Schalke-Chef Peters entschuldigt sich bei Boateng

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Kevin-Prince Boateng

GELSENKIRCHEN - Es war sicherlich kein leichter Gang für Peter Peters, als er sich am Donnerstag mit Kevin-Prince Boateng zu einem klärenden Gespräch traf.

Von Jens Greinke

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Boateng will auf Schalke Verantwortung übernehmen

Schalkes Finanzvorstand hatte sich einige Tage zuvor in einem Interview über die vermeintlichen Gründe des Wechsels von Boateng vom AC Mailand zum FC Schalke 04 geäußert und als eine der Hauptmotivationen auch rassistische Beschimpfungen genannt, die dem Profi mit dem ghanaischen Wurzeln in Italien entgegen geschlagen seien. Woraufhin sich der 26-Jährige, der vor zwei Wochen auf Schalke vorgestellt worden war, verärgert und enttäuscht gezeigt hatte. „Nur weil zehn Leute dumme Parolen schreien, verlasse ich doch nicht das Land und werfe dessen Bewohner alle in einen Topf. Ich möchte nochmals klarstellen: Italien ist kein rassistisches Land“, entkräftete Boateng die Aussagen von Peters jetzt – wohl auch, weil das Interview in Italien hohe Wellen geschlagen hatte.

Am Donnerstag nun trafen sich Peters und Boateng zur Aussprache – mit einem eindeutigen Resultat. „Peter Peters hat sich bei Kevin-Prince entschuldigt und gesagt, dass er einen großen Fehler gemacht habe“, berichtete Schalke-Manager Horst Heldt über die Zusammenkunft. Boateng habe die Entschuldigung angenommen. „Womit dieses Thema jetzt geklärt wäre“, so Heldt.

„Nach Rücksprache mit unserem Manager Horst Heldt hat sich meine Annahme als völlig falsch erwiesen. Er bestätigte mir, dass rassistische Vorfälle definitiv nicht der Grund für Kevins Wechsel zu Schalke 04 waren“, war Peters bereits am Montag auf der Internetseite der Königsblauen zitiert worden.

Kevin-Prince Boateng im AC-Trikot.

So schienen auf Schalke 48 Stunden vor dem wichtigen Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr) erst einmal alle internen Wogen geglättet – und auch Schalkes neuer Führungsspieler versöhnt. Boateng hatte bereits bei seinem Debüt gegen Bayer Leverkusen, der mit dem ersten Saisonsieg der Schalker geendet hatte (2:0), enorm viel Verantwortung auf dem Platz übernommen – weil er nach eigener Aussage zu einem reifen Fußballprofi herangewachsen ist. „Die Schublade mit dem Bad-Boy-Image ist für mich schon lange zu. Ich habe gelernt, mich auf den Job zu fokussieren und dabei andere Menschen zu respektieren“, sagte der in Berlin geborene Boateng dem „kicker“.

Diesen Respekt bekam als erster Boatengs neuer Mannschaftskamerad Julian Draxler zu spüren. Das Schalker Riesen-Talent, das wie Boateng Ansprüche auf die Spielmacherrolle anmeldet, wird von Boateng nach eigener Aussage „bewundert“: „Julian ist auf dieser Position der Beste der Welt in seinem Alter. Dass er die Rückennummer 10 trägt, ist für mich kein Problem“, sagte Boateng über den 19-Jährigen, mit dem er sich nach eigener Aussage auf der Spielmacher-Position abwechseln will: „Ich habe mit ihm darüber gesprochen und gesagt, dass wir immer wieder rochieren können. Ich habe kein Problem, auf die Außenbahn auszuweichen“, so Boateng.

Quelle: wa.de

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