Kampf gegen den Schuldenberg

Finanzvorstand Peters über sein Aus und die finanzielle Lage bei Königsblau: "Schalke ist ..."

Finanzvorstand Peter Peters und Schalke 04 gehen getrennte Wege. Über das plötzliche Aus wurde viel spekuliert. Nun meldet sich Peters emotional zu Wort.

  • Peter Peters scheidet als Finanzvorstand bei Schalke 04 nach 27 Jahren aus.
  • Der Aufsichtsrat plant derweil eine Umstrukturierung des Vorstandes (Update 8. Juni 12.12 Uhr).
  • Nun hat sich Peters emotional zu seinem Aus zu Wort gemeldet (Update vom 10. Juni, 10.47 Uhr).

Update vom 10. Juni, 10.47 Uhr: Nach 27 Jahren ist Schluss beim FC Schalke 04. Peter Peters scheidet als Finanzvorstand bei Königsblau aus. Rund um die Trennung gab es viele Spekulationen. Nun hat sich Peters höchstselbst zu Wort gemeldet und erklärt, dass sein Aus keineswegs ein spontaner Entschluss gewesen sei. "Ich habe mich seit einem Jahr mit der Frage beschäftigt, ob es für mich persönlich noch Sinn macht, bei Schalke 04 weiterzuarbeiten", erklärt Peters in einem Interview mit der Sport Bild.

Name:

Peter Peters

Geboren:

21. Juni 1962 (Alter 57 Jahre), Ochtendung

Ausbildung:

Technische Universität Dortmund

Aktuelle Station:

Finanzvorstand Schalke 04 (bis 30.06.20)

Demnach hatte Peters "vor rund sechs bis acht Wochen" den Entschluss gefasst, seinen Vertrag vorzeitig zum 30 Juni 2020 auflösen zu wollen. Dies allerdings habe nichts mit Machtlosigkeit in Zeiten der Coronavirus-Krise zu tun, wie Peters betont. "Der Verein ist gut vorbereitet, durch die Krise zu kommen. Es bleibt ein sauber finanzierter Verein, der in den vergangenen Jahren als Unternehmen unfassbare Werte geschaffen hat", sagt Peters.

Zudem betonte der 57-Jährige, dass Schalke 04 weiterhin alle Zügel in der Hand habe - nicht nur, weil die Veltins Arena mittlerweile abbezahlt wurde. "Schalke besitzt eine große Marktkraft, weil wir die Catering- und Marketing-Rechte nicht wie andere Klubs verkauft haben", erklärt Peters. Diese zu veräußern hätte Schalke 04 zu Zeiten von Felix Magath einen dreistelligen Millionenbetrag eingebracht.

Schalke 04: Neue Pläne für den Vorstand nach Aus von Peter Peters

Update 12.12 Uhr: Wenn Peter Peters als Finanzvorstand bei Schalke 04 ausscheidet, könnten sich die Aufgaben innerhalb des dreiköpfigen Vorstandes künftig etwas anders verteilen. Darüber soll laut Bild jedenfalls der Aufsichtsrat nachdenken.

Demnach soll Sportvorstand Jochen Schneider Sprecher des Vorstandes werden und auch das Ressort Kommunikation erhalten - so, wie es schon bei seinen Vorgängern Christian Heidel oder Horst Heldt der Fall war.

Der Aufsichtsrat um Clemens Tönnies (links) und Jens Buchta plant nach dem Aus von Peter Peters (oben) als Finanzvorstand von Schalke wohl eine Umstrukturierung des Vorstandes.

Alexander Jobst, Kerngeschäft Marketing, würde demnach die Öffentlichkeitsarbeit wieder abgeben, stattdessen den Bereich "Organisation" hinzubekommen.

Und der künftige Vorstand Finanzen - als möglicher Nachfolger wurde zuletzt Kölns Alexander Wehrle genannt - würde das Ressort Organisation demnach verlieren, könnte sich dann aber voll und ganz darauf konzentrieren, die Schulen in Höhe von 197 Millionen Euro abzubauen.

Aus für Peters auf Schalke wohl nicht so einvernehmlich wie kommuniziert: Das sind die Gründe

Update vom 8. Juni, 10.34 Uhr: Seit dem Aus von Peter Peters als Finanzvorstand bei Schalke 04 wird viel spekuliert: Wie freiwillig war der Rückzug nach 27 Jahren wirklich? Offenbar nicht so sehr, wie es der Verein am Freitag kommuniziert hat.

Nach Informationen des Kicker hat der Aufsichtsrats um Chef Clemens Tönnies nahezu einstimmig beschlossen, dass Peters seinen Posten zum 30. Juni räumen muss.

Das Gremium sehen in Peters den Hauptverantwortlichen für die Posse um den Härtefallantrag, der in der vergangenen Woche für viel Aufregung und Wut unter den Fans sorgte. Dazu sei er auch der Schuldigen für die finanzielle Not des FC Schalke 04. Die Verbindlichkeiten liegen bei knapp 200 des Revierklubs, der im Vorjahr einen Verlust von 26,1 Millionen Euro erwirtschaftete sowie mit fast 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten belastet ist.

Auch die angestrebte Ausgliederung der Schalker Profi-Abteilung soll eine Rolle gespielt haben. Der Noch-Vorstand hat sich immer wieder als Befürworter des e. V. auf Schalke - und hätte bei dem angedachten Schritt ein Glaubwürdigkeitsproblem bekommen, heißt es.

Aus für Peters auf Schalke - wegen verlorenem Machtkampf mit Tönnies? Das sagt Sportvorstand Schneider

Update vom 7. Juni, 14.50 Uhr: Ist Peters Peters als Finanzvorstand beim FC Schalke 04 an einem Machtkampf mit Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies gescheitert und verlässt den Klub deshalb Ende Juni? Zumindest offiziell wollte das niemand aus dem Verein bestätigen.

"Nein, definitiv nicht", entgegnete Sportvorstand Jochen Schneider vor dem Auswärtsspiel der Schalker bei Union Berlin (im Live-Ticker) bei Sky. "Die beiden haben so viele Jahre zusammen gearbeitet. Man sollte respektieren, dass jemand wie Peter diese Entscheidung trifft. Und er hat jegliches Recht, diese Entscheidung für sich zu treffen."

Schneider betonte, überrascht gewesen zu sein, als Peters ihn am Freitag über diesen Schritt informiert habe. "Er war 27 Jahre lang im Verein und gehört quasi zum Inventar von Schalke 04. Diesen Job 27 Jahre auszuüben, ist eine große Leistung."

Jochen Schneider ist seit 14. März 2019 Sportvorstand des FC Schalke 04.

Dass Peters über den sogenannten Härtefall-Antrag gestolpert sei, wollte Schneider ebenfalls nicht bestätigen. "Das war ein kapitales Eigentor. Das darf kein Bundesliga-Verein machen - und schon gar nicht Schalke 04, wo die Fans und Mitglieder so viel Liebe entgegenbringen."

Schneider versicherte, dass dieses Thema intern geklärt worden sei. "Es geht nicht mit dem gesunden Menschenverstand einher, so mit den Treusten der Treuen zu kommunizieren."

Ex-Manager Heidel über Aus von Finanzvorstand Peters auf Schalke: "Ich kann mir vorstellen, dass …"

Update vom 7. Juni, 19.04 Uhr: Der frühere Manager des FC Schalke 04, Christian Heidel (57), hält einen freiwilligen Abschied von Finanzvorstand Peter Peters (57) bei den Königsblauen für nachvollziehbar. "Der Posten Finanzvorstand bei Schalke ist nicht unbedingt vergnügungssteuerpflichtig. Peter hat das jetzt über viele, viele Jahre auf Schalke gemacht. Vielleicht ist irgendwann auch der Punkt gekommen, zu sagen, es reicht", sagte Heidel am Samstag in der Sendung Wontorra - der Fußball-Talk bei Sky über die Entwicklungen bei seinem Ex-Klub.

Schalke hatte am Freitag mitgeteilt, dass der 57 Jahre alte Peters darum gebeten habe, seinen Vertrag zum 30. Juni nach 27 Jahren zu lösen. "Der Druck ist immens, es ist ja auch die eine oder andere Entscheidung in den letzten Tagen ein bisschen unglücklich kommuniziert worden", sagte Heidel, der von 2016 bis 2019 Manager auf Schalke war. "Ich kann mir schon vorstellen, dass auch bei ihm irgendwann ein Punkt erreicht ist zu sagen, das war es jetzt, irgendwann ist es genug."

Christian Heidel war von 2016 bis 2019 Sportvorstand des FC Schalke 04.

Dissonanzen seien völlig normal. "Man darf da nicht zu viel reinspekulieren. Das würde auch Peter Peters nach 27 Jahren in keinster Weise gerecht werden", sagte der 57-Jährige.

Mittlerweile sind auch schon Nachfolger für Peters im Gespräch. Laut Medienberichten vom Sonntag soll Alexander Wehrle zu den Kandidaten gehören. Der 45-Jährige ist seit Januar 2013 Finanz-Geschäftsführer beim 1. FC Köln und hat einen Vertrag bis 2023.

Nach aus bei Schalke 04: Finanzvorstand Peters behält seine DFL-Ämter

[Erstmeldung] Gelsenkirchen - Beim FC Schalke 04 endet seine Ära nach 27 Jahren, doch im deutschen Profifußball bleibt der Multifunktionär Peter Peters in den nächsten Jahren eine wichtige Figur. Der 57-Jährige kann trotz seines überraschenden Ausscheidens beim Fußball-Bundesligisten seine Ämter bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) und beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) für die Dauer seiner Wahl behalten. Das geht aus der Satzung des DFL e.V. hervor. Schalke hatte am Freitag bekanntgegeben, dass sich ihre Wege am 30. Juni trennen.

Bei der DFL ist Diplomkaufmann Peters seit 21. August 2019 erster Stellvertretender Sprecher des DFL-Präsidiums und damit Stellvertreter von DFL-Chef Christian Seifert sowie Aufsichtratsvorsitzender der DFL GmbH. Die Amtszeiten betragen drei Jahre, sind nicht an eine Funktion bei einem Profiverein geknüpft und enden somit erst im August 2022. Zudem ist Peters DFB-Vizepräsident und sitzt in der Clublizenzierungskommission der Europäischen Fußball-Union UEFA.

Nach Aus bei Schalke: Peter Peters behält Ämter bei DFL und DFB

Die Gründe für die - angeblich einvernehmliche - Trennung zwischen Finanzvorstand Peter Peters und Schalke 04 sind vielschichtig. Sicher kam sie nicht auf Betreiben von Peters zustande, der es stets verstand, hinter den Kulissen die Strippen zu ziehen. Offenbar haben sich die Machtverhältnisse beim Revierklub zuletzt verschoben. Erst vor wenigen Wochen verlor auch der langjährige Medienchef Thomas Spiegel seinen Job.

Nun hat es Peters erwischt, der es unter dem Strich trotz immer neuer Umsatz-Rekorde nicht schaffte, den riesigen Schuldenberg von fast 200 Millionen Euro abzubauen. Gleichwohl hinterlässt er ein großes Erbe, das nun andere erstmal besser verwalten müssen. "Um Schalke muss sich niemand sorgen machen", betonte Peters trotz der Turbulenzen zuletzt.

Peter Peters scheidet als Finanzvorstand von Schalke 04 nach 27 Jahren aus.

Ob die Zusammenarbeit der drei Vorstandsmitglieder Peters (Finanzen und Organisation), Alexander Jobst (Marketing und Kommunikation) und Jochen Schneider (Sport) zuletzt noch so harmonisch war, wie es nach außen dokumentiert wurde, ist offen. Der jüngste Fauxpas im Umgang mit den Dauerkartenbesitzern beim Thema Ticketrückerstattung, als Schalke eine Härtefall-Begründung von den Mitgliedern forderte, fällt zwar grundsätzlich in Peters Finanzbereich. Doch hakt es zuweilen auch an der Kommunikation, die wiederum hat Jobst zu verantworten.

mit dpa-Material

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa / picture alliance

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