Schalker nach 3:3 gegen HSV bedient: "Chaotisches Spiel"

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GELSENKIRCHEN - Klaas-Jan Huntelaar kam am Sonntagabend als einer der letzten Spieler aus der Kabine. Der Niederländer schien nach dem 3:3 der Schalker zum Bundesliga-Auftakt gegen den Hamburger SV tief bedrückt und traurig.

Von Jens Greinke

Dass Huntelaar gerade zwei Tore geschossen hatte, wenige Tage zuvor zum zweiten Male Vater geworden war und in wenigen Stunden seinen 30. Geburtstag feiern würde, war dem Mann beim besten Willen nicht anzumerken. „Wir waren spielerisch einfach zu schwach“, hatte Huntelaar akkurat die größte Schwäche des ambitionierten FC Schalke 04 an diesem Abend heraus gearbeitet, die schließlich zu einem unter dem Strich enttäuschenden 3:3 (2:2)-Remis gegen den Hamburger SV geführt hatte.

Selbst der Umstand, dass die Schalker zwei Mal einen Rückstand aufgeholt hatten, war kein Trost. „Wir sind nicht zufrieden, wir hatten uns einen besseren Start in die Saison erhofft“, sagte Manager Horst Heldt im Namen der gesamten Profiabteilung. Auf Schalker Seite wurde nach dem Schlusspfiff deutlich, dass gegen den Hamburger SV mit einem klaren Pflichtsieg gerechnet worden war.

„Wir müssen zu Hause gegen die meisten Gegner gewinnen“, sagte Huntelaar, und dass zu diesen Gegnern auch der HSV gehört, war nicht zu überhören. Doch selbst die frühe Führung durch Huntelaar nach 84 Sekunden brachte die Schalker nicht auf den richtigen Weg. „Wir haben danach einfach keine Sicherheit bekommen“ sagte Trainer Jens Keller. Und Kapitän Benedikt Höwedes ergänzte: „Wir waren zu passiv und haben zuviel hinten rum gespielt.“

Folge waren zwei Treffer der Hamburger durch Rafael van der Vaart (12./Handelfmeter) und Maximilian Beister (23.). Huntelaar hatte Sekunden vor dem Pausenpfiff noch für den Ausgleich gesorgt. Doch im zweiten Durchgang liefen die Gastgeber dann schnell wieder einem Rückstand durch Lasse Sobiech (49.) hinterher, den erst der eingewechselte Neuzugang Adam Szalai (72.) ausgleichen konnte. Für den von den Schalkern erhofften Siegtreffer hatte es letztlich nicht mehr gereicht.

Was Benedikt Höwedes aber auch nur als gerecht empfand: „Das war ein chaotisches Spiel, das keinen Sieger verdient hatte.“ Dass Julian Draxler noch aus der Kabine ein wenig schönes Foto seines lädierten linken Unterschenkels postete, trug auch nicht zur Verbesserung der Laune bei den Königsblauen bei. Der Jungstar hatte sich nach gut einer Viertelstunde im Laufduell mit Hamburgs Tolgay Arslan eine Pressung der Achillessehne samt kleiner Risswunde zugezogen, nach 23 Minuten hatte er daraufhin um seine Auswechslung gebeten.

Aufgrund der Blessur sagte Draxler noch am Abend seine Teilnahme am Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay am Mittwoch ab. „Das kann sich schnell entzünden und eine langwierige Geschichte werden“, sagte Schalkes Manager Horst Heldt, der sogar eine längere Pause des hochtalentierten Spielmachers befürchtet: „Es könnte auch für Wolfsburg eng werden.“

Dort treten die Schalker am kommenden Samstag (15.30 Uhr) an, eine Woche später folgt ein weiteres Auswärtsspiel bei Hannover 96. Als „wenig prickelnd“ empfand Jens Keller auch den Umstand, dass zur intensiven Nachbereitung des Hamburg-Spiels so gut wie keine Zeit blieb. Aufgrund der Länderspielwoche sind die meisten Schalker Profis in alle Winde verstreut. „Ich glaube, wir trainieren ín dieser Woche mit sechs Spielern“, sagte Keller. So werden sich die meisten der Knappen selbst ihre Gedanken darüber machen müssen, was es bis zum kommenden Samstag zu verbessern gilt.

Quelle: wa.de

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