Schalke nach Madrid-Pleite arg verbeult nach München

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GELSENKIRCHEN - Nach der 1:6-Pleite gegen Madrid geht es für die Schalker zum nächsten Spitzenteam. Samstag treffen die Königsblauen auf den Fifa-Klub-Weltmeister Bayern München. Verzichten müssen sie dabei auf Innenverteidiger Santana, der sich gegen Madrid einen Muskelfaserriss zuzog.

Von Jens Greinke 

Benedikt Höwedes kam mit einer kapitalen Beule über dem rechten Auge aus der Kabine. Schalkes Kapitän sah aus, als sei er von einem Bus gestreift worden. Und auch seelisch hatte der 26-Jährige offenbar die ein oder andere Verletzung davon getragen. „Das war eine bittere Erfahrung für uns“, sagte Höwedes. Während beispielsweise Madrids Pepe ganz ungezwungen und gut gelaunt mitten im Interview mit spanischen Journalisten Glückwunsch-Telefonate entgegen nahm („Oh, muchas gracias!“), drängten die meisten der Schalker Spieler wortlos und eilig durch die Mixed Zone.

Den meisten stand nach dem 1:6 (0:2)-Debakel gegen Real Madrid nicht der Sinn nach Erklärungen und Analysen. Die höchste Heimniederlage im Europapokal der Vereinsgeschichte hatte bei vielen ihre Spuren hinterlassen. Auch wenn Höwedes nachdrücklich darauf hinwies: „Wir müssen das vernünftig einschätzen.“ Mit „das“ meinte Schalkes Kapitän den Gala-Auftritt der Königlichen aus Madrid, die ausgerechnet in der mit Erwartungen voll gestopften Schalker Arena eine ihrer besten Saisonleistungen geboten hatte. Und die mit Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Karim Benzema über das derzeit sicherlich gefährliches Angreifer-Trio auf diesem Planeten verfügen – wenn sie so spielen wie am Mittwoch.

Schalke verliert 1:6 gegen Real Madrid

Trainer Jens Keller zum Spiel gegen Bayern München:

Den Mannschaftsbus ins Tor stellen

„So ein Bale kostet ja nicht umsonst 100 Millionen“, sagte Schalkes Manager Horst Heldt, der fasziniert auch das Spiel von „CR7“ verfolgte. Dessen Treffer zum 0:3 (52.) war ein Prototyp eines Ronaldo-Treffers. Der Weltfußballer narrte den bemitleidenswerten Joel Matip in seiner unnachahmlicher Weise und hämmerte den Ball aus spitzen Winkel ins Netz. „So ein achtfacher Übersteiger ist in einer 1:1-Situation nicht zu verteidigen“, sagte Heldt fatalistisch. Exakt wie ein Buchhalter hatte Schalkes Manager die Dauer der Schalker Hoffnungsphase vermerkt. „Die ersten zwölf Minuten“ habe die Schalker Mannschaft „mehr als ordentlich gespielt, berauscht von der Unterstützung des Publikums“. Dann hatte Benzema zur Führung getroffen, Vorarbeit durch Bale und Ronaldo. Die drei teilten sich den Kuchen geradezu brüderlich auf, jeder traf zwei Mal. Und hätte Schalke-Keeper Ralf Fährmann nicht die ein oder andere Glanzparade gezeigt, so hätte das Ergebnis durchaus zweistellig ausfallen können.

Selbst wenn alles bei den Schalkern gepasst hätte, wären sie an diesem Abend wohl ohne Chance geblieben. „Wir haben gegen eine Übermacht gespielt“, sagte Kevin-Prince Boateng, der in der 59. Minute wegen eines „kleines Zwickens“ im Oberschenkel den Platz verlassen hatte. Weshalb Julian Draxler, der eigentlich für die Auswechslung vorgesehen war, auf dem Platz bleiben musste. Sein Einsatz von Beginn an war die vielleicht schlechteste Idee an diesem Abend, da er nach seiner langen Verletzungspause von seiner Normalform noch weit entfernt scheint. Draxler fehlte die Frische und Schnelligkeit, zudem unterlief ihm die ein oder andere ungewohnte Nachlässigkeit.

Wichtig wird für die Schalker nun sein, wie sie das Debakel gegen Real verarbeiten. Im Rückspiel am 18. März in Madrid geht es nur noch darum, sich „vernünftig aus der Champions League zu verabschieden“, wie Schalkes Torschütze Klaas-Jan Huntelaar (90.+1) meinte. In der Bundesliga hingegen geht es weiterhin um viel. Und wie es das Schicksal so will, müssen die Schalker nun ausgerechnet ihre nächste Partie bei einer Mannschaft absolvieren, die sogar noch höher gehandelt wird als Real: bei Bayern München (Samstag, 18.30 Uhr). Manager Horst Heldt sagt: „Wir müssen sehen, dass wir in der Bundesliga gegen eine noch bessere Mannschaft nicht so auftreten wie heute.“

Santana verletzt

Schalke 04 beklagt nach dem 1:6 gegen Real Madrid weitere Verletzte. Innenverteidiger Felipe Santana zog sich im Achtelfinal-Hinspiel einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und fällt nach Angaben von Manager Horst Heldt „mehrere Wochen“ aus. Entwarnung gab es bei Linksverteidiger Sead Kolasinac. Der Bosnier erlitt nur eine Kieferprellung und nicht wie zunächst befürchet einen Bruch. „Ihm brummt der Kopf“, sagte Heldt. Auch Mittelfeldspieler Roman Neustädter, der über Knieprobleme geklagt hatte, erwischte es nicht so schlimm. „Wir gehen davon aus, dass es geht“, sagte Trainer Jens Keller mit Blick auf das Bundesligaspiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) beim Triple-Gewinner Bayern München.

Quelle: wa.de

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