"Afrika Cup" löst bei Heldt ein flaues Gefühl aus

Horst Heldt

GELSENKIRCHEN - Man merkt es Horst Heldt an, dass er ein flaues Gefühl im Magen hat, wenn er an den Anfang des nächsten Jahres anstehenden Afrika Cup (17. Januar bis 8. Februar) denkt.

Von Jens Greinke

Mit Eric-Maxim Choupo-Moiting und Joel Matip stehen zwei potenzielle Turnier-Teilnnehmer im Schalker Kader, beide könnten für die bereits qualifizierte Mannschaft Kameruns beim Kontinental-Turnier antreten. Zum einen würden die beiden in diesem Fall in der so wichtigen Wintervorbereitung im Schalker Trainingslager in Katar (6. bis 16. Januar) fehlen. Zum anderen – und das wiegt weitaus schwerer – besteht die Gefahr, dass sie sich mit dem Ebola-Virus in Kontakt geraten könnten. „Wir müssen in nächster Zeit herausfinden, wie hoch die Risiken sind“, sagt Heldt.

Nachdem der afrikanische Verband CAF dem ursprünglichen Gastgeber Marokko die Ausrichtung entzogen hatte, nachdem die Nordafrikaner wegen der Epidemie mehrfach um eine zeitliche Verlegung des Cups gebeten hat, wird das Turnier nun in Äquatorial Guinea stattfinden. Das liegt wie die von der Seuche betroffenen Länder ebenfalls an der Westküste Afrikas, allerdings über 2000 km weiter südlich. Dennoch reißen die Bedenken nicht ab, dass die Ausbreitung des Virus durch den Afrika Cup forciert werden könnte. Schließlich werden sich Tausende von Fußball-Fans auf die Reise in das kleine Land am Äquator machen.

Noch sei es laut Horst Heldt „zu früh“, um eine Entscheidung bezüglich der Abstellung der beiden Spieler zu fällen. „Wir werden uns schlau machen und Meinungen einholen“, sagt Schalkes Manager, der sich auch mit anderen betroffenen Bundesliga-Klubs sowie dem DFB und der DFL in Verbindung setzen will. „Wir müssen mit dem Thema sensibel umgehen“, meint Heldt. Zudem will der Schalker Sportvorstand nicht den Eindruck erwecken, dass der Verein die Seuche als Vorwand benutzt, um die Spieler im eigenen Trainingslager dabei zu haben: „Wir sollten eine solche Geschichte nicht zum Anlass nehmen, einen Gewinn für uns daraus zu ziehen. Das widerspricht meinem Naturell“, sagt der 44-Jährige.

Außerdem bestehe schließlich eine Abstellpflicht, falls Choupo-Moting und Matip von Kameruns deutschem Trainer Volker Finke berufen werden. Wer die missachtet, muss mit dem Ende seiner Nationalmannschaftskarriere sowie einer Sperre der Fifa für Vereinsspiele rechnen. Immerhin bestehe laut Heldt ein „guter Draht“ zu Volker Finke. Kameruns Nationalcoach habe sich erst in der vergangenen Woche Roberto Di Matteo telefonisch ausgetauscht. Auch der Schalker Trainer möchte die weitere Entwicklung von Ebola erst abwarten und „die Gespräche darüber ein bisschen später führen“.

Quelle: wa.de

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