Schalke sagt Bankett mit Saloniki-Vorstand ab

GELSENKIRCHEN - Peter Peters war der Appetit sozusagen vergangen. Aufgrund der Vorkommnisse während des Champions-League-Play-off-Spiel gegen PAOK Saloniki am Mittwoch sagte der Schalker Finanzchef das für den kommenden Dienstag vor dem Rückspiel geplante Bankett mit dem Vorstand des griechischen Vereins ab.

Nach intensiver Aufarbeitung und Analyse des massiven Polizeieinsatzes in der Veltins-Arena waren die Schalker Vereinsverantwortlichen zu dem Schluss gekommen, dass die griechischen Offiziellen und szenekundigen Beamten ein „völlig unakzeptables Verhalten“ an den Tag gelegt hätten.

In der Schlussphase der Partie (1:1) hatte eine Hundertschaft Polizisten die Schalker Nordkurve gestürmt, woraufhin es zu teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen Einsatzkräften und Fans gekommen war (wir berichteten). Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes mussten 87 Personen aufgrund des Einsatzes von Pfefferspray durch Erste-Hilfe-Maßnahmen versorgt werden.

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Auslöser für den nicht nur von der Schalker Klubführung harsch kritisierten Einsatz war eine von den Schalker Ultras präsentierte mazedonischen Fahne. Während diese von den über 2000 griechischen Anhängern aus geschichtlichen und politischebn Gründen angeblich als üble Provokation aufgefasst wurde, verwiesen die Schalker Ultras auf eine Fanfreundschaft mit dem mazedonischen Verein Vardar Skopje.

Der Aufforderung der Schalker Fanbeauftragten, die Flagge einzurollen, seien die Ultras nicht nachgekommen. „Da dies nicht passiert ist, ist die Situation eskaliert“, sagt Peters: „Trotzdem: Die Fahne und die Provokation allein rechtfertigen noch lange nicht das angedrohte Fehlverhalten der Griechen. Es gibt inzwischen zudem Stimmen, die die rechtliche Einschätzung der Volksverhetzung bezweifeln. Auch an der Stelle sollte nachgearbeitet werden.“ Die griechischen Offiziellen hätten nach Angaben von Peters in geradezu erschreckener Form auf die Uefa-Delegierten eingewirkt. „Ihr Agieren hatte ein erhebliches Drohpotenzial: Da war von Platzstürmung zum Erwirken eines Spielabbruchs beziehungsweise Erstürmen der gegnerischen Kurve die Rede. Mir fehlte hingegen jegliches beruhigendes Einwirken auf die eigenen Fans, deren Verhalten bekanntlich problematisch ist. Stattdessen hat man sich anklagend nur mit Schalke 04 beschäftigt. Das ist nicht nur unsportlich, das ist völlig unakzeptabel“, so Peters.

Schalkes Finanzvorstand sah zudem Versäumnisse in der Vorbereitung: „Wenn eine solche Fahne für solchen Aufruhr sorgen kann, wäre es die Aufgabe der Verantwortlichen gewesen, in den obligatorischen Sicherheitsbesprechungen frühzeitig darauf hinzuweisen.“

Schalke nur 1:1 gegen PAOK Saloniki

Ganz andere Sorgen plagen derweil Schalke-Trainer Jens Keller. Der 42-Jährige muss nach dem Remis im Hinspiel gegen Saloniki nicht nur um die Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League bangen, sondern auch darum, in der Bundesliga vorerst völlig den Anschluss zu verlieren. In der heutigen Partie bei Hannover 96 (15.30 Uhr) muss Keller auch noch auf Jefferson Farfan verzichten. Der Peruaner hatte sich in der Partie gegen Saloniki eine Knöchelprellung zugezogen. Sein Einsatz im Rückspiel am Dienstag (20.45 Uhr) ist ebenfalls fraglich.

Neben Farfan fehlen weiterhin Klaas-Jan Huntelaar (Innenband-Verletzung) und Sead Kolasinac (Muskelbündelriss). „Diese Ausfälle tun uns weh“, sagt Keller, der in Hannover dennoch auf ein Erfolgserlebnis hofft: „Wir haben in der vergangenen Saison schließlich bewiesen, dass wir uns auch aus schwierigen Situationen befreien können.“ - Von Jens Greinke

Quelle: wa.de

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