Keine Veränderung im Kader

Schalker geben sich vor dem Derby entspannt

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Kevin Prince Boateng steht im Derby wieder unter besonderer Beobachtung - er spielte bereits für den BVB und trägt jetzt das Trikot des FC Schalke 04.

GELSENKIRCHEN -  Betonte Lässigkeit bei Schalke 04 vor dem Revierduell. Favorit sei der BVB, man habe mehr Verletzte und setze wieder auf die jungen Spieler, erklärte Trainer Jens Keller. Auch der mögliche Sprung auf Rang zwei hat für die Königsblauen keinen vorentscheidenden Charakter.  

Von Jens Greinke

Horst Heldt lässt sich nicht so leicht täuschen, auch wenn die aktuelle Bundesliga-Tabelle eine ähnlich große hypnotische Kraft hat wie der Blick der Schlange „Kaa“ aus Rudyard Kiplings „Dschungelbuch“. Die Schalker rangieren auf dem dritten Platz, der Abstand zum fünften Platz ist mittlerweile auf acht Zähler angewachsen. „Die aktuelle Situation ist trügerisch, es wird spannend bleiben“, sagt der 44-Jährige.

Die Fakten zum Derby

Es fehlen:

Dortmund: Schmelzer (Muskelfaserriss), Subotic (Kreuzbandriss), S. Bender (Schambeinentzündung), Blaszczykowski (Kreuzbandriss), Gündogan (Nerv im Rücken entzündet)

Schalke: Aogo (Kreuzbandriss), Felipe Santana (Faserriss), Fuchs (Meniskus-OP), Höwedes (Muskelbündelriss), Kirchhoff (Syndesmoseriss), K. Papadopoulos (Muskelprobleme), Uchida (Sehnenverletzung), Clemens (Schambeinentzündung), Höger (Kreuzbandriss), Farfan (Kniereizung)

Bilanz insgesamt:

30 – 24 – 29 (129:119 Tore)

Heimbilanz:

18 – 12 – 11 (72:46 Tore)

Auswärtsbilanz:

12 – 12 – 18 (57:73 Tore)

Schiedsrichter:

Florian Meyer (Burgdorf)

Weshalb der Schalker Manager einen Erfolg im 144. Revierderby für ziemlich begrüßenswert halten würde. Mit der Favoritenrolle wollen sich die Blauweißen allerdings nicht belasten, gebetsmühlenartig äußern die Verantwortlichen wie Jens Keller die Ansicht, „dass der BVB der Favorit ist“.

Der Umstand, dass seine eigene Mannschaft aktuell ein noch größeres Verletztenproblem hat als die der Dortmunder, wiegt für den Schalker Cheftrainer dabei schwerer, als die Tatsache, dass die Königsblauen in der Bundesliga hinter den Bayern derzeit das erfolgreichste Team im Jahre 2014 sind. „Na klar, die haben auch viele Ausfälle. Aber wenn ich sehe, wer da noch alles auf dem Platz steht . . .“, sagt Keller.  Bei den Schalkern werden auf alle Fälle wieder viele junge Spieler in der Startformation stehen. „Es wird keiner dazu kommen“, sagt Keller.

Eine der spannendsten Fragen des Duells wird somit werden, wie die noch relativ unerfahrenen Schalker Nachrücker mit der hitzigen Situation zurecht kommen werden. „Viele kennen das Derby ja schon aus dem Nachwuchsbereich", sagt Keller. Doch Horst Heldt war sich einen Tag vor dem Anpfiff sicher, „dass die heute Abend schlecht einschlafen werden“. Und ergänzte: „Hilfsmittel können wir ihnen leider nicht an die Hand geben.“

Bislang war es allerdings vor allem dem Schalker Nachwuchs zu verdanken, dass die Knappen ihre Verletztenmisere äußerst weich abgefedert haben. Heldt spricht angesichts der zehn Ausfälle von einem „unfassbaren Qualitätsverlust“, doch haben Spieler wie Kaan Ayhan, Sead Kolasinac oder Leon Goretzka zuletzt viel Verantwortung übernommen und zeigten dabei nur wenig Nerven.

Heldt versucht zudem, die Außergewöhnlichkeit des Spiels gegen Dortmund hervor zu heben: „Man kann es sich nicht erkaufen, einer von den 22 Spielern zu sein, die auf dem Platz stehen werden." Zugleich setzt Heldt bei seinen jungen Spielern die Toleranzgrenze extra hoch an: „Sie können und dürfen Fehler machen.“

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Dass die Schalker die Möglichkeit haben, durch einen Sieg die Dortmunder auf Rang zwei der Tabelle abzulösen, ist weder für den Trainer noch für den Manager besonders relevant. „Das wäre sicherlich ein schöner Umstand, aber es folgen ja noch einige Spiele“, sagt Keller. Und Heldt ist sich sicher, dass der Kampf um den erneuten Einzug in die Champions League für den FC Schalke 04 „ein Tanz auf der Rasierklinge bleiben wird“.

Quelle: wa.de

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