Nach Spielabbruch in Herne nach Boatengs Vorbild

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War Vorbild für die Kreisligaspieler in Castrop-Rauxel: Schalkes Kevin Prince Boateng

CASTROP-RAUXEL/HERNE - Nach dem Vorbild von Bundesliga-Star Kevin-Prince Boateng hat ein Kreisliga-Team aus Castrop-Rauxel ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt.

Die Mannschaft von Eintracht Ickern/Yeni Genclikspor ging einem Bericht der WAZ zufolge im Punktspiel beim Herner Nachbarklub SC Constantin aus Protest gegen fremdenfeindliche Beleidigungen 15 Minuten vor Spielschluss bei Stand von 1:3 vom Platz. "Wir wurden von Zuschauern, Spielern und Trainer aus dem Herner Lager permanent rassistisch beleidigt", begründete Eintracht-Yeni-Coach Sinasi Özbek die spektakuläre Aktions seines Teams. 

Constantin widerspricht dem allerdings: „Es empört uns auf äußerste, dass der SC Constantin so ungeprüft in die ,rechte Ecke’ gedrängt und der Ruf so beschädigt wird“, erklärte Geschäftsführer Dirk Bosel gegenüber der WAZ. „Der Constantiner Berg ist meistens emotional, aber nie rassistisch.“ Aus dem Spielbericht, den der Schiedsrichter – ein Mann türkischer Herkunft – angefertigt habe, gehe klar hervor, dass er das Spiel abgebrochen habe, weil er von Seiten der Gäste massiv beleidigt worden sei. Schiedsrichter hat nichts gehört

Boateng hatte Anfang 2013 durch eine vergleichbare Reaktion auf rassistische Beschimpfungen weltweit für Aufsehen gesorgt. Noch in Diensten des italienischen Spitzenklubs AC Mailand brach der inzwischen für Ickerns benachbarten Bundesligisten Schalke 04 spielende Ghanaer in einem Testspiel bei einem Amateur-Klub ein Dribbling ab, drosch den Ball auf die Tribüne, zog sein Trikot aus und ging vom Platz. Die Mitspieler des Halbbruders von Weltmeister Jerome Boateng folgten ihrem Kollegen aus Solidarität in die Kabine. - sid

Quelle: wa.de

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