Schalke zurück im Alltag: Drei Wochen, drei Hochzeiten

Der ausgeliehene Dennis Aogo mache einen ziemlich guten Job, sagt Schalke-Manager Horst Heldt.

GELSENKRICHEN - Der FC Schalke ist zurück im Alltag. In Frankfurt beginnen drei schwere englische Wochen für die „Knappen“.

Von Jens Greinke

Horst Heldt hat die zurückliegenden zwei Wochen auch ein wenig zur Entspannung genutzt. „Ein paar Tage habe ich relaxt“, erzählt der Schalker Manager über seine Freizeitgestaltung während der Länderspielpause. Was nach der anstrengenden und wohl auch nervenaufreibenden Zeit davor ganz erholsam gewesen sein dürfte.

Ab Samstag taucht der 42-Jährige allerdings wieder in den ganz normalen Schalker Alltag ein, der meist einen höheren Verschleiß einfordert als bei anderen Klubs. Zumal in den paar Wochen bis zur Winterpause wichtige Entscheidungen anstehen. Zunächst geht es in der Liga mit dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt weiter ehe das Schalker Team am Montag nach Rumänien fliegt, wo die nächste Champions-League-Partie gegen Steaua Bukarest folgt. Und am 3. Dezember geht es es schließlich auf der dritten Hochzeit weiter, dann kommt 1899 Hoffenheim zum Achtelfinale im DFB-Pokal nach Gelsenkirchen.

Eine Phase der Saison also, in der Jens Keller wohl das einzig Richtige macht. Statt einen Masterplan für die vielen Partien in den folgenden drei englischen Wochen zu entwerfen, sagt Schalkes Trainer: „Ich schaue von Spiel zu Spiel.“ Auch Heldt kann natürlich nicht erahnen, „was noch alles bis zum Ende der Hinrunde passiert“. Diese Ungewissheit liegt nicht nur in den Unwägbarkeiten des ganz normalen Spielbetriebs begründet, sondern wohl auch in den bislang recht unberechenbaren Leistungen der Schalker Mannschaft. Die Knappen scheinen weiter auf der Suche nach einer Spielidee zu sein, zu viel erscheint improvisiert und zufällig. Unter dem Strich spielt das Team in dieser Saison unzuverlässig.

Immerhin war es zuletzt geglückt, in der Meisterschaft wieder Fuß zu fassen. In den vergangenen fünf Spielen gelangen vier Siege, mit nunmehr 20 Punkten rangieren die Königsblauen aktuell auf Platz sechs und in Schlagdistanz zum angestrebten vierten Rang, der erneut den Einzug in die Qualifikationsrunde für die Champions League bedeuten würde.

Ebenfalls positiv stimmt Jens Keller die mittlerweile relativ entspannte Personalsituation. Sämtliche Nationalspieler kehrten von ihren Einsätzen wohlbehalten zurück, zudem kurierten sich Max Meyer (Leiste) und Leon Goretzka (Mandelentzündung) in der spielfreien Zeit aus. Auch der nicht unbedingt als Trainings-Weltmeister bekannte Jefferson Farfan nutzte mit geradezu überraschender Passion die Gelegenheit, sich nach seiner langwierigen Verletzung weiter an die Startelf heran zu arbeiten.

So will sich Horst Heldt auch nicht festlegen, ob er in der kommenden Winterpause auf dem Transfermarkt tätig wird. Schalkes Manager bestätigt zwar grundsätzliches Interesse an einer Verpflichtung von Kevin de Bruyne, dies aber aus reiner Sorgfaltspflicht: „Wenn so ein Spieler auf den Markt kommt, dann muss man sich als Manager von Schalke einfach damit beschäftigen“, sagt Heldt über den belgischen Nationalspieler, der beim FC Chelsea nicht glücklich zu werden scheint. „Ähnlich war es damals bei Lukas Podolski. Auch da haben wir Interesse angemeldet, als er im vergangenen Jahr den 1. FC Köln verlassen wollte“, sagt Heldt. Gleichzeitig lässt Schalkes Manager aber auch durchblicken, dass eine eventuelle Verpflichtung de Bruynes zwar denkbar, aber nicht zwingend notwendig ist.

Mehr Gedanken scheint sich der Manager da schon über die Schalker Zukunft von Dennis Aogo zu machen. Der Defensiv-Spezialist, den die Königsblauen im Sommer vom Hamburger SV für ein Jahr ausgeliehen haben, macht laut Heldt „bislang einen ziemlich guten Job“. So gut, dass mittlerweile auch andere Spitzenklubs wie Bayer Leverkusen Witterung aufgenommen haben. Was Heldt allerdings nicht nervös macht. Schließlich besitzen die Schalker eine Kaufoption in Höhe von angeblich 3,5 Millionen Euro.

Quelle: wa.de

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