Schalker Wiedersehen mit Markus Gisdol

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GELSENKIRCHEN - Das Spiel der Schalker gegen Hoffenheim ist am Samstag auch ein Wiedersehen mit Markus Gisdol. Der ehemalige Co-Trainer hegt trotz seiner Entlassung Ende 2012 keinen Groll gegen die Knappen.

Man darf davon ausgehen, dass das vergangene Weihnachtsfest für Markus Gisdol einigermaßen verdorben war. Der 44-Jährige, dem Talent und Ehrgeiz in einem gleich hohen Maß zugeschrieben werden, war am 16. Dezember beim FC Schalke als Co-Trainer entlassen worden. Was den gebürtigen Schwaben empfindlich getroffen haben dürfte. Schließlich war es kein Geheimnis, dass sich Gisdol große Hoffnungen darauf gemacht hatte, Huub Stevens als Schalker Cheftrainer zu beerben.

Dass er letztlich gemeinsam mit dem Niederländer freigestellt und Jens Keller als neuer Schalker Coach installiert wurde, begründete Manager Horst Heldt damals etwas kryptisch: „Mit der Ernennung von Jens wollten wir eine klare Hierarchie haben. Das wäre mit Markus Gisdol nicht unbedingt möglich gewesen.“

Heldt hielt es seinerzeit für unmöglich, dass sich Gisdol erneut als Co-Trainer unter Keller eingliedern würde, nachdem dieser frei nach der Comic-Figur Isnogud „Kalif anstelle des Kalifen“ geworden war. Bereits unter Stevens soll Gisdol recht nachdrücklich seine Ambitionen in diese Richtung gezeigt haben. Das Verhältnis zwischen den beiden soll am Ende so unterkühlt gewesen sein, dass kein Frostschutzmittel mehr geholfen hätte.

Im April 2013 hatte Gisdol seine Chance im Kraichgau ergriffen, als er das bereits als Absteiger verschriene Team von 1899 Hoffenheim übernahm – und seine offensichtlichen Qualitäten als Cheftrainer zeigen durfte. Er hielt die scheinbar völlig desolate Mannschaft von 1899 über den Umweg der Relegation in der Liga. Und hauchte ihr in der aktuellen Saison noch mehr Leben ein. Zumindest soviel, dass die Hoffenheimer mit einem Punkt mehr vor den Schalkern in der Tabelle rangieren. Und die negativen Schlagzeilen, die der Klub mit der so genannten „Trainingsgruppe 2“ und der damit verbundenen Aussortierung von Spielern wie Tim Wiese, Matthieu Delpierre oder Tobias Weis geschrieben hatte, sind durch die sportlichen Erfolge mehr als nur neutralisiert worden. Gisdol betont zwar, dass er „niemandem böse sei“ auf Schalke, dennoch ist es angesichts dieser Vorgeschichte für ihn eine besondere Partie, wie der dem Kicker bestätigte.

Für Jens Keller hingegen steht nach eigener Aussage ein normales Spiel an. Der 42-Jährige verpasst allerdings so gut wie keine Möglichkeit, darauf hinzuweisen, dass er als Trainer von Schalke stets unter Druck stehe. Dass es nun zum Duell mit demjenigen Kollegen kommt, der bei der Vergabe des Trainerpostens auf Schalke den Kürzeren gezogen hatte, tangiere Keller nicht. „Ich habe nie ein Problem mit Markus gehabt“, erinnert sich der 42-Jährige an die gemeinsame Schalker Zeit, in der er selber noch als Coach der U 17 tätig war. Gisdols bisherige Arbeit in Hoffenheim bezeichnet Keller als „gut“. „Ansonsten kann ich mir kein Urteil über ihn erlauben“, sagt Keller. Punkt und Schluss.

Verzichten muss Keller in Hoffenheim wahrscheinlich weiterhin auf Julian Draxler, der sich mit einer Sehnenreizung herumplagt. Falls der Nationalspieler ausfällt, könnte erneut der junge Max Meyer eine Chance in der Startformation erhalten. Zurück in die Mannschaft kehrt dagegen wohl Kevin-Prince Boateng, der wegen einer Reizung im Knie zuletzt pausiert hatte.

Quelle: wa.de

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