"Bauernverein" Nöttingen will Schalke melken

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Nöttingens Trainer Michael Wittwer.

KARLSRUHE - Der kleine FC Nöttingen will dem großen FC Schalke 04 am Montagabend im DFB-Pokal ein Bein stellen. Eine Free-TV-Übertragung gibt es nicht - das Spiel ist im Fernsehen legal nur bei Sky zu sehen (Übertragung ab 18 Uhr, Antoß 18.30 Uhr).

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Eine Siegprämie haben Trainer Michael Wittwer und die Fußballspieler des FC Nöttingen vor dem Pokal-Duell mit dem FC Schalke 04 schon ausgehandelt. "Die Höhe ist 40 000 Euro. Für alle zusammen. Ich denke mal, dass es schwer wird, das Geld zu bekommen. Aber wir würden es natürlich liebend gerne ausbezahlen", sagt Vorstandsvorsitzender Dirk Steidl vor dem Knüller im Karlsruher Wildparkstadion am Montagabend. Was für den Geldregen nach Meinung von Trainer Wittwer passieren muss? "Meine Mannschaft muss über sich hinauswachsen und nicht hundert, sondern 150 Prozent geben. Schalke muss uns komplett unterschätzen."

Wie das geht, als Außenseiter einen Coup zu landen, weiß Wittwer aus eigener Erfahrung. Nicht aus dem vergangenen Jahr, als Hannover 96 beim 1:6 eine Nummer zu groß war. Aber gemeinsam mit Co-Trainer Rainer Krieg spielte er 1993 für den Karlsruher SC beim legendären 7:0 im UEFA-Cup gegen den FC Valencia. "Wunder Wildpark I, jetzt vielleicht Wunder Wildpark II", meint Wittwer mit einem Schmunzeln. Zumindest für die beiden Männer auf der Trainerbank ist der Ausflug in das 20 Kilometer entfernte Karlsruhe daher auch ein Heimspiel. "Der Wildpark war der Wunsch von uns allen", betont Steidl.

Für den Vorstandsvorsitzenden, Sportdirektor, Finanz- und Marketingchef sowie Leiter der Geschäftsstelle in Personalunion endet mit dem Anpfiff eine intensive Zeit. "Die Stimmung im Ort ist sehr enthusiastisch. Jeder freut sich auf dieses Spiel. Bei uns in der Geschäftsstelle ist es allerdings ab und zu nicht so enthusiastisch. Es ist ein bisschen frustrierend, was man alles machen muss. Für uns ist das alles Neuland. Irgendwann bist du in einer völlig anderen Welt und dann fühlst du dich wie in Trance", berichtet er von zahlreichen Auflagen und Anforderungen vor dem Pokal-Abend.

Für die Geschicke des FC Nöttingen ist Steidl schon lange verantwortlich. "Im Prinzip ist der FCN eine Two-Men-Show. Aber das macht uns auch stark. Er hat ein tolles Vereinsleben, er hat Flair und er ist ein bisschen mein Leben geworden", erklärt er. Seit sechs Jahren führt der 41-Jährige den Oberliga-Club hauptamtlich. "Ich bin da vor fast 20 Jahren hingekommen, da waren wir in der Kreisliga. Aber wenn man akribisch arbeitet, Ziele und Visionen hat, dann kann man eben sehr viel erreichen", sagt Steidl.

Für den "Bauernverein" (Steidl) bietet die Partie gegen den Bundesligaclub Schalke nicht nur die Chance auf eine Siegprämie, sondern zudem auch eine willkommene Finanzspritze für das eigene Vereinsgelände. "Für uns ist das alles finanziell sehr, sehr gut. Wir bauen gerade einen Kunstrasenplatz, daher ist das Geld, das wir hier einnehmen, für die Lösung unserer infrastrukturellen Probleme gedacht", berichtet Steidl. "Wir haben keine Kommune, die uns unterstützt. Sie könnte schon, aber sie wollen nicht." - lnw

Quelle: wa.de

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