Schalkes Ziel: Zwei gute Halbzeiten in einem Spiel

THESSALONIKI - Jens Keller ließ kaum eine Minute ungenutzt. Auch im Mannschafts-Flieger beschäftigte sich der Schalker Trainer mit der Analyse dessen, was zuletzt schief gelaufen war in seiner Mannschaft.

Aus Griechenland berichtet Jens Greinke

Keller sah sich die entsprechenden Szenen auf seinem Laptop an. Auf der Festplatte hatte sich so einiges an Material angesammelt.

Der 42-Jährige weiß selbst, dass es langsam Zeit für ihn wird, die Fehler zu orten und die richtigen Knöpfe bei seinen Spielern zu drücken, weshalb er keine Möglichkeit auslässt, an den Korrekturen zu arbeiten. Nach der 1:2-Niederlage bei Hannover 96 am Samstag hatte Keller die These aufgestellt, dass die Mannschaft die beiden guten Halbzeiten, die sie gegen Hannover und gegen PAOK Saloniki gezeigt habe, einfach aneinander fügen müsse.

Bilder vom Hinspiel

Schalke nur 1:1 gegen PAOK Saloniki

Dieses scheinbar leichte, nur aus zwei Teilen bestehende Puzzle dürfte allerdings schwieriger zusammenzusetzen sein, als es sich der ein oder andere vorstellt. Das Rückspiel gegen PAOK Saloniki am Dienstag wird nach dem appetitlosen Liga-Auftakt der Königsblauen allenthalben als ein Endspiel für Keller und ein Schlüsselspiel für den Verein angesehen. Sollten die Schalker nach dem 1:1 im Hinspiel den Einzug in die Gruppenphase der Königsklasse verpassen, dürften dem Verein Einnahmen in Höhe von rund 15 Millionen Euro entgehen. Geld, das der Klub sehr gut gebrauchen könnte. Auch dafür, den offensichtlich doch nicht ausreichend besetzten Kader noch etwas aufzuhübschen, wie es zuletzt Jungstar Julian Draxler gefordert hatte.

Dass es in der Hafenstadt am Thermäischen Golf auch um die berufliche Zukunft von Keller geht, weiß der ehemalige Schalker Jugendtrainer selbst. Auch wenn er geradezu gebetsmühlenartig wiederholt, „dass der Druck für mich hier schon vom ersten Tag an sehr groß war“, dürfte der bislang so miserable Saisonstart noch ein paar Atü mehr auf den Kessel gepumpt haben. Nachfragen zu diesem Thema werden von der Vereinsführung bislang abgeblockt. „Jens Keller wird auch am Samstag noch Trainer sein, ja selbstverständlich“, sagt Horst Heldt mit einem leichten Anflug von Empörung. Und Keller sagt: „Ich bange nicht um meinen Job, das interessiert mich momentan nicht.“ Um nach weiteren Nachfragen aber etwas verklausuliert anzufügen: „Wir sind in diesem Geschäft zu Hause und wissen, wie es da aussieht.“

Aus personeller Sicht kann der Schalker Trainer immerhin etwas durchschnaufen. Die Sorgen um Joel Matip, der sich in Hannover eine kleine Blessur in der Oberschenkel-Muskulatur zugezogen hatte, waren unberechtigt, der 22-Jährige meldete sich fit. Einsatzbereit ist auch wieder das eingespielte Gespann auf der rechten Seite, Jefferson Farfan und Atsuto Uchida, die in Hannover verletzt hatten passen müssen.

„Wir haben 90 Minuten Zeit, ein Tor zu schießen“, strahlt Keller nach dem letztlich enttäuschenden 1:1 im Hinspiel nach außen Gelassenheit aus. Die wenigen Zuschauer im fast leeren Toumpa-Stadion von Thessaloniki werden also keine wütend anrennende Schalker Mannschaft sehen. Dass das Keller-Team in der Lage ist, PAOK Saloniki zu schlagen, habe man nach Aussage von Horst Heldt im Hinspiel gesehen: „Wir müssen nur unsere Fehler minimieren und unsere Chancen nutzen.“ Klingt einfach, ist es aber nicht.

Quelle: wa.de

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