. Stevens, der mit Schalke 1997 den UEFA-Cup gewann, sitzt derzeit im Aufsichtsrat. Sollte Tedesco die Kurve nicht nachhaltig kriegen, könnten diese Gedankenspiele neu belebt werden.

Kritik von Neururer

Ex-Trainer und Schalke-Mitglied Peter Neururer bewertet Tedescos Arbeit derweil kritisch. "Ich fordere keine Trainerentlassung, weil ich seine Arbeit nur von außen beurteilen kann", sagte er der Deutschen Presse-Agentur: "Aber die Mannschaft ist total overcoacht. Sie ist nicht im Stande, Dinge zu klären, weil alles nach Vorgabe gelöst werden muss."

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Er sehe bei der aktuellen Mannschaft "keine Strukturen und keine zweite Lösung", sagte Neururer: "Quasi alle Spieler sind in dieser Saison schlechter geworden." Bedenklich seien auch Tedescos Aussagen vor und nach dem 0:4 am Samstag gegen Düsseldorf: "Das klang wie: Ich gebe auf. Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll." Insgesamt sei Schalke die "größte Enttäuschung in der Bundesliga seit 20 Jahren".

Matthäus erwartet neuen Coach

Auch für Rekordnationalspieler und Sky-Experte Lothar Matthäus scheint eine Tedesco-Entlassung unausweichlich. "Der Zeitpunkt ist nicht optimal. Mit den Spielen in Bremen, in Manchester und gegen Leipzig stehen drei Hammer-Aufgaben an, da kann sich ein neuer Trainer schnell verbrennen", sagte Matthäus der dpa: "Dennoch gehe ich davon aus, dass in Bremen ein Neuer auf der Bank sitzt. Man muss einen Neuanfang wagen, um Frieden und Ruhe reinzubringen."

Kommentar: Schalke hat die Warnsignale zu lange ignoriert

Sollte der Trainer trotz eines Vertrages bis 2022 entlassen werden, ginge er mit Stil und erhobenen Hauptes. Dass der 33-Jährige sich nach dem Spiel den Fans stellte, rang sogar den erfahrensten Kollegen Respekt ab. "Was Domenico Tedesco da gemacht hat, würde ich nie machen", sagte Düsseldorfs Friedhelm Funkel (65) im "Doppelpass" bei Sport1. Neururer erklärte: "Davor ziehe ich den Hut. Sich in so einer Situation den Fans zu stellen, dazu gehört Mut." Und auch die Schalke-Ikone Klaus Fischer merkte bei Sport1 anerkennend an: "Viele Trainer wären nach so einem Spiel abgehauen und gar nicht dahin gegangen. Da hat er Größe gezeigt." dpa

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Quelle: wa.de

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