Champions League in Madrid

Schalker mit guter Laune zur weißen Übermacht

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Roberto di Matteo

MADRID - Vielleicht war es ja ein gutes Zeichen, dass Roberto Di Matteo am Tag vor dem Champions-League-Spiel bei Real Madrid ziemlich genau wusste, welchen Vornamen der Trainer des Gegners hat.

Von Jens Greinke

Während Di Matteos Vorgänger Jens Keller vor fast exakt einem Jahr recht hartnäckig von einem gewissen „Carlos“ Ancelotti gesprochen hatte, meinte Schalkes aktueller Coach gut 24 Stunden vor dem Aufeinandertreffen mit Real Madrid: „Carlo kenne ich noch aus meiner Zeit als italienischer Nationalspieler. Da war er Co-Trainer. Er ist nicht nur einer der besten Trainer der Welt. Es ist auch menschlich ein Super-Typ.“

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Dass die beiden Teams, die am Dienstagabend im Bernabeu-Stadion erneut im Viertelfinale der Champions League aufeinander treffen werden, einen Italiener als Trainer haben, dürfte eine der wenigen Gemeinsamkeiten sein. Die „Galaktischen“ aus der spanischen Hauptstadt gelten nach wie vor als eine der besten Mannschaften der Welt, auch wenn sie sich gerade in einer Mikrokrise befinden. Am Wochenende mussten die „Madridistas“ ärgerlicherweise die Tabellenführung an den FC Barcelona abgeben, weshalb sich Horst Heldt jedoch nicht auf eine falsche Fährte locken lassen will: „Andere wären froh, wenn sie auf diesem Niveau auch mal eine solche Mini-Krise hätten“, lacht der Schalker Manager: „Ich übrigens auch.“

Eric Maxim Choupo-Moting

Die 0:1-Niederlage Reals gegen Athletic Bilbao am vergangenen Wochenende verleitet Heldt nicht zu möglicherweise fatalen Schlüssen: „Wen die mal ein Spiel verlieren, sind die Ausschläge in den Medien extrem“, sagt der 45-Jährige. Was aber nichts daran ändere, dass die Schalker heute im Estadio Santiago Bernabéu einer weiß gewandeten Übermacht gegenüber stehen werden. Im vergangenen Jahr gewannen die „Königlichen“ ihr Heimspiel gegen Schalke mit 3:1, seinerzeit gelang Tim Hoogland mit einem abgefälschten Schuss der Ehrentreffer.

Auch die Schalker hatten am vorletzten Wochenende mit extremen Ausschlägen in der öffentlichen Wahrnehmung zu tun, als sie das Revierderby bei Borussia Dortmund nach peinlicher Leistung mit 0:3 verloren hatten. Aber nach dem überzeugenden und vor allem engagierten Auftritt beim 3:1-Sieg über 1899 Hoffenheim am vergangenen Wochenende haben sich die Wogen wieder einigermaßen geglättet. Weshalb sogar vorsichtig gewisse Ambitionen artikuliert werden. „Die Ausgangssituation ist zwar nicht einfach, aber wir können es uns nicht erlauben, diese Reise als eine Kaffeefahrt anzusehen“, mahnt Horst Heldt zu einer möglichst seriösen Performance.

Bilder aus dem Hinspiel:

Bilder vom Champions League-Spiel Schalke 04 gegen Real

Dass nach dem 0:2 im Hinspiel vor drei Wochen tatsächlich noch Chancen auf einen Einzug ins Viertelfinale bestehen, glaubt indes so gut wie niemand in der Schalker Delegation. Die mitgereisten Fans waren dennoch guter Laune: Zum einen, da sie in Madrid mit 23 Grad und blauem Himmel eine wohltuende Dosis Frühling erwartete. Zum anderen, weil sie bezüglich des Ausgangs des Spiels keine falschen Illusionen haben. Und sollte es schließlich doch zum „Wunder von Madrid“ kommen, werden die Anhänger zu einer recht elitären Gruppe gehören, die sich bis ins hohe Greisenalter damit rühmen können, als Augenzeuge vor Ort gewesen zu sein.

Quelle: wa.de

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