Knappen verkrachen sich im Kloster

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Die Schalker Spieler um Max Meyer stehen stark unter Druck.

Gelsenkirchen - Schalke 04 will sich in die Europa League retten, doch die Unruhe nimmt bei den Königsblauen im Saisonendspurt immer mehr zu.

Sogar im Kloster krachte es noch. Mit innerer Einkehr und Abgeschiedenheit war es nicht sonderlich weit her, als beim internen Trainingsspiel von Schalke 04 die Fetzen flogen. Max Meyer und Dennis Aogo wurden handgreiflich - sie warfen sich zudem Worte an den Kopf, wie man sie in ihrer Unfeinheit vor den ehrwürdigen Mauern des 800 Jahre alten Klosters Marienfeld in Ostwestfalen selten gehört hat.

Unruhe sollte beseitigt werden

Nun ist das sowieso so eine Sache. Das "Hotel Klosterpforte" ist eine Viereinhalb-Sterne-Residenz auf einer 100.000 Quadratmeter großen Anlage, es bietet Verwöhntage für 235,00 Euro, Rinderfilet mit Portweinbutter für 32,60 Euro. Schalke 04 machte dort von Montag bis Donnerstag kein Schweigefasten, der Fußball-Bundesligist hat vor allem eines gesucht: Ruhe in der Krise. Und Ruhe vor der Krise. Das war auch bitter nötig, Unruheherde gibt es vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr auf Sky) genug. Sollten die Königsblauen sich nicht wenigstens in die Europa League retten, wird es einen großen Knall geben.

Keine Prämien und mehr Training

"In diesem Fall werden wir nach der Saison zehn Tage länger trainieren", hat Sportvorstand Horst Heldt bereits gedroht, Prämien wurden eingefroren, der mächtige Vereinsboss Clemens Tönnies erklärte den Einzug in die Europa League zur "Frage der Ehre" - das Verpassen der Champions League sei bereits "mehr als ärgerlich". In der Kritik stehen Heldt und Roberto Di Matteo. Mehr als einmal hat sich der defensiv denkende Trainer zuletzt vorrechnen lassen müssen, wie miserabel die Rückrunde verläuft. Mit 15 Punkten aus 13 Spielen ist Schalke 12. (!) der Rückrundentabelle, schlechter als Freiburg, Köln, Hertha BSC.

Unter dem später entlassenen Jens Keller hatte Schalke 04 in der vergangenen Saison eine 36-Punkte-Rückrunde gespielt: die beste der Vereinsgeschichte. Und jetzt kommt auch noch der Jahrhunderttrainer Huub Stevens. "Er kennt Schalke in- und auswendig. Vielleicht wird er seine Mannschaft darauf vorbereiten, dass unser Publikum unruhig werden könnte", sagt Heldt.

Kader ruft das Potential nicht ab

"Unruhig" klingt beschönigend: Zuletzt, nach dem 0:2 beim FSV Mainz 05, riefen die Fans den Profis "Scheiß Millionäre!" entgegen. "Es zählt nur ein Sieg", sagt Heldt auch deshalb. Schalke, ein Verein "zwischen Idyll und Pulverfass", schrieb das Internetportal derwesten.de. Dazu trägt auch bei, dass Jens Keller sich wieder zu öffentlichen Äußerungen bemüßigt fühlt. "Zu meiner Zeit hatten wir großen Erfolg", merkte er via Sport Bild an: "Mit dem Kader muss sich Schalke eigentlich für die Champions League qualifizieren." Das Problem ist, dass dieser Kader sein Potenzial nicht abruft. Klaas-Jan Huntelaar ist seit 1188 Minuten ohne Tor, Eric Maxim Choupo-Moting die gesamte Rückrunde, Max Meyer saß in Mainz auf der Bank. Auch deshalb lagen die Nerven blank. Sogar im Kloster. SID

Quelle: wa.de

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