Schalke nach Saloniki-Spiel in Pippis heiler Welt

SCHALKE - Nachdem ein wenig Zeit ins Land gegangen war, wurde in vielen Online-Portalen deutlich, dass es eine große inhaltliche Kluft über die Leistungsfähigkeit der aktuellen Schalker Mannschaft zwischen den Vereinsverantwortlichen und den Anhängern gibt.

Von Jens Greinke

Während auf der einen Seite Vokabeln wie „überragend“, „dominant“ oder „mehr als ordentlich“ gefallen waren, schimmerte bei den königsblauen Fans ein gewisses Fremdschämen durch nach dem 1:1 (1:0)-Remis gegen PAOK Saloniki. Dabei gehörte der Begriff „Grottenkick“ noch zu den höflicheren Umschreibungen der zurück liegenden 90 Minuten.

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Schalke nur 1:1 gegen PAOK Saloniki

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Tatsächlich gerieten die Schalker Chefs in Verdacht, frei nach dem Pippi-Langstrumpf-Motto „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“ zu handeln. Trainer Jens Keller sprach hartnäckig von einer „guten ersten Halbzeit“, ließ sich auch nicht von kritischen Nachfragen beeinflußen und wies lieber auf die statistisch ermittelten Spieldaten hin. Tatsächlich hatten die Schalker in der ersten Halbzeit einen Ballbesitz von 70 Prozent. Nur: Viel war dabei nicht herausgesprungen, sieht man einmal von Jefferson Farfans Führungstreffer (32.) ab. Es war der zweite Torschuss der Schalker in dieser Partie gewesen. In der zweiten Halbzeit glückte den Schalkern dann so gut wie gar nichts mehr, auch weil PAOK-Trainer Huub Stevens seine Mannschaft geschickt umgestellt hatte. Eine Einzelaktion von Miroslav Stoch (73.) hatte schließlich für den Ausgleich gesorgt. Und wer bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst hatte, wer der große Außenseiter in dieser Partie gewesen war, musste sich nur den wilden Torjubel des Slowaken anschauen, der wie einer Derwisch zur Seitenaus-Linie rannte und mehrere Meter auf Knien über den Rasen rutschte. Huub Stevens blieb dennoch seiner skeptischen Linie treu und sagte trotz des für Saloniki so viel versprechenden Remis’: „Ich denke, dass Schalke über beide Spiele hinweg Favorit bleibt.“

Vielen der Zuschauer im Stadion fiel es schwer, ebenfalls dieser Überzeugung anzuhängen. Während die Griechen durch das beachtliche Remis eine nicht unbeträchtliches Maß an Selbstbewusstsein tankten, werden die Schalker am kommenden Dienstag wahrscheinlich mit einer gehörigen Portion Furcht ins Rückspiel gehen. Nicht, weil es sich dabei um ein „Geisterspiel“ ohne Publikum handelt, was ja schonHorror genug ist, sondern weil gegen einen allenfalls zweitklassigen Kontrahenten das Aus in der Königsklasse droht. Mit all den gruseligen Folgen wie dem Verlust eines zweistelligen Millionenbetrages.

Letztlich war es nicht nur die Schalker Spielweise, die am Mittwochabend beim Anhang nicht gut ankam, sondern auch die Selbstreflektion der Akteure. Wie von Kapitän Benedikt Höwedes, dessen immense Loyalität zu Klub und Mannschaft dieses Mal ins Absurde abdriftete, als er sagte: „Wir hatten alles im Griff.“

Entwarnung gab es einen Tag nach dem Spiel immerhin für Jefferson Farfan, der sich wenige Minuten vor Schlusspfiff bei einem Pressschlag einen Knöchelverletzung zugezogen hatte. Bei der genaueren Untersuchung wurde einen Prellung diagnostiziert, womit kein längerer Ausfall des Peruaners droht. Ob er allerdings Samstag im Auswärtsspiel bei Hannover 96 (15.30 Uhr) oder am Dienstag im Rückspiel in Thessaloniki (20.45 Uhr) auflaufen kann, ist noch fraglich.

Quelle: wa.de

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