Kampf um die Klasse

Schalke steht vor größter Reife-Prüfung seit Langem

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Für Schalke stehen im Bundesliga-Endspurt immens wichtige Wochen an.

Schalke fehlen im Duell mit direkten Konkurrenten im Kampf um die Klasse die Nerven. In den kommenden Wochen muss Königsblau beweisen, die Reife für die Bundesliga zu haben.

Gelsenkirchen – Die Antwort fiel Guido Burgstaller nicht sonderlich leicht. Dennoch redete der Österreicher nicht um den heißen Brei herum. „Ja“, entgegnete der Stürmer von Schalke 04 kurz und knapp auf die Frage, ob der abgestürzte Vize-Meister Glück habe, dass Mannschaften wie Hannover, Nürnberg oder Stuttgart noch weniger punkten. Ansonsten wäre es tatsächlich nicht ausgeschlossen, dass die Knappen mit Vollgas in einem noch höheren Gang auf die Voll-Katastrophe zusteuern und den Karren gänzlich vor die Wand krachen lassen würden.

Auch wenn der Vorsprung auf den VfB durch dessen Niederlage gegen Leverkusen auf Relegationsplatz 16 auf sechs Zähler „gewachsen“ ist: Schalke kämpft weiterhin ums sportliche Überleben – und präsentiert sich dabei wie ein Absteiger. Das glückliche 1:1 am Freitagabend beim noch mehr gefährdeten 1. FC Nürnberg brachte die bittere Erkenntnis: Ein Großteil der Königsblauen ist diesem ohne Frage immensen Druck nicht gewachsen.

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In einem Duell gegen einen direkten Konkurrenten, in dem die drei Punkte hätten besonders viel Wert sein können, glich die Darbietung einem Total-Ausfall: keine Leidenschaft. Kein Charakter. Kaum Gegenwehr. Dafür Angst. Sehr viel Angst. Zu viel, um Herr der prekären Lage zu werden.

Schalke phasenweise ohne Bundesliga-Reife

Gegen den Club waren die Knappen klar das schlechtere Team. „Es hat mit Mentalität, mit Laufen zu tun, damit wir schnell am Mann sind“, meinte ein frustrierter Burgstaller: „Die können den Ball verwalten und vorschieben, wir waren immer weit weg. So kann es nicht gehen.“ Auch wenn der 29-Jährige auf dem Platz derzeit auch nicht in bester Verfassung ist. Er ist einer der ganz wenigen, die Tacheles reden. Ob Schalke eine Bundesliga reife Mannschaft sei? „So, wie wir uns in der ersten Halbzeit präsentiert haben, auf gar keinen Fall“, sagte der Angreifer ehrlich. Und hatte damit recht.

Remis im Kellerduell – Schalke nur 1:1 in Nürnberg

Es offenbart sich immer mehr, dass die vom sich bereits aus dem Staub gemachten Ex-Manager Christian Heidel zusammengestellte Truppe jeglichen Ansprüchen nicht genügt. Nicht in puncto Charakter. Aber eben auch nicht wenn es darum geht, den Nerven im Abstiegskampf Stand zu halten.

Nicht jeder kann mit der Situation umgehen

Jochen Schneider, Heidels Nachfolger, versuchte es sachlich zu erklären. „Die Jungs können alle die Tabelle lesen“, sagte Schalkes Sportvorstand: „Der eine kann eben besser damit umgehen, der andere weniger. Dann kommen solche Leistungen dabei heraus.“

Es sind aber welche, die sich Schalke nicht mehr erlauben darf. Es wäre Königsblau daran geholfen, miteinander genauso ehrlich umzugehen wie es Burgstaller nach Außen hin tut. Stattdessen: immer wieder die identischen Floskeln, dass die Schalker in der Woche hart und konzentriert arbeiten würden.

Kommentar: Diese Schalker Mannschaft hat nichts begriffen

„Ich weiß, dass es immer die gleichen Worte sind“, meinte Vize-Kapitän Benjamin Stambouli auf Nachfrage dieser Redaktion: „Leider habe ich diese eine Lösung nicht parat. Aber wir haben ein Ziel: Wir müssen in der Bundesliga bleiben, dafür werden wir alles tun.“

Burgstaller fordert: "Arsch aufreißen"

Die letzten fünf Spiele werden für Königsblau daher nun zur absoluten Reife-Prüfung. Mit Augsburg und Stuttgart warten auf die Mannschaft von Cheftrainer Huub Stevens noch zwei direkte Konkurrenten, die Partien gegen Hoffenheim, Dortmund und Leverkusen sehen dagegen wie Bonus-Duelle aus. Wobei die Schalker vor allem bei den Erstgenannten beweisen müssen, dass sie wissen, worauf es ankommt.

„Wir müssen“, merkte Burgstaller an, „uns jetzt den Arsch aufreißen, sonst werden wir nicht mehr viele Zähler holen.“ Und Schalke ein blaues Wunder erleben – wenn die anderen Teams nicht noch weniger punkten würden.

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Quelle: wa.de

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