Spießrutenlauf am Samstag in der Arena

S04-Partie gegen Paderborn wird "Gang nach Canossa"

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„Wir sitzen alle in einem Boot“: Schalke-Trainer Roberto Di Matteo.

GELSENKIRCHEN - Wenn die Schalker Profis am Samstag zum Spiel gegen den SC Paderborn (15.30 Uhr) den Rasen der Arena betreten, werden sie auf die ein oder andere Regularie verzichten. Unter anderem wird der Gang vor die Fans in der Nordkurve ausfallen. Denn die sind auf die Herren Berufsfußballer nicht gut zu sprechen.

Von Jens Greinke

Die Ultras Gelsenkirchen haben alle Zuschauer dazu aufgefordert, der Mannschaft in den ersten 45 Minuten die Unterstützung zu versagen. Ein Spießrutenlauf steht bevor.

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Der FC Schalke 04 sorgt zwei Spieltage vor Saison mal wieder in seiner unnachahmlichen Art für ein bemerkenswerten Schlussakt.

Anstatt gemeinsam mit dem Anhang das Erreichen der gesetzten Ziele zu feiern – was rückblickend eigentlich ein einfaches gewesen wäre – stehen zwei Gänge nach Canossa an: zunächst heute gegen den SC Paderborn (15.30 Uhr) und schließlich am kommenden Wochenende beim Hamburger SV.

"Eine schwierige Woche"

Zwei Spiele, in denen die Schalker auf Biegen und Brechen die Qualifikation für die Europa League schaffen wollen – und wohl auch müssen.

Für Roberto Di Matteo war es nach eigener Aussage „eine schwierige Woche“. Nach der katastrophalen Leistung am vergangenen Sonntag beim 0:2 gegen den 1. FC Köln war der sportlichen Führung der Geduldsfaden gerissen: Am Montag hatte der Verein Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam freigestellt sowie Marco Höger bis zum kommenden Sonntag suspendiert.

„Das waren starke Maßnahmen“, sagt Di Matteo, der daraufhin viele Einzelgespräche mit seinen Profis geführt und dabei festgestellt hat: „Jeder Spieler hat dazu eine eigene Meinung.“

Schalkes Boot hat Schlagseite

Schalkes Coach selbst hat den Rausschmiss der drei Profis mitgetragen: „Es war eine Entscheidung, die der Verein in Absprache mit mir getroffen hat und die ich akzeptiere und unterstütze.“ Und er ergänzt: „Wir sitzen derzeit alle in einem Boot.“

Dieses hat allerdings arge Schlagseite. Wohl auch, weil es mit der Disziplin und der Hierarchie an Bord nicht mehr zum Besten bestellt war. Manager Horst Heldt hält es aktuell zwar nicht für angebracht, „über die Gründe, die zu dieser Situation geführt haben, zu sprechen“.

Doch ist es unumstritten, dass die von Heldt initiierte Demission der drei Profis in erster Linie mit ihrer Einstellung zu ihrem hoch dotierten Job zu tun gehabt hat. Heldt kündigte im Gespräch mit unserer Zeitung an, „über Pläne und Maßnahmen für die Zukunft erst nach der Saison zu sprechen“.

"Aktuell zählt nur eins: Gewinnen, gewinnen, gewinnen"

Für den 44-Jährigen ist es derzeit „der falsche Zeitpunkt, um öffentlich ein Resümee zu ziehen“. Ähnlicher Ansicht ist auch Di Matteo, der sekundiert: „Aktuell zählt nur eins: Gewinnen, gewinnen, gewinnen.“

Unter der Woche haben Di Matteo und Heldt versucht, die Mannschaft auf das ungewöhnliche Szenario im Spiel gegen den SC Paderborn vorzubereiten. „Es wird ein schwieriges Umfeld sein“, sagt der Trainer. Und Heldt rät: „Man muss versuchen, die ganzen Plakate, die da sein werden, auszublenden.“

Gleichzeitig erwartet der Manager von den Schalker Spielern, „dass sie so auftreten, als dass sie die Paderborner auffressen wollten. Ohne dabei den Kopf zu verlieren“.

Mit einem Negativ-Szenario will sich Heldt noch nicht auseinandersetzen. Doch dürfte der Manager im Auge des Sturms stehen, falls die Schalker tatsächlich auch noch die Qualifikation zur Europa League verpassen sollten.

Quelle: wa.de

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