Schalker Personalnot in Doha

Fährmann-Ersatz Giefer freut sich auf seine Chance

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Fabian Giefer

DOHA - Horst Heldt konnte in den vergangenen Tagen nur schwer verheimlichen, dass er unter einer enormen Anspannung stand. Schalkes Manager wirkte oft schlecht gelaunt, beizeiten mürrisch. Verwundern musste dies nicht.

Aus dem Trainingslager in Doha berichtet Jens Greinke

Von den bislang vier Trainingslagern, die der FC Schalke 04 bislang in Doha abgehalten hat, war dieses das „katarstrophalste“. Der Verletztenstand betrug zwei Tage vor dem Abflug in die Heimat neun Spieler, in Doha waren drei neue Verletzte dazu gekommen, die vorzeitig die Heimreise antreten mussten. Neben dem Jugendspieler Maurice Multhaup (Einblutung im Oberschenkel) schmerzten die Schalker vor allem die Ausfälle von Stamm-Keeper Ralf Fährmann und Dennis Aogo (Muskelfaserriss).

In dieser ganzen unerfreulichen Gemengelage war es am Mittwoch schon eine einigermaßen gute Nachricht, dass der Kniespezialist Prof. Dr. Michael Strobel die erste Diagnose, die bei Fährmann gestellt wurde, bestätigte: Der 26-Jährige zog sich lediglich eine Kreuzbandzerrung zu, die keine Operation erforderlich macht und konservativ behandelt werden kann. „Wir müssen den zeitlichen Rahmen nicht nach hinten korrigieren“, sagte Heldt und wirkte dabei einigermaßen erleichtert. Sechs Wochen wird Fährmann jedoch auf alle Fälle fehlen. Und somit auf alle Fälle die wichtige erste Rückrunden-Woche verpassen, in der die Blauweißen gegen Hannover 96, bei Bayern München und gegen Borussia Mönchengladbach antreten müssen.

Eindrücke vom Trainingslager in Doha:

FC Schalke 04 im Trainingslager in Doha

In die Bresche springen wird für Fährmann Fabian Giefer, der zumindest abseits des Platzes keine Nervosität oder Nervenschwäche zeigt. Ganz im Gegenteil: „Ich freue mich auf diese Woche“, sagt der ehemalige Düsseldorfer, der bislang kein einziges Pflichtspiel für die Schalker absolviert hat. Für den 24-Jährigen kein Problem: „Ich sehe da keinerlei Schwierigkeiten. Ich will auf einem Toplevel in die Saison starten.“

Giefer ist ebenso ehrgeizig wie selbstbewusst. Als er mit Horst Heldt Mitte 2013 seinen Wechsel einfädelte, tat er dies in der Hoffnung, als Nummer eins nach Gelsenkirchen zu kommen. Danach musste Giefer mitverfolgen, dass sie Ralf Fährmann als Stammkeeper im Schalker Tor etablierte – ohne selbst eingreifen zu könne. Als er im Sommer 2014 nach Schalke kam, blieb so erst einmal der Platz auf der Bank. „Die Situation hat sich geändert. Aber manche Dinge kann man eben nicht verändern“, sagt Giefer: „Das einzige, das man tun kann, ist zu versuchen, mit Leistung einiges zu steuern.“

Fährmanns Position wird Giefer anerkennen

Fährmanns Position als Nummer eins wird Giefer anerkennen: „Das ist jetzt erst einmal der Status Quo.“ Die restliche Zeit der Vorbereitung will Giefer intensiv dazu nutzen, körperlich in Form zu kommen. Wegen einer Adduktorenverletzung war er erst Mitte November 2014 wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. „Ich habe noch etwas Zeit. Im Training holt man sich alles, was man braucht“, glaubt Giefer.

Weitere Spielpraxis wird er am Donnerstag erhalten, wenn die Schalker ihr zweites Testspiel gegen den sudanesischen Klub Ak Merrikh (14 Uhr MEZ) bestreiten. Eine gute Leistung nicht nur von Giefer würde auch die Stimung von Horst Heldt weiter aufhellen.

Quelle: wa.de

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