Bekenntnis von Heldt: Trainer ist unantastbar

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Der Schalker Trainer Roberto Di Matteo bekommt vom Manager Horst Heldt Rückendeckung.

Harsewinkel - Abgeschottet von der Öffentlichkeit, fern von fremden Einflüssen will der kriselnde Fußball-Bundesligist Schalke 04 seine verkorkste Saison doch noch retten. Der Gang ins Kloster birgt die letzte Hoffnung.

Seit Montag trainiert das Team von Roberto Di Matteo im Hotel Klosterpforte im beschaulichen Harsewinkel. Trainiert wird hinter verschlossenen Türen, frühestens am Mittwoch wird sich Sportvorstand Horst Heldt vor den Kameras äußern.

Am Samstag, einen Tag nach dem 0:2 beim FSV Mainz 05, hatte Heldt verkündet, ins viertägige Trainingslager ins Kloster zu fahren. Dort waren die Gelsenkirchener zuletzt vor vier Jahren gewesen - damals noch unter Trainer Felix Magath. "Das ist keine Wohlfühloase.

Wichtig ist, dass ein Gemeinschaftsgefühl entsteht", sagte Heldt. Die Nachricht ist unmissverständlich: Mit der Komfortzone Schalke 04 soll es endgültig vorbei sein. Deshalb kündigte Heldt im Gespräch mit der WAZ an, seinen zuletzt erfolglosen Profis die Prämien zu streichen.

Die Zahlen sind alarmierend. Seit sechs Spielen ist Schalke ohne Sieg, die fest eingeplante Champions League ist längst verspielt, und angesichts des minimalen Vorsprungs auf die Verfolger 1899 Hoffenheim (zwei Punkte zurück) und Borussia Dortmund (drei) ist sogar die Europa League in Gefahr.

Und um das Minimalziel doch zu erreichen, zählt am Samstag (15.30 Uhr auf Sky) gegen den Abstiegskandidaten VfB Stuttgart nur ein Sieg. Heldt nimmt ausdrücklich die Mannschaft in der Pflicht, der Trainer ist unantastbar. Dabei hat Di Matteo, der von Heldt vor einem halben Jahr als Nachfolger des ungeliebten Jens Keller geholt wurde, bislang kaum etwas erreicht.

Unter dem vermeintlichen Heilsbringer hat Schalke 16 Punkte weniger auf dem Konto als am 30. Spieltag des Vorjahres unter Keller. Das Offensivspiel lahmt, Klaas-Jan Huntelaar ist seit 1188 Minuten torlos, Eric Maxim Choupo-Moting hat die gesamte Rückrunde noch nicht getroffen.

Und in der Defensive, eigentlich ja die große Stärke Di Matteos, klaffen plötzlich große Lücken. Trotzdem: "Roberto Di Matteo wird auch in Zukunft natürlich unser Trainer bleiben.

Wir haben mit ihm bei Schalke ein Projekt gestartet, wir wollen hier langfristig etwas aufbauen," sagte Heldt der Sport Bild. In Fachkreisen steht der Sportchef in der Kritik.

"Substanzlos daherquatschen kommt bei keinem Fußballer gut an. Auch das Streichen des trainingsfreien Tages oder die Fahrt ins Trainingslager ist für mich purer Aktionismus", schrieb Thomas Berthold, Weltmeister von 1990, in seiner Sport1-Kolumne.

Der ehemalige Schalker Torhüter Timo Hildebrand wunderte sich über die "unterschiedliche" Beurteilung der beiden Trainer.

"Der eine (Jens Keller) spielt die beste Rückrunde aller Zeiten. Der andere (Di Matteo) die schlechteste seit 15 Jahren", schrieb Hildebrand bei Facebook: "Keller wurde bei jeder Kleinigkeit kritisiert, Di Matteo steht überhaupt nicht in der Diskussion. Wieso ist das der Fall?" - sid

Quelle: wa.de

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