Bei Schalke reden nur die Spieler vom Titel

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Schalkes Trainer Huub Stevens (rechts) muss zum Rückrundenstart wohl auf Jefferson Farfan verzichten. ▪

DOHA ▪ Der sonst so zielstrebige Torjäger Klaas-Jan Huntelaar tastete sich dieses Mal vorsichtiger ans Ziel heran. Der Titel sei machbar, hatte der Stürmer des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 in mehreren Interviews erklärt. Die überraschend gute Hinrunde des Pokalsiegers, der hinter Spitzenreiter Bayern München (37 Zähler) punktgleich mit Meister Borussia Dortmund (34) auf Rang drei in Lauerstellung liegt, hat offenbar auf Schalke die Hoffnung geweckt, die 54 Jahre andauernde Meisterschafts-Durststrecke endlich beenden zu können.

Zumindest lässt sich das für die Spieler sagen. „Wir haben die Chance – wenn wir so weitermachen“, versicherte Huntelaar: „Dann kann ein positiver Flow entstehen.“ Und der Niederländer steht mit seiner Lagebeurteilung nicht allein da. Sein Sturmpartner Raúl sagte der spanischen Sporttageszeitung „AS“, wenngleich auch etwas zurückhaltender, dass die Meisterschaft möglich sei.

Um den ersten Titelgewinn seit 1958 nach Gelsenkirchen zu holen, müsse man der ganzen Mannschaft die „Winner-Mentalität“ der Routiniers vermitteln, erklärte Huntelaar. Einer, bei dem das offenbar bereits gelungen ist, ist Winterneuzugang Chinedu Obasi. „Schalke“, sagte die Leihgabe von 1899 Hoffenheim, „ist so ein großer Verein, dass alles möglich ist. Die Situation in der Tabelle ist gut.“

Gut, ja, aber geht es für diese Schalker Mannschaft noch besser? Die Verantwortlichen halten sich erwartungsgemäß bei dem Thema zurück, alles andere hätte aber auch bei Trainer Huub Stevens mehr als überrascht. Wenn der Niederländer in dieser Saison wirklich gelassener geworden ist, reichte die entsprechende Frage nach der Meisterschaft, um den knurrigen Huub Stevens zum Leben zu erwecken. „Wir sind noch nicht so weit“, sagte Schalkes „Jahrhundert-Coach“ im Trainingslager in Katar mit funkelnden Augen: „Wir sind noch nicht die Mannschaft, die die Stabilität hat. Von daher muss man sehr zufrieden sein, dass wir an dritter Stelle stehen.“

Ähnlich äußerte sich auch Manager Horst Heldt. Wer mit wem um die Meisterschaft spiele, interessiere die Knappen nicht: „Von Meisterschaft redet Schalke nicht.“ Probleme beim Angriff auf die Schale, von dem auf Schalke außer den Spielern also niemand spricht, könnte es gleich im Startblock zur Rückrunde geben. Denn den Tabellendritten, der gestern das Trainingslager in Katar beendete, plagen vor dem Rückrundenauftakt gegen den VfB Stuttgart am 21. Januar Personalprobleme. Jermaine Jones ist nach seiner Tätlichkeit gegen Marco Reus beim Pokalaus in Gladbach bis März gesperrt. Da auch Lewis Holtby, bei dem in Doha die alte Knöchelverletzung aufgebrochen war, möglicherweise länger ausfällt, muss Schalke auf der Sechserposition improvisieren. Zudem lässt die Rückkehr von Jefferson Farfan auf sich warten. Der Peruaner, mit dem Schalke besser als gut wäre, trainierte nach seinem Innenbandriss in Katar nur individuell. „Wir haben gedacht, dass es schneller gehen würde mit ihm“, sagte Stevens: „Bei Drehungen hat er noch Schmerzen.“ ▪ sid

Quelle: wa.de

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