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Schalkes Ex-Trainer mit knallharten Worten: „Blick für die Realität verloren“

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Von: Daniel Großert

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Obwohl er sich mit Schalke 04 für Europa qualifizierte, wurde er als Trainer entlassen. Für die Entwicklung beim Ex-Klub findet er knallharte Worte.

Hamm - Für André Breitenreiter läuft es momentan richtig gut: Mit dem FC Zürich steht der ehemalige Trainer des FC Schalke 04 an der Spitze der Schweizer Super League - vor den eigentlich dominierenden Klubs aus Basel und Bern. Dass er vor seiner Aufgabe im deutschen Nachbarland lange ohne Job war, macht er auch an seinem Ex-Klub fest. Für seine Zeit in Gelsenkirchen findet er knallharte Worte.

VereinFC Schalke 04
TrainerDimitrios Grammozis
Gründung4. Mai 1904, Gelsenkirchen

Schalke: Ex-Trainer mit knallharten Worten - „Blick für die Realität verloren“

„Durch die Schalke-Zeit ist vielleicht ein schlechtes Image entstanden, warum auch immer“, sagte André Breitenreiter im Interview mit der Sport Bild. Für den 48-Jährigen kann das ein Grund sein, warum er nach seiner Entlassung 2019 bei Hannover 96 rund zweieinhalb Jahre keinen Trainerposten mehr hatte - abgesehen davon, dass er sich wegen des Todes seiner Mutter „bewusst eine längere Auszeit genommen“ habe.

Wenn Breitenreiter auf seine Zeit beim FC Schalke zurückblickt, kann er einen gewissen Groll nicht verbergen. Er habe „Missstände angesprochen“, was für ihn „zum Bumerang geworden“ sei. Der beste Saisonstart seit 45 Jahren, den der Trainer mit der damaligen Mannschaft um Leon Goretzka, Leroy Sané und Joel Matip hinlegte, habe zu einer überzogenen Erwartungshaltung geführt. „Man verlor intern den Blick für die Realität“, so die harte Einschätzung von Breitenreiter.

Es sei im Verein „um Eitelkeiten und um Politik, die im Hintergrund gemacht wurde“, gegangen. „Ich wusste, dass Schalke ein großer Verein ist. Aber dass politische Strömungen einen so großen Einfluss nehmen würden, das vermutete ich in dieser Heftigkeit nicht“, sagte André Breitenreiter. Obwohl er und der damalige Sportvorstand Horst Heldt „alleine gelassen“ worden seien, hätten sie ihren Job „in einer Extremsituation richtig gut“ gemacht.

Schalke: Heidel schmiss Breitenreiter am Telefon raus

Am Ende der Saison 2015/16 wurde der FC Schalke, der zuletzt beim Zweitliga-Spiel in Bremen einen äußerst zweifelhaften Elfmeter in der Nachspielzeit hinnehmen musste, in der Bundesliga Fünfter und qualifizierte sich für die Europa League. Daher gab es aus Breitenreiters Sicht „keinen sportlichen Grund, eine Veränderung vorzunehmen“. Doch es kam anders: Der vom damaligen Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies geholte neue Manager Christian Heidel setzte Breitenreiter vor die Tür und verpflichtete Markus Weinzierl als neuen Trainer.

Andre Breitenreiter und Domenico Tedesco begrüßen sich vor dem Spiel Hannover 96 - FC Schalke 04.
Ex-Schalke-Trainer Andre Breitenreiter (l.) blickt mit harten Worten auf seinen ehemaligen Verein. © Peter Steffen/dpa

Laut Breitenreiter deutete daraufhin aber zunächst gar nichts hin: Bei einem Treffen in Düsseldorf hätten er und Heidel gemeinsam „die Zukunft des Vereins“ besprochen - darüber, wie Schalke 04 „den nächsten Schritt“ machen könnte. Danach habe der neue Sportvorstand ihm das Gefühl gegeben „dass er richtig Lust auf eine Zusammenarbeit mit mir auf Schalke hat“, schilderte Breitenreiter. Nur wenige Wochen später habe Heidel ihm offenbart, dass er einen Neuanfang ohne ihn starten wolle - am Telefon.

Andre Breitenreiter habe auch auf Schalke gelernt, „dass es nicht immer um Leistungen und Erfolge geht“. „Erfolgreiche Trainerarbeit steht bei Verpflichtungen nicht immer im Vordergrund“, sagte der 48-Jährige der Sport Bild.

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