Bei Eintracht Braunschweig

Später Glücksmoment für den FC Schalke

+
Freudentaumel: Die Schalker feiern den späten Siegtreffer Roman Neustädters (rechts) mit den Fans.

BRAUNSCHWEIG - Dieses Knäuel war nur schwer zu entwirren. Die Spieler des FC Schalke 04 waren nach dem Siegtreffer von Roman Neustädter in allerletzter Sekunde allesamt vor die Fankurve der aus Gelsenkirchen mitgereisten Anhänger gerannt und rüttelten und schüttelten sich gegenseitig.

Aus Braunschweig berichtet Jörg Strohschein

Sie konnten ihr Glück einfach nicht fassen. Mit 3:2 (1:1) hatten die von einigen verletzungsbedingten Ausfällen geplagten Schalker diese Partie beim Aufsteiger Eintracht Braunschweig doch noch gewonnen, und das, obwohl sie eine lange Zeit eine geradezu schauerliche spielerische Leistung zeigten.

„Es ist egal, wie der Sieg zustande gekommen ist. Unterm Strich zählt, dass wir die erfolgreichere Mannschaft waren. Wir haben gezeigt, dass wir kämpfen und malochen können“, sagte Torhüter Ralf Fährmann. Besonders für den 25-Jährigen war dieser Schlusspunkt die Abrundung eines Tages, der für ihn nicht hätte besser laufen können. Zwei Jahre lang hatte Fährmann kein Spiel mehr für die Schalker absolviert, war acht Monate davon wegen eines Kreuzbandrisses verletzt.

„Für mich sind hier sehr viele Emotionen hochgekommen. Ich bin einfach nur glücklich darüber, dass ich wieder zurück bin“, sagte Fährmann. Es gibt nicht wenige Beobachter, die seit längerer Zeit der Auffassung sind, dass Fährmann Vorteile gegenüber der eigentlichen Nummer eins, Timo Hildebrand (Hexenschuss), besitzt. Heute soll Hildebrand aber wieder mittrainieren, was bedeutet, dass Fährmann am Dienstag in der Champions League gegen den FC Chelsea auf der Ersatzbank Platz nehmen dürfte.

„Das Spiel sollte ihm Auftrieb geben, es war ein erster toller Schritt für ihn“, sagte Schalker Manager Horst Heldt. Zwei Gegentreffer hatte Fährmann in Niedersachsen dennoch hinnehmen müssen, Orhan Ademi (20.) und Karim Bellarabi (59.) hatten getroffen und die formschwachen und an diesem Tag völlig indisponierten Innenverteidiger Benedikt Höwedes und Felipe Santana problemlos düpiert.

Horst Heldt nannte zwar keine Namen, aber er war „nicht zufrieden mit dem einen oder anderen. Aber das klären wir intern“, sagte der Manager. Gerade die erfahrenen Schalker Spieler hatten gegen die personell eher zweitklassig besetzten Niedersachsen eine gruselige Vorstellung geboten, während etwa die Talente Max Meyer oder der für den am Knie verletzten Marco Höger eingewechselte Leon Goretzka die sehr wenigen spielerischen Akzente setzten. Nicht zufällig erzielten diese beiden auch den jeweiligen Ausgleichstreffer (29. beziehungsweise 65.). „Wir haben schlecht Fußball gespielt“, räumte Kapitän Benedikt Höwedes ein.

Die nächsten Aufgaben der Schalker sind indes pikant. Erst kommt das Spitzenteam aus London nach Gelsenkirchen, im Anschluss der ungeliebte Ruhrrivale aus Dortmund. Zumindest Kevin-Prince Boateng soll dann wieder mit von der Partie sein, der heute ebenfalls wieder trainieren soll. „Wir müssen uns steigern“, sagte Horst Heldt. Mehr gab es auch nicht mehr zu sagen.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare