Kommentar zur Personalie Meyer

Schalkes Max Meyer: Einfach schlecht beraten

+
Hat sich auch dank seines Beraters beim FC Schalke ins Aus manövriert: Max Meyer.

Das Kapitel Max Meyer endet auf Schalke unrühmlich. Doch die Schuld nur beim Profi zu suchen, greift zu kurz. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen - Dass Max Meyer am 12. Mai um kurz nach drei mit tosendem Applaus aus der Schalker Arena verabschiedet werden wird, ist so unwahrscheinlich wie der Aufstieg von RB Leipzig zum Bundesliga-Klub mit den meisten Anhängern. 

Zu viel ist vorgefallen in den vergangenen Wochen, zu viel kaputt gegangen. Wie immer, wenn es um Verträge, Absprachen und Verhandlungen geht, ist ein klarer Blick von außen nur schwer zu bekommen. Allerdings hat sich der ein oder andere Umstand heraus kristallisiert, der zu dieser unter dem Strich wohl disharmonischen Trennung geführt hat. 

Die Macht der Spielerberater

Die Schuld dafür alleinig einem gerade einmal 22-jährige Profi-Fußballer zuzuschieben, wäre dabei mehr als ungerecht. Denn der Fall Meyer zeigt, wie viel Macht bei den Spielerberatern liegt. Roger Wittmann, der Agent des jungen Schalkers, gilt als einer der erfahrensten, aber auch unnachgiebigsten Verhandlungspartner. 

Seine Aussage im März zum nachgebesserten Schalker Vertragsangebot für Meyer war mit einem unwiderruflichen Schlussstrich unter die Verhandlungen gleichzusetzen. Wittmann hatte gesagt: „Zwei E-Mails reichen nicht, um einen Schalker Jungen vom Verbleib zu überzeugen.“ 

Ohne Rücksicht auf Verluste

Nicht nur, dass eine solche, in der Öffentlichkeit getätigte Aussage den Verhandlungspartner – in diesem Falle Schalkes Sportvorstand Christian Heidel – brüskiert. Sie zeigt auch, mit welchem Selbstverständnis der ein oder andere Spielerberater unterwegs ist. Und wie wenig rücksichtsvoll mit den eigenen Klienten beizeiten umgegangen wird. 

Denn auszuhalten hat diesen Streit in erster Linie Max Meyer. Ein junger Spieler, der sich unter Schalke-Cheftrainer Domenico Tedesco gerade eine neue Reputation auf dem Feld und frische Sympathien auf den Fantribünen erarbeitet hatte. Natürlich hat auch Meyer dazu beigetragen, dass die Stimmung gegen ihn gekippt ist. 

Erst am Samstag hat er mit seiner Aussage, er sei ja gar nicht verletzt, seine Noch-Chefs bloßgestellt. Er wäre gut beraten gewesen, einfach die Klappe zu halten. Doch genau hier liegt das Problem: Er ist es eben nicht.

Verpassen Sie keine Nachricht zu Borussia Dortmund und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare