"Verlängerter Arm"

Buhlen um den Kapitän: Di Matteo plant mit Höwedes

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Benedikt Höwedes

Gelsenkirchen - In dieser Woche zeigte sich Roberto Di Matteo von seiner charmantesten Seite, als er auf seinen Kapitän angesprochen wurde. Auf die Bitte hin, die Bedeutung von Benedikt Höwedes für die Schalker Mannschaft zu beschreiben, fiel das Süßholz in ganz großen Spänen zu Boden.

Von Jens Greinke

„Ich habe einen sehr guten Draht zu ihm, er ist mein verlängerter Arm auf dem Platz“, sagte Schalkes Trainer: „Es freut mich jeden Tag, mit einem solch’ professionellen Spieler zusammen zu arbeiten.“ Und: „Er ist seit 13 Jahren im Verein, er verkörpert Schalke.“

Mehr Wertschätzung kann ein Trainer einem Spieler kaum entgegen bringen.

Wie viele andere im Verein befürchtet auch Di Matteo, dass Höwedes im Sommer den Verein verlassen wird. Der 27-jährige Weltmeister, dessen Vertrag noch bis 2017 läuft, hatte bereits im Januar im Interview mit unserer Zeitung gesagt, dass er auf alle Fälle ins Ausland wechselt will. „Ich bin dem Verein für alles dankbar, ich spiele unheimlich gern für Schalke. Ich suche aber auch sicher irgendwann eine neue Aufgabe. Für mich ist es wichtig, einen neue Kultur und eine neue Sprache kennen zu lernen“, hatte Höwedes geäußert. Nun fragen sie sich auf Schalke, wann dieses „irgendwann“ kommen wird.

„Er hat eine Ausstiegsklausel und das Recht, davon Gebrauch zu machen“, bestätigt Horst Heldt. Allerdings hat der Schalker Manager nach den bisherigen Gesprächen mit Höwedes und seinem Beraterteam eine gutes Gefühl: „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass ein Wechsel priorisiert wird. Ganz im Gegenteil: Man kann es sich gut vorstellen, dass er bleibt.“

Doch wie immer im Profi-Fußball spielen finanzielle Aspekte eine große Rolle. In diesem Sommer könnte Schalke durch einen Transfer noch eine ansehnliche Ablösesumme von angeblich rund 18 Millionen Euro kassieren, falls der gebürtige Halterner die Ausstiegsklausel zieht. Laut Informationen der „Bild“ soll die festgeschriebene Ablösesumme auf 12,5 Millionen Euro sinken, falls sich Höwedes erst 2016 für einen Wechsel entscheidet. Angesichts der Tatsache, dass die Schalker die erneute Teilnahme an der Champions League verpasst haben, ein nicht zu vernachlässigender Umstand.

Fest steht, dass es bald eine Entscheidung in der Personalie Höwedes geben wird. „Es gibt ein Datum, bis wann die Ausstiegsklausel gezogen werden kann“, verrät Heldt: „Und es ist so gelegt, dass der Spieler Zeit hat. Und dass der Verein reichlich Zeit hat, darauf zu reagieren.“ Das Transferfenster im Sommer schließt sich am 31. August, so dass davon auszugehen ist, dass Höwedes bis spätestens Ende Juni von der Klausel Gebrauch machen muss.

Roberto Di Matteo jedenfalls plant weiter mit Höwedes. Und zwar auf dessen präferierter Position als Innenverteidiger. „Dass Bene zuletzt als Außenverteidiger gespielt hat, war eine Notlösung“, sagt der Schalker Coach mit Hinblick auf das enorme Verletzungspech in seinem Kader.

Am Freitagabend im Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 (20.30 Uhr) wird Höwedes aber aller Voraussicht nach noch einmal als Außenverteidiger ran müssen, da durch die Verletzung von Atsuto Uchida hier weiter eine große Lücke klafft.

Quelle: wa.de

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