In der "Knie-Krise" gegen Chelsea auf dem Prüfstand

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Schalkes Coach Jens Keller sagt zur Verletzungsmisere: „Das ist alles nicht optimal, aber wir jammern nicht!"

GELSENKIRCHEN - In der „Hessingpark“ Clinic in Augsburg kam es Montag sozusagen zu einem blau-weißen Tag. Gleich zwei Schalker Profis begaben sich beim anerkannten Orthopäden Dr. Ulrich Boenisch unters Messer. „Es wurde aber nicht im Akkord gearbeitet. Und Rabatt gab es auch nicht“, sagt Schalke-Manager Horst Heldt mit etwas bitterem Witz.

Von Jens Greinke

Die Schalker „Knie-Krise“ hat mittlerweile geradezu gruselige Züge angenommen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn sich bald auch noch der Greenkeeper der Arena einen Meniskus-Schaden zuziehen würde.

Vorläufiger Höhepunkt dieser verhexten Verletzungsmisere war eine Teilruptur des Kreuzbandes bei Marco Höger, die dieser sich beim 3:2-Sieg am Samstag bei Eintracht Braunschweig zugezogen hatte. Der andere Patient, der gestern bei Dr. Boenisch auf dem OP-Tisch landete, war Klaas-Jan Huntelaar, der sich das Innenband gerissen hatte.

Immerhin: Beide Eingriffe verliefen den Umständen entsprechend erfolgreich. Während Höger in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen dürfte, wird die Rückkehr von Huntelaar im Winter erwartet. „Ich denke, dass er zur Vorbereitung im Trainingslager in Doha wieder mit dabei ist“, sagt Heldt zur Genesungs-Prognose beim Niederländer.

Ein Lichtblick im finsteren Schalker Tal ist der Umstand, dass Jens Keller im Gruppenspiel gegen den FC Chelsea (Dienstag, 20.45 Uhr/Sky) wieder mit Kevin-Prince Boateng planen kann. Der 26-Jährige nahm nach der zweiwöchigen Behandlung seines gereizten Knies am Abschlusstraining teil. „Wenn er sagt, er ist fit, dann ist er auch fit“, sagt Keller, der bei einem Einsatz des ghanaischen Nationalspielers nicht das Risiko sieht, dass auch er sich eine langwierige Verletzung zuziehen könnte.

30 Stunden vor dem Anpfiff des Heimspiels gegen den FC Chelsea und fünf Tage vor dem Revierderby gegen Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr) vermied es Keller angesichts der bitteren Begleitumstände immerhin, ein Klagelied anzustimmen. „Das ist alles nicht optimal, aber wir jammern nicht“, so der Schalker Coach. Einen Zusammenhang zwischen der täglichen Trainingsarbeit und den vielen Verletzungen im Kader sieht der 42-Jährige nicht. „Es gibt ja nur eine muskuläre Verletzung bei Jefferson Farfan, die anderen Blessuren rühren von Unfällen her", sagt Keller.

Personell und somit auch taktisch werden sich dem Schalker Coach gegen Chelsea nicht allzu viele Alternativen bieten. Neben Boateng dürfte auch Keeper Timo Hildebrand, der in Braunschweig wegen eines Hexenschusses gefehlt hatte, ins Team zurückkehren. Ebenfalls wieder einsatzbereit ist Jermaine Jones.

Interessant werden dürfte es, welche Variante Keller in der Offensive wählen wird: Denkbar ist ein Einsatz von Boateng auf seinem angestammten Platz als „Zehner“; oder aber auch ein Ausweichen auf den rechten Flügel, falls der junge Max Meyer weiter die Schaltzentrale im Schalker Spiel ausfüllen soll.

Quelle: wa.de

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