Keller-Team auf Rang 3

Schalker Saisonbilanz: Ende gut, alles gut

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Julian Draxler (links) jubelt mit Schalkes Kevin-Prince Boateng über seinen Treffer zum 3:0.

GELSENKIRCHEN - Ganz zum Schluss, als bereits alles gesagt war zur Saison des FC Schalke 04, versuchte sich einer der Reporter noch an einem recht gewagten Witz. „Und Kevin? Das Wackelknie hat ja ganz gut gehalten, oder?“

Von Jens Greinke

Kevin-Prince Boateng blickte einen Sekundenbruchteil wie der römische Feuergott Vulcanus, ehe er die Ironie in der Frage verstand, lächelte und sagte: „Wir sollten lieber über meine Haare sprechen.“

Am 34. Spieltag hatten sich bei den Königsblauen alle in dieser Saison scheinbar so wichtigen Themen in Luft aufgelöst. Weder das vor einigen Monaten noch so heiß diskutierte, verletzungsanfällige Knie von Boateng noch der Arbeitsplatz von Trainer Jens Keller standen zur Diskussion. Dass die Schalker eine ganz famose Rückrunde absolviert hatten, hatte bereits vor dem 4:1 (2:0)-Sieg über den 1. FC Nürnberg festgestanden.

Doch in diesem letzten Saisonspiel hatte die Mannschaft nicht nur nach Meinung des glückseligen Managers Horst Heldt noch einmal „sehr, sehr gut gespielt“ und sich letztlich souverän den so wichtigen dritten Tabellenplatz gesichert – und damit zum dritten Mal in Folge die Teilnahme an der Champions League gesichert. Mit 36 Punkten war es sogar die beste Rückrunde der Schalker Vereinsgeschichte, die am Samstag in eine bunte Familienfeier mündete.

Zwar waren kurz vor der Partie neue Gerüchte aufgekommen, dass Thomas Tuchel neuer Trainer auf Schalke werden könnte, doch die fegte Heldt nach der Partie recht resolut vom Tisch. „Bei allem Respekt, aber da bin ich wirklich nicht der richtige Ansprechpartner“, verwies der 44-Jährige entsprechende Fragen an den FSV Mainz 05 oder Tuchel selbst. Aufsichtsratschef Clemens Tönnies wurde noch deutlicher und verbannte entsprechende Spekulationen „ins Reich der Fabel“. Jens Keller selbst meinte: „Langsam wird es peinlich, wenn man sieht, was wir hier geleistet haben.“

Tatsächlich war die Rückrunde der Schalker nicht nur wegen des Punkterekords eine der bemerkenswertesten der Klubgeschichte. Eine ganze Flut von Verletzungen konnte nicht nur kompensiert werden, sondern führte auch dazu, dass junge Spieler zum Zuge kamen und ihre Chance nutzten. Gegen Nürnberg waren es Max Meyer und Leon Goretzka (beide 19), die die besten Spieler auf dem Platz waren. Vorherige Befürchtungen, ihre erstmalige Nominierung für das DFB-Team könnte die beiden in der Konzentration stören, erwiesen sich als falsch.

Vor allem Goretzka, der am Donnerstag auch noch eine Abi-Klausur hatte absolvieren müssen, blühte regelrecht auf. Joel Matip hatte die Schalker bereits in der 6. Minute mit 1:0 in Führung gebracht – nach einer Ecke von Max Meyer. Roman Neustädter erhöhte in der 45. Minute auf 2:0. Julian Draxlers Schuss zum 3:0 (75.) hatte endgültig den Abstieg der Nürnberger besiegelt, die in der Nachspielzeit noch zum 3:1 durch Josip Drmic kamen. Quasi mit dem Schlusspfiff war Chinedu Obasi noch der Treffer zum 4:1 geglückt.

Während sich die Schalker Spieler danach über Urlaub und freie Tage freuten, steht für Horst Heldt nun einiges an Arbeit an. „Die nächsten 14 Tage werden noch mal intensiv“, sagte Heldt mit Blick auf Vertragsgespräche und mögliche Neuverpflichtungen: „Aber es hilft uns natürlich sehr, dass wir jetzt Planungssicherheit haben.“

Quelle: wa.de

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