Heldt lobt Stand der Vorbereitung

KLAGENFURT - Es gab Zeiten, in denen die Verantwortlichen des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 deutlich besorgter in die Zukunft geblickt haben. Horst Heldt schaute nach dem letzten Testspiel im Trainingslager gegen den FC Southampton (2:0) jedenfalls sehr zufrieden drein.

Heute reist der Tross zurück nach Gelsenkirchen. „Wir sind bisher gut durch die Vorbereitung gekommen“, sagte der Manager. „Aber man hat trotzdem immer die Angst, dass irgendwas nicht gut läuft.“ Es herrscht derzeit große Harmonie innerhalb der Schalker Mannschaft, die jetzt auch kaum noch befürchten muss, das neue Konkurrenz im Kader auftaucht.

Die wichtigsten Transfers sind abgeschlossen, die Spieler kämpfen derzeit um ihre Position im Team. „Das läuft alles sehr fair ab, auch wenn natürlich der Konkurrenzkampf im Vordergrund steht“, sagt Heldt. Ein Stinkstiefel innerhalb der Mannschaft sei seiner Ansicht nach nicht auszumachen. Alles zu schön um wahr zu sein?

Trainer Jens Keller gibt sich in dieser Frage deutlich zurückhaltender. „Noch“, sagt Keller, sei die Stimmung gut. „Man muss aber erst einmal abwarten, wie es wird, wenn der ein oder andere mal nicht spielt.“ Erst dann werde sich zeigen, inwieweit sich ein wahrer Teamgeist entwickelt hat. Dass es den einen oder anderen etablierten Spieler tatsächlich treffen könnte, ist nicht zuletzt in den Spielsystemen begründet, die Keller anwenden will. Ein 4-2-3-1 ist ebenso möglich wie ein 4-4-2. Auf diese Varianten ist der Kader mit den Verpflichtungen von Leon Goretzka, Christian Clemens, Felipe Santana und Adam Szalai ausgerichtet worden.

Heldt spricht davon, dass er bei der Auswahl der Spieler nicht in Kellers Haut stecken möchte. Der Trainer allerdings relativiert die Sichtweise seines Chefs. „Wir haben zwar einen breiteren Kader, aber wir haben auch nur 22 Spieler“, sagt Keller. Allerdings sei er sich der Tatsache bewusst, dass die Qualität der Spieler in der Breite zugenommen habe. „Ich hoffe, ich komme wie in der Vorsaison nicht mehr in die Lage, dass ich schauen muss, wie ich elf Spieler auf den Platz bekomme.“

Vor allem der Ex-Kölner Christian Clemens hat sich in dieser Vorbereitungswoche in Kärnten in den Vordergrund gespielt. Während Goretzka, Szalai und auch Santana von den intensiven Trainingseinheiten sichtlich geschlaucht wirkten, sprühte Clemens in den Einheiten und den Trainingspartien geradezu vor Spielfreude. Der 21-Jährige scheint sich schnell eingefunden zu haben in die Mannschaft und erweckt die Hoffnung, dass er sich zu mehr als einer Ergänzung des Kaders entwickeln kann.

In den kommenden Tagen, bis zum Saisonstart im DFB-Pokal am 2. August, will Keller nun an der Schnelligkeit arbeiten und die körperliche Müdigkeit der Spieler in Kraft und Siegeswillen verarbeiten. Zumindest ein wenig war die Harmonie dann doch noch gestört – allerdings lediglich innerhalb der Führungsetage des Klubs. Denn Trainer Jens Keller hatte Manager Horst Heldt beim Beachsoccer über ein Volleyballnetz besiegt. „Darüber wird noch zu reden sein“, sagte Heldt mit gespielt ernster Miene. Größere Probleme haben sie in Schalke derzeit tatsächlich nicht. - Von Jörg Strohschein

Quelle: wa.de

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