Schalke Sieg gegen Wolfsburg

Di Matteos Taktik verwirrt die Wölfe

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Wieder obenauf: Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes feiert mit Christian Fuchs und Felipe Santana.

GELSENKIRCHEN - Als die Schalker Stadionregie den 2:2-Ausgleich des SC Paderborn gegen Borussia Dortmund auf dem großen Videowürfel einblendete, wirkte das auf die S04-Fans so stimmungserhellend wie ein guter Glühwein mit Schuss.

Von Jens Greinke

Die eigene Mannschaft führte 3:2, der Erzfeind BVB ließ beim Aufsteiger Federn, da galt es nur noch, die elf blauweiß gekleideten Männer da unten auf dem Platz durch die letzten zehn Spielminuten zu tragen. Dies gelang dem Schalker Anhang mit guter Laune und viel lautem Gesang.

Der 3:2 (3:1)-Erfolg über den Tabellenzweiten VfL Wolfsburg war ein perfekter Start in eine aus Schalker Sicht immens wichtige Woche. In der Liga rutschten die Knappen wieder in Reichweite der internationalen Ränge, zugleich sammelten sie jede Menge Selbstvertrauen für das nicht minder wichtige Spiel gegen den FC Chelsea am morgigen Dienstag (20.45 Uhr), in dem die Knappen den zweiten Platz in der Champions-League-Gruppe G verteidigen wollen.

„Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht“, lobte Schalkes Trainer Roberto Di Matteo seine Mannschaft nachher ein klein wenig zu überschwänglich. Sowohl Zuschauer als offenbar auch die Gegner waren mit einer neuen Taktik vom Schalker Team überrascht worden. In der Rückwärtsbewegung formierten sich die Knappen zu einem 5-3-2- und in der Vorwärtsbewegung zu einem 3-5-2-System – ein Umstand, mit dem die „Wölfe“ zu Beginn der Partie überhaupt nicht zurecht kamen.

Die Folge waren zwei hervorragend herausgespielte Tore durch Eric Maxim Choupo-Moting, dem zunächst Marco Höger (10.) und dann Kevin-Prince Boateng (22.) kongenial assistiert hatten. Der dritte Treffer durch Christian Fuchs war eher dem Zufall zu verdanken, denn der 40-Meter-Freistoß des Österreichers fand durch Freund und Feind ins Ziel. Ein fieser Ball für den unglückseligen Diego Benaglio, der in der 25. Minute zum dritten Mal hatte hinter sich greifen müssen und die Schuld an diesem Gegentreffer auf sich nahm.

Statistik

Ballbesitz in %: 37,5 - 62,5

Torschüsse: 9 - 17

gew. Zweikämpfe in %: 51,9 - 48,1

Fouls: 10 - 16

Ecken: 2 - 7

„Die Intention des Trainers ist in der ersten Halbzeit aufgegangen“, meinte Benedikt Höwedes, erneut zuverlässiger Rückhalt und Zentrum der Schalker Defensive. Zu der gehörten am Samstag auch Jan Kirchhoff, Felipe Santana und Christian Fuchs, die entgegen der Erwartungen vieler Beobachter eine stabile Leistung zeigten. Kirchhoff, dem die lange Verletzungspause noch anzumerken ist, gab nach dem Spiel zu: „Ich habe gemerkt, dass es noch eng für uns wird. Aber wir haben es glücklicherweise geschafft.“

Einerseits durch ein gehöriges Maß an „Leidenschaft“, wie Höwedes anmerkte; andererseits eben auch durch die enorme Unterstützung der Schalker Fans in der dramatischen Schlussphase, in der die Wolfsburger dem Ausgleich sehr, sehr nahe waren. Das 3:1 durch Ivica Olic (37.) hatte den Wolfsburgern noch einmal neue Hoffnung für den zweiten Durchgang gegeben, doch zu mehr als dem Anschlusstreffer des eingewechselten Niklas Bendtner (74.) hatte es nicht mehr gereicht.

Ein Treffer, den Höwedes generös auf seine Kappe nahm, nachdem er seinen Teamkameraden Santana unglücklich angeköpft hatte: „Dieses Missverständnis geht auf mich“, sagte der Weltmeister.

Quelle: wa.de

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