Heldt: "Kein Nachteil"

Kein Horror vor dem Geisterspiel in Saloniki

THESSALONIKI - Es hatte bei den Schalkern einige Überlegungen gegeben, wie man sich am besten auf dieses „Geisterspiel“ in Saloniki vorbereiten könne, ein Witzbold hatte gar das Studium einiger Horrorfilme vorgeschlagen.

Aus Griechenland berichtet Jens Greinke

Letztlich hatten die Schalker dann aber doch auf besonders gruselige Maßnahmen verzichtet, auch die von Horst Heldt angedachte Trainingseinheit in der leeren Schalker Arena war am Ende kein Thema mehr gewesen. „Wir bereiten uns auf die Partie gegen Saloniki vor wie auf jede andere Partie auch“, sagte Innenverteidiger Joel Matip, der am Dienstagabend immerhin darauf achten will, was er seinen Mitspielern auf dem Platz so alles zubrüllt.

Bilder vom Hinspiel

Schalke nur 1:1 gegen PAOK Saloniki

„Das ist ein Punkt, auf den man vielleicht achten sollte“, lächelte Matip. Schließlich wird es im Toumpa-Stadion in Thessaloniki in akustischer Hinsicht nicht viele Nebengeräusche geben. Beide Vereine werden jeweils nur eine kleine Delegation in die gut 28.000 Zuschauer fassende Arena bringen dürfen, die Schalker haben rund 250 entsprechende Tickets erhalten.

Dass PAOK aufgrund von Fan-Ausschreitungen während eines Europa-League-Qualifikationsspiel gegen Wien vor leeren Rängen antreten muss, wird von den Schalkern zwar nicht unbedingt als Vorteil angesehen. „Aber ein Nachteil ist es sicher auch nicht“, sagt Horst Heldt. Der Schalker Manager ist nach den Vorfällen im Hinspiel zudem auf die Fahrt in Richtung Stadion gespannt, „Wir dürften dabei wohl einen intensiven Begleitschutz haben“, glaubt Heldt.

Egal, wie das Rückspiel auch ausgeht, Das Hinspiel gegen die Griechen wird für die Schalker auf alle Fälle ein Nachspiel haben. Der massive Polizeieinsatz in der Nordkurve der Schalker Arena, der 87 Verletzte zur Folge hatte, hat die Uefa dazu veranlasst, ein Verfahren gegen die Knappen einzuleiten. Diese hoffen zwar auf mildernde Umstände, da es sich laut Schalkes Geschäftsführer Peter Peters schließlich um „einen recht speziellen Vorfall“ gehandelt habe.

Die Schalker Ultras hatte während der Partie eine mazedonische Fahne präsentiert, die von den griechischen Fans als Provokation aufgefasst worden war. „Doch in der 55. Minute eines Fußballspiels die Bedeutung einer solchen uns vorher unbekannten Symbolik aufzuarbeiten, ist schließlich ziemlich schwer“, sagt Peters. Zumal sei kein Vorsatz im Spiel gewesen, „da uns PAOK im Vorfeld nicht über diese Problematik aufgeklärt hat“, so Peters weiter. Dennoch dürfte der Verein nicht um eine Strafe der Uefa herumkommen, da zwei Tatbestände erfüllt sind: der Einsatz der Polizei und Ausschreitungen der Fans. Eine saftige Geldbuße haben die Schalker deshalb auf alle Fälle zu erwarten, im schlechtesten Fall droht auch ihnen ein Geisterspiel als mögliche Sanktion. Dass sie in diesem Fall dann schon eine gewisse Erfahrung haben werden, dürfte die Gelsenkirchener nicht besonders trösten. - gre

Quelle: wa.de

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