Königsklasse im Visier, aber Ärger mit Genua

Jens Keller

GELSENKIRCHEN - Es ist zwar nur schwer vorstellbar, aber dennoch drückte Horst Heldt dem FC Bayern bei dessen Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Manchester United die Daumen. Allerdings wohl weniger aus Patriotimus, sondern vielmehr aus Eigeninteresse.

Von Jörg Strohschein

Denn auch der FC Schalke 04 profitiert vom Halbfinaleinzug der Münchner, weil die Bayern bei einem solchen Erfolg wieder eine Prämie nach Gelsenkirchen schicken müssen. Rund eine Million Euro dürften deshalb in die Schalker Kassen fließen. Diese Summe hatte Heldt im Rahmen des Wechsels von Manuel Neuer 2011 mit dem deutschen Rekordmeister vereinbart.

Auch in sportlichen Fragen können der Manager sowie Trainer Jens Keller derzeit besonders zufrieden sein. Denn die personelle Lage entspannt sich mit Blick auf das Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) erheblich. Entwarnung gibt es zum einen bei Klaas-Jan Huntelaar und Julian Draxler, die am Mittwoch angeschlagen das Training abbrachen. „Ich gehe davon aus, dass beide spielen können“, sagte Keller. Zum anderen sind Felipe Santana und Jefferson Farfan nach ihren mehrwöchigen Ausfällen so weit wieder hergestellt, dass sie zumindest zum Kader gehören und auf der Auswechselbank Platz nehmen dürften. „Ich weiß gar nicht, ob ich mit dieser Situation klar komme“, sagte Keller grinsend.

So viel Auswahl an namhaften Spielern hatte der Trainer tatsächlich schon lange nicht mehr. Und so haben sich die Schalker, deren U19 am Freitagnachmittag (16.30 Uhr/Eurosport) in Nyon im Halbfinale der Youth League auf den FC Barcelona trifft, vorgenommen, mit einer deutlichen Leistungssteigerung im Vergleich zum jüngsten Spiel in Bremen einen Erfolg und damit die so gut wie sichere Qualifikation für die europäische Königsklasse einzufahren. Es wäre das dritte Mal in Folge – ein Novum in der Vereinsgeschichte. Heldt hat beim Studium der aktuellen Klubrangliste der Uefa festgestellt, dass die Schalker „möglicherweise sogar in Lostopf eins landen“ könnten.

Nur ein Thema sorgt für erneutes Magengrummeln bei den Verantwortlichen. Der FC Genua verweigert weiterhin, die Restzahlungen für Rafinha, der im Jahr 2010 von den Schalkern nach Gelsenkirchen gewechselt war, zu begleichen. Zwischen 7,5 und acht Millionen Ablösesumme hatten beide Vereine ausgehandelt und eine Ratenzahlung vereinbart. Eine Tranche ist bisher geflossen, die nicht einmal ein Drittel der Summe beinhaltete. Die Schalker haben sämtliche juristischen Instanzen bis zum höchsten Gremium, dem internationalen Sportgerichtshof CAS, angerufen und jeweils gewonnen. Doch die Italiener rühren sich nicht, am 8. April ist die jüngste Frist wieder einmal unbeachtet verstrichen.

Nun bekommt Genua eine weitere Sanktion auferlegt, dem Verein droht ein Sechs-Punkte-Abzug durch den italienischen Verband. „Aber bis das umgesetzt wird, dauert es noch mindestens ein Jahr“, sagt Heldt. „Ich kann nicht verstehen, warum so etwas nicht schneller umgesetzt wird. Wir fühlen und von der Fifa alleine gelassen.“ Zudem steht Genua im gesicherten Mittelfeld der Serie A und muss nicht um den Abstieg fürchten. Mit Verzugszinsen beläuft sich der fehlende Betrag auf mittlerweile über fünf Millionen Euro. Wann und ob die Schalker diesen Betrag überhaupt noch bekommen, kann momentan niemand beantworten. Immerhin wird das Geld aus München fristgerecht überwiesen.

Quelle: wa.de

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