Schalke auf der Suche nach der Bundesliga-Form

Horst Heldt: Sekpsis vor dem Bundesligastart.

GELSENKIRCHEN - Es war ein erster herber Dämpfer in einer Zeit, in der die komplette Harmonie ausgebrochen war. Das 2:0 des FC Schalke 04 beim Oberligisten FC Nöttingen in der ersten Runde des DFB-Pokals hatte so gar nichts damit zu tun, wie sich die Schalker in der Vorbereitungsphase auf diese Saison präsentiert hatten.

Von Jörg Strohschein

Trainer Jens Keller nutzte nach der Partie die bis vor kurzem noch unvorstellbaren Begriffe wie Arroganz sowie Überheblichkeit und nannte die Partie „einen Dämpfer zur richtigen Zeit“.

Immerhin war der 42-Jährige auch der einzige, der in den Tagen zuvor immer wieder darauf hingewiesen hatte, dass der wahre Charakter der Mannschaft sowie der der einzelnen Spieler erst dann zum Vorschein treten werde, wenn die ersten Pflichtaufgaben anstünden. Und Keller, der erst gut acht Monate im Amt ist, scheint sein Team bereits gut zu kennen. Seine Warnungen waren offenbar kein mutloses Pfeifen im Walde. Es ist nicht so, dass nun sämtliche Eigenschaften der Spieler infrage gestellt werden müssten. Allerdings hatten viele Schalker Profis in den vergangenen Sommerwochen stets selbst betont, dass der interne Konkurrenzkampf deutlich angefacht werden müsste. Kapitän Benedikt Höwedes hatte die Verbreiterung des Kaders im Vorfeld sogar explizit gefordert.

Das Resultat in Nöttingen zeugte bis auf das Ergebnis allerdings nicht von einem Fortschritt. Mit den Neuzugängen Adam Szalai, Christian Clemens, Leon Goretzka und Felipe Santana ist ein Schritt in die richtige Richtung von Manager Horst Heldt getan worden. Doch nun zeigt sich bereits, dass diese Spieler noch eine Eingewöhnungszeit benötigen und sich noch an den Klub und das neue Gefüge gewöhnen müssen. „Ich glaube schon, dass wir besser aufgestellt sind als im vergangenen Jahr und dass wir durch unsere Neuzugänge Qualität und eine enorm gute Mentalität dazugewonnen haben. Das ist aber alles noch Gefühlssache“, sagt Heldt und glaubt auch, dass die Mannschaft aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt habe.

Zuletzt war von den Spielern immer wieder zu hören, dass sie in der kommenden Spielzeit alle an einem Strang ziehen müssten. Diese Aussagen kamen den branchenüblichen Plattitüden zwar sehr nahe, hatten aber im Fall der Schalker einen tieferen Hintergrund. Was zu den sportlichen und wohl auch partiell zwischenmenschlichen Untiefen in der abgelaufenen Spielzeit geführt hatte, wollte zwar niemand genauer benennen. Dass diese existiert haben, ist allerdings unbestritten. Und so steuern die Schalker auf ein Übergangsjahr zu, dem die Mehrheit mit einem guten Gefühl entgegensieht – das aber nicht nur wegen des Auftritts in Nöttingen noch viele Fragen offenlässt. „Wir müssen schauen, dass wir in dieser Saison konstanter auftreten“, fordert Mittelfeldspieler Jermaine Jones. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Quelle: wa.de

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