Vor dem Bayern-Spiel

Trainer Keller hat nach wie vor Spaß auf Schalke

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Jens Keller: "Die Arbeit macht nach wie vor Spaß."

GELSENKIRCHEN - Es war „eine sehr persönliche Frage“, die einen Tag vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern München an den Schalker Trainer gerichtet wurde. Wie gerne Jens Keller denn jeden Morgen noch zur Arbeit gehen würde, wurde er auf der Pressekonferenz gefragt.

Von Jens Greinke

Der 43-Jährige musste nach der Frage kurz schmunzeln und sagte: „Die Arbeit macht mir nach wie vor großen Spaß, ich erledige meinem Job jeden Tag hoch motiviert.“

Keller ist es mittlerweile gewohnt, solche Fragen zu beantworten. Der gebürtige Schwabe erweckt auch 20 Monate nach seiner Einstellung als Cheftrainer des FC Schalke 04 den Eindruck, als wäre der Job eine große Last, wenn nicht gar Bürde. Ein Eindruck, der ebenso täuscht, wie Kellers Physiognomie, die in der vergangenen Saison schon zu solchen Schlagzeilen wie „Das Gesicht der Krise“ geführt hat. Und so ist es auch nun quasi ein Reflex, wenn nach dem bislang völlig verkorksten Saisonstart Kellers Motivation in Frage gestellt wird. Eine ebenso fragwürdige Schlussfolgerung wie aus dem Gesichtsausdruck auf den Charakter eines Menschen zu schließen. Erst recht, wenn man sah, mit welcher Leidenschaft Keller in dieser Woche das Training geleitet hat.

Weniger fragwürdig ist allerdings der Umstand, dass die Schalker aktuell in eine formidable Startkrise schlittern. Während Keller zuletzt immer wieder die zurückliegende Rückrunde pries, die ja bekanntlich zur besten der Schalker Vereinsgeschichte geworden war, so muss er sich mit dem Umstand anfreunden, dass der Klub vor einem der schlechtesten Saisonstarts der Vereins-Historie steht. Dem Erstrunden-Aus im DFB-Pokal beim Drittligisten Dynamo Dresden folgte die 1:2-Auftaktpleite beim Hannover 96. Und heute kommt ausgerechnet der FC Bayern München in die Schalker Arena (18.30 Uhr), eine Mannschaft, gegen die die Schalker die letzten sieben Meisterschaftsspiele verloren haben.

Sowohl Keller als auch Manager Horst Heldt scheint im Vorhinein klar zu sein, dass es in dieser Partie sehr schwer fallen dürfte, das Ruder auf Schalke herumzureißen und auf Erfolgskurs zu segeln. Heldt betont zwar, „dass wir auch in dieser Partie etwas holen wollen“. Gleichzeitig wiederholt der Manager aber gebetsmühlenartig, dass ihm vor allem das Erscheinungsbild der Mannschaft wichtig sein wird: „Ich will sehen, dass sich die Spieler wehren. Wir müssen fehlerfrei und mutig agieren. Ich erwarte, dass jeder einzelne versucht, seine Leistung abzurufen.“

Nicht zum Team gehören wird wohl Kevin-Prince Boateng, der zuletzt am heftigsten im Kreuzfeuer der Kritik gestanden hatte. Schalkes Starspieler hatte die gesamte Woche über wegen einer Entzündung im Sprunggelenk nicht am Training teilnehmen können. Ebenfalls fraglich ist der Einsatz von Torjäger Klaas-Jan Huntelaar, der wegen eines grippalen Infekts ebenfalls im Training gefehlt hatte.

Quelle: wa.de

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