1:2 und zwei Platzverweise

Schalker Krise verschärft sich weiter

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Schalkes Christian Fuchs hebt die Arme nach roter Karte.

HANNOVER - Schalke 04 gerät immer tiefer in die Krise. Das Team von Trainer Jens Keller verlor am Samstag die Auswärtspartie bei Hannover 96 mit 1:2 (0:2) und wartet nach drei Spieltagen weiterhin auf den ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga.

Zu allem Überfluss erlebten in einer äußerst hektischen Partie mit drei Platzverweisen Kapitän Benedikt Höwedes (15./Rot) und Verteidiger Christian Fuchs (85./Gelb-Rot) nicht das Ende des Spiels. Bei Hannover 96 musste Torschütze Szabolcs Huszti (74./Rot) vorzeitig in die Kabine.

Vor 49.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion erzielten Huszti (15. Minute/Foulelfmeter) und 96-Torjäger Mame Diouf (38.) die Tore für die heimstarken Niedersachsen. Für Schalke traf Adam Szalai (55.), der im Angriff den verletzten Top-Stürmer Jan-Klaas Huntelaar vertrat. Der Ungar vergab kurze Zeit später den möglichen Ausgleich, als er aus zehn Metern das leere Tor verfehlte.

Drei Tage vor dem Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation bei PAOK Saloniki hinterließ die ersatzgeschwächte Schalker Mannschaft lange Zeit einen desolaten Eindruck. Keller, dessen Posten zunehmend in Gefahr gerät, sah wie in der Vorwoche beim 0:4 in Wolfsburg eklatante Abwehrschwächen seiner Elf. Mut für Saloniki macht nur das Aufbäumen im zweiten Durchgang, als die Königsblauen in Unterzahl dem Ausgleich mehrfach nahe waren.

Schalke-Trainer Keller musste nach den verletzungsbedingten Ausfällen der Stammspieler Huntelaar, Jefferson Farfán und Atsuto Uchida seine Mannschaft umstellen. Die neu formierte Startelf überließ den Gastgebern von Beginn an die Initiative. Zwei Warnschüsse von Leon Andreasen (4./10.) verfehlten das Tor des bedauernswerten Schalke-Keepers Timo Hildebrand knapp.

Doch bei der dritten 96-Chance lag der Ball bereits nach 15 Minuten im Schalker Tor. Eine verunglückte Grätsche von Abwehrchef Höwedes gegen Diouf im Strafraum wertete Schiedsrichter Bastian Dankert als Notbremse. Neben dem Elfmeterpfiff zeigte er Höwedes die Rote Karte. Huszti ließ sich die Chance vom Punkt nicht entgehen und durchkreuzte früh das Schalker Defensiv-Konzept.

Die Gelsenkirchener wirkten nach dem 0:1 geschockt und hilflos, nach dem 0:2 forderten die Schalker Fans lautstark "Wir wollen Euch kämpfen sehen". Das taten die Gäste, angetrieben vom kampfstarken Jermaine Jones, zumindest im zweiten Durchgang, auch wenn es nicht mehr zu einem Punkt reichte.

Letztlich ging die Taktik von 96-Trainer Mirko Slomka auf, der in seinem 200. Erstligaspiel auf der Bank eine Power-Offensive gegen seinen Ex-Club angekündigt hatte. Seine Mannschaft nutzte beim zweiten Heimsieg die groben Abwehrpatzer der Knappen aber nicht konsequent aus. Der Sieg hätte durchaus höher ausfallen können, geriet zum Schluss aber sogar noch in Gefahr. - dpa

Quelle: wa.de

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