Spekulationen halten an

Schalke buhlt um Khedira: Heldt mit eigener Logik

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Von den Königlichen zu den Königsblauen? Sami Khedira (recht) - hier im Duell mit Schalkes Christian Fuchs.

GELSENKIRCHEN - Horst Heldt hatte es dem in den vergangenen Tagen mal wieder sehr umtriebigen Clemens Tönnies zu verdanken, dass der Name Sami Khedira einfach nicht rauszuhalten war aus den Schlagzeilen rund um den FC Schalke 04.

Von Jens Greinke

Der mächtige Aufsichtsratsvorsitzende hatte wiederholt angemerkt, was für ein toller Fußballer dieser Khedira doch sei. Und dass er auf Schalke passen würde, wie die Faust aufs Auge, wie man im Ruhrgebiet so prägnant sagt: „Er ist ein Leader, ein Kämpfer.“ Da der Verein in dieser Woche seine Gesamtverbindlichkeiten auf 203 Millionen Euro beziffert hatte, fügte Tönnies vorsichtshalber an: „Fakt ist aber auch: Wir spielen nicht verrückt.“

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Heldt macht angesichts der PR-Offensive von Tönnies „keinen Hehl daraus, dass wir das überprüfen“. Wie im Falle von Lukas Podolski vor zwei Jahren sei es „die Pflicht“ für einen Verein wie Schalke, über eine mögliche Rekrutierung nachzudenken, „wenn so ein Spieler ablösefrei auf den Markt kommt“. Das habe damals auch bei Podolski so stattgefunden. „Am Ende hat sich Lukas allerdings dafür entschieden, nicht in Deutschland zu bleiben“, sagt Heldt. Podolski wechselte schließlich zum FC Arsenal nach London. Die Gunners verliehen ihn dann in der Winterpause an Inter Mailand. Und Heldt dürfte vielleicht froh gewesen sein, dass sich Podolski nicht für die Bundesliga entschieden hatte.

Heldt klopft möglichen Transfer ab

Nun klopft Heldt einen möglichen Transfer von Khedira ab, dessen Vertrag bei Real Madrid im Sommer ausläuft. Auch für den Manager hat der Nationalspieler „alle Tugenden, die für Schalke wichtig sind“. Allerdings gilt der 27-Jährige als sehr verletzungsanfällig. Ein Kreuzbandriss und ein Muskelbündelriss sorgten in den vergangenen zwei Jahren für lange Ausfallzeiten bei dem Mittelfeldspieler mit tunesischen Wurzeln. Bei Real kam er in der laufenden Saison lediglich zu elf Liga-Einsätzen, davon drei in der Startelf.

Der Blick nach Leverkusen

Das Mitwirken von Lars Bender ist ungewiss. Der Mittelfeldspieler hatte beim Champions-League-Aus in Madrid am Dienstag einen starken Muskelkrampf im Oberschenkel erlitten. Trotz der Strapazen ist Roger Schmidt zuversichtlich, auf Schalke zu punkten. "Es ist ein wichtiges, besonderes Spiel gegen einen direkten Konkurrenten um die Champions League-Plätze", erklärte der Bayer-Coach am Freitag in Leverkusen. Schmidt hofft, dass sein Team in Gelsenkirchen wieder frisch und motiviert auftritt: "Es war eine anstrengendes Spiel am Dienstag bei Atlético. Aber ich bin überzeugt, dass die Spieler auch Selbstvertrauen mitnehmen konnten." - dpa

Obwohl die Schalker in dieser Saison selbst mit einem geradezu gespenstischen Verletzungspech zu kämpfen haben, schocken Heldt diese Fakten nicht. „Man darf ja auch nicht vergessen, dass er seit fünf Jahren bei Real Madrid spielt und dort bis zum vergangenen Jahr Stammspieler war“, sagt der 45-Jährige und fügt an: „Er ist nach einem Kreuzbandriss ja auch unfassbar schnell zurück gekommen.“ Tatsächlich hatte sich Khedira nach dieser Blessur in Rekordzeit zurück gekämpft und war schließlich mit der Nationalmannschaft nach Brasilien geflogen, weshalb er sich nun ebenfalls Weltmeister nennen darf.

Schwierige Abwägung der Risiken

Es ist eine schwierige Abwägung der Risiken, vor der Heldt steht. Eine Verpflichtung Khediras für beispielsweise vier Jahre würde den Verein finanziell extrem belasten, auch wenn keine Ablösesumme zu zahlen wäre. Das in diesem Fall übliche Handgeld dürfte im zweistelligen Millionenbereich liegen, dazu kommen Beratergebühren und ein jährliches Gehalt von geschätzten acht Millionen Euro. Die „Bild“ errechnete daraus ein ziemlich realistisches finanzielles Gesamtpaket von mindestens 40 Millionen Euro. Eine Riesensumme. Doch Heldts Logik in dieser Beziehung lautet so: „Hätte er noch einen Vertrag, wäre ein Transfer für uns überhaupt nicht machbar. Und wenn er keine Kreuzbandverletzung gehabt hätte, vielleicht auch nicht.“

So scheint auch der Manager zu einer Verpflichtung Khediras zu tendieren. Es erübrigt sich anzufügen, dass eine erneute Qualifikation für die Champions League das Geschäft enorm erleichtern würde. Und dass ein Sieg heute über Bayer Leverkusen (18.30 Uhr) nicht nur deshalb geradezu Pflicht ist.

Quelle: wa.de

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