Der Musterschüler 

S04-Trainer Breitenreiter über Leon Goretzka: „Ein großartiger Spieler“

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Gelsenkirchen - Als Schalke-Trainer André Breitenreiter auf der Pressekonferenz geradezu eine Eloge auf Leon Goretzka anstimmte, saß der 20-Jährige daneben und versuchte, einen möglichst unbeteiligten Eindruck zu hinterlassen. Doch trotz dieses Pokergesichtes dürften Breitenreiters Worte auf Goretzka die gleiche euphorische Wirkung gehabt haben, wie ein Einser-Abitur auf einen ehrgeizigen Schüler.

„Er ist ein großartiger Spieler“, schloss Breitenreiter seine Lobrede auf den gebürtigen Bochumer, der in dieser Saison endgültig angekommen scheint auf Schalke. „Leon war am Anfang sehr zurückhaltend und hatte kein Vertrauen mehr in seinen Körper“, erinnert sich Breitenreiter, der im Sommer den Job als Schalker Cheftrainer angenommen hatte. „Ich musste ihn damals mehrmals zur Seite nehmen und ihm gut zureden“, so der 42-Jährige. Ursache für die Verunsicherung Goretzkas, der im Sommer 2013 vom VfL Bochum nach Schalke gewechselt war, war ein Muskelbündelriss im hinteren Oberschenkel, durch den er die komplette Hinrunde der vergangenen Saison verpasst hatte. Erst im Winter-Trainingslager in Doha stieg Goretzka peu a peu wieder ins Training ein und feierte schließlich am 24. Spieltag gegen Hoffenheim sein Comeback. War die Verletzung zu diesem Zeitpunkt physisch verheilt, waren die Nachwirkungen psychisch noch lange nicht im Griff. 

„Ich habe immer gedacht, was ist, wenn ich jetzt in den nächsten Sprint gehe“, erzählt Goretzka, der zu diesem Zeitpunkt das Vertrauen in die Stabilität und Belastungsfähigkeit seines Körpers noch nicht wieder gefunden hatte. Doch diese Phase hat er nun – auch mit Hilfe von Breitenreiter – überwunden. 

Wer ihn derzeit spielen sieht, kann sich eigentlich nicht vorstellen, dass Goretzka vor noch nicht allzu langer Zeit mit einem flauen Gefühl auf den Platz gegangen ist: Sein Zweikampfverhalten hat laut Breitenreiter „eine enorme Entwicklung“ genommen. Zudem sei Goretzka im Zentrum des Schalker Spiels mittlerweile „nicht mehr wegzudenken“. Weshalb Breitenreiter auch davon überzeugt ist, dass der 20-Jährige den Sprung zurück in die A-Nationalelf schaffen wird. „Vielleicht schon zur EM 2016“, so der Schalker Coach. 

Bereits am Donnerstag im Europa-League-Heimspiel gegen APOEL Nikosia (19 Uhr/live auf Sport 1) wird Goretzka seine internationale Erfahrung ausbauen können. Gegen die Zyprioten wollen die Schalker ihre Serie von sieben sieglosen Spielen in Folge endlich beenden. „Wir wollen uns Selbstvertrauen holen für die nächsten Spiele und die Gruppenphase überstehen“, sagt Breitenreiter, der auf Kapitän Benedikt Höwedes (Achillessehnen-Probleme) verzichten wird.

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Quelle: wa.de

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