Playoff-Hinspiel gegen PAOK Saloniki

Polizei wehrt sich nach Kritik an Einsatz in Nordkurve

Gelsenkirchen - Horst Heldt konnte seine Empörung nicht verbergen. „Wegen einer Fahne?“, fragte Schalkes Manager mit einiger Fassungslosigkeit nach, als er über die Hintergründe des massiven Polizeieinsatzes in der Veltins-Arena während des Spiels gegen PAOK Saloniki informiert wurde.

„Heißt das dann, wenn unsere Fans eine Fahne von Eintracht Braunschweig mit nach Hannover bringen, dass dann auch 200 Polizisten in der Kurve stehen?“, so Heldt weiter.

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Der massive Polizeieinsatz am Mittwochabend in der Schalker Arena sorgte für mindestens so großen Wirbel wie das dürftige 1:1 der Knappen gegen Saloniki. Kurz nach dem Ausgleichstreffer war eine Hundertschaft Beamter in die Nordkurve gestürmt, um eine mazedonische Fahne zu konfiszieren. Die Polizei wollte nach eigenen Angaben durch diese Maßnahme Schlimmeres verhindern. „Die griechischen Fans fühlten sich so beleidigt, dass sie bereit waren, mit allen 2500 Mann in den Schalker Block zu gelangen“, sagte Direktionsleiter Klaus Noske: „Wir mussten jederzeit damit rechnen, dass sie den Platz stürmen. Nach Einschätzung des Polizeiführers hätte es dabei zu schweren und auch tödlichen Verletzungen kommen können.“

Zwischen Griechenland und dem seit 1991 unabhängigen Mazedonien gibt es besonders wegen des Namens „Mazedonien“ Spannungen. Athen sieht darin mögliche Gebietsansprüche auf den zu Griechenland gehörenden Teil der Region Makedonien. Weshalb die Polizei schließlich von „volksverhetzender Tatbestände“ sprach und Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzte. Woraufhin die Situation eskalierte. 30 Personen mussten vom Sanitätsdienst mit Augenspülungen versorgt werden, auch ein Sanitäter wurde verletzt. Eine Viertelstunde dauerten die massiven Auseinandersetzungen zwischen den durch den Einsatz aufgewiegelten Fans und den Polizeikräften, die nach Angaben der Einsatzleitung mit „Schlägen, Tritten, Stichen mit Fahnenstangen und Becherwürfen“ malträtiert wurden. Der Polizeieinsatz in der Schlussphase des Spiels sorgte auch dafür, dass die Stimmung in der Arena schlagartig abkühlte.

Die Schalker Vereinsführung distanzierte sich mit klaren Worten vom Vorgehen der Polizei und sprach von einem „völlig unverhältnismäßigen Einsatz“ (Geschäftsführer Peter Peters). Zumal die besagte mazedonische Fahne nach Angaben der Schalker Ultras „öfters in der Arena hängt“, da die Schalker eine Fanfreundschaft zu Anhänger des mazedonischen Klubs Vardar Skopje unterhalten. Außerdem sei ein Polizeieinsatz im Block der Saloniki-Fans nach Ansicht von Horst Heldt angemessen gewesen, „weil dort andauernd Böller hochgingen und Bengalos entzündet wurden“.

Lesen Sie hier die komplette Stellungnahme der Polizei

Die Polizei verteidigte ihr Vorgehen letztlich noch einmal damit, dass nach Angaben von szenekundigen griechischen Beamten die mehr als 2000 griechischen Fans nach Bemerken der Fahne mit einem Platzsturm gedroht hätten. Die Schalker rechnen nicht mit einer Strafe der Uefa, da die Aggressionen ihrer Ansicht nach von Seiten der Gästefans ausgegangen seien. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir mit Sanktionen rechnen müssen“, sagte Peter Peters. - gre

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © Foto: dpa

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