Kampf um Platz drei

Schalke: Stotternder Motor, aber Benzin im Tank

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Eine schmerzhafte Niederlage: Schalkes Klaas Jan Huntelaar beim 0:1 gegen Mönchengladbach.

GELSENKIRCHEN - Trotz zweier Niederlagen in Folge bleiben die Knappen optimistisch. „Wir haben noch genügend Benzin im Tank", sagt Manager Horst Heldt.

Von Jens Greinke

Jefferson Farfan kam als Metapher auf zwei Beinen aus der Schalker Kabine, der Peruaner humpelte in Richtung Rolltreppe und sah dabei nicht gerade glücklich aus. „Er hat an manchen Stellen keine Haut mehr“, berichtete Schalkes Manager Horst Heldt wenig Erfreuliches über die Entzündung, die Farfan derzeit an unangenehmer Stelle piesackt. Ähnlich wie der Peruaner quält sich auch die gesamte Schalker Mannschaft durch die Schlussphase der Saison.

Statt den zuletzt deutlichen Vorsprung auf das Verfolgerfeld zu einem kleinen Endspurt zu nutzen und vorzeitig den dritten Platz zu sichern, erscheinen die Schalker derzeit eher wie ein Teilnehmer bei einem Schneckenrennen. Dem 1:3 beim VfB Stuttgart in der Vorwoche folgte am Sonntag eine 0:1 (0:1)-Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach. Statt auf sechs Punkte davon zu ziehen, muss das Team von Jens Keller nun in den verbleibenden zwei Saisonspielen beim SC Freiburg und daheim gegen den 1. FC Nürnberg unbedingt in die Erfolgsspur zurückkehren. Platz drei ist spätestens seit Sonntag akut in Gefahr, wenn es ganz dumm für die Schalker läuft, könnten sie theoretisch sogar noch auf Rang fünf zurückfallen.

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Schalke verliert 0:1 gegen Mönchengladbach

Ein Szenario, das die Verantwortlichen am Sonntag geflissentlich ignorierten. „Wir sind weiterhin gut im Rennen und haben es selbst in der Hand“, sagte Jens Keller angesichts der drei Punkte Vorsprung vor Bayer Leverkusen respektive der vier Zähler vor dem VfL Wolfsburg. Und auch Horst Heldt ist sich sicher, dass die Mannschaft trotz der massiven Personalprobleme die direkte Qualifikation für die Königsklasse schaffen wird: „Wir haben noch genügend Benzin im Tank. Die, die da sind, kriegen das hin.“

Angesichts der Vorstellung am Sonntag konnten den neutralen Beobachter da allerdings leichte Zweifel beschleichen. Gegen die defensiv hervorragend eingestellte Borussia vom Niederrhein viel der Schalker Kreativabteilung nicht viel ein. Julian Draxler und Kevin-Prince Boateng, die an guten Tagen ein Spiel allein entscheiden können, blieben blass und setzten kaum Akzente. Und erneut wurde deutlich, wie wichtig Klaas-Jan Huntelaar für diese Schalker Mannschaft ist. Der Niederländer, der wegen einer Rachenentzündung zunächst auf der Reservebank Platz genommen hatte, konnte von seinem Stellvertreter Adam Szalai nicht ansatzweise ersetzt werden. Erst als der Torjäger in der 72. Minute („Ich war ein bisschen schlapp“) eingewechselt wurde, erhielt die Offensive der Schalker wieder ein gewisses Überraschungsmoment. Doch näher als Szalai, der in der 81. Minute nach Vorarbeit von Huntelaar den Außenpfosten traf, kamen die Schalker dem Gladbacher Tor nicht mehr. Dem Team von Trainer Lucien Favre reichte letztlich der fein heraus gespielte Treffer von Patrick Herrmann (35.) zum Sieg – und dazu, auf Rang sechs zu klettern und sogar wieder an der Königsklasse zu schnuppern.

Dass die vielen jungen Spieler im Schalker Kader auf der Zielgeraden Nerven zeigen könnten, glauben die Routiniers nicht. „Wir haben alle Druck, ob jung oder alt“, sagt Kevin-Prince Boateng. Und Horst Heldt ergänzt: „Mit so einer Situation sind wir schon in der vergangenen Saison klar gekommen.“ Damals sicherten sich die Schalker am letzten Spieltag durch einen 2:1-Erfolg beim SC Freiburg den vierten Tabellenrang. Am Samstag werden im Breisgau dann sicherlich Erinnerungen wach.

Quelle: wa.de

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