Höwedes: "Teamgedanke im Vordergrund"

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KLAGENFURT - Tim Hoogland ist nach der Geburt seines Sohnes zurück im Trainingslager von Schalke 04 in Klagenfurt. S04-Kapitän Benedikt Höwedes hofft derweil, dass das Team in der neuen Saison enger zusammenrückt.

Es war kaum zu übersehen, dass Rio ein munteres Bürschchen zu sein scheint. Sein Vater sah jedenfalls recht müde aus, als er gestern zurück ins Trainingslager nach Klagenfurt in Kärnten reiste, um die Vorbereitung auf die Saison mit dem FC Schalke 04 fortzusetzen. „In den letzten Tagen habe ich tatsächlich wenig geschlafen“, räumte Tim Hoogland ein, nachdem er am Samstag die spontane Heimreise angetreten hatte, um bei der Geburt seines Sohnes dabei zu sein.

Der 28-Jährige war sichtlich von Stolz erfüllt, als er das erzählte. Mehr als gut zwei Tage Auszeit wollte sich Hoogland dann aber auch nicht nehmen, weil es in dieser Phase der Vorbereitung um die entscheidenden Schritte geht, sich für die Startelf zu empfehlen. Denn eines hat sich im Vergleich zur Vorsaison bei den Schalkern verändert. Trainer Jens Keller hat durch die Veränderung des Kaders, mit den Verpflichtungen von Leon Goretzka, Adam Szalai, Felipe Santana, Christian Clemens und auch dem bis dato an den VfB Stuttgart ausgeliehenen Tim Hoogland, deutlich mehr Alternativen zur Verfügung.

„Wir haben mehr Konkurrenzkampf im Kader. Da hat sich sehr viel getan, das ist positiv“, sagt Benedikt Höwedes. Der Kapitän der Schalker war einer derjenigen, der diese Entwicklung in den vergangenen Wochen eingefordert hatte. „Wir sind deutlich flexibler geworden, das konnte man bei den Tests schon sehen“, so Höwedes.

Allerdings beinhaltet diese sowohl quantitative als auch qualitative Veränderung der Mannschaft auch, dass es künftig etablierte Spieler treffen könnte und diese sich dann und wann auf der der Ersatzbank wiederfinden. Das so oft gepriesene Rotationsprinzip – stringent umgesetzt – verschont keineswegs die Stammkräfte.

„Der Teamgedanke muss im Vordergrund stehen, die persönlichen Eitelkeiten müssen hinten angestellt werden“, fordert Höwedes und verweist auf die vergangene Saison und den FC Bayern, dessen Trainerteam und Spieler dieses Problem nahezu in Perfektion bewältigten.

Doch so wie alles Ungewohnte dürfte es bei den Schalkern auch erst einmal Zeit lang dauern, bis bei allen Beteiligten ein Gewöhnungsprozess und das allseitige Verständnis in dieser Frage eingetreten ist. „Irgendwann muss man ja damit anfangen“, sagt Höwedes. Denn das Formtief, das die Mannschaft in der vergangenen Saison so langanhaltend quälte und aus dem es „sehr schwer war, sich wieder heraus zu kämpfen“, soll möglichst ein einmaliges Phänomen bleiben. Grund dafür waren nicht zuletzt Personalprobleme.

Allerdings bedeute die verbesserte Ausgangslage nicht, dass auch gleich ganz neue Ziele ausgerufen werden. Höwedes widersprach deshalb auch seinem Kollegen Jermaine Jones. Der hatte vor ein paar Tagen angemerkt, dass es das Ziel der Mannschaft sein muss muss, zu versuchen, um die Meisterschaft mitzuspielen. „Ich sehe das nicht ganz so offensiv“, so der Kapitän. Wir sollten erst mal eine gute Hinrunde spielen, der Rest kommt dann von alleine.“

Für die Spieler stand dann noch ein anstrengendes Nachmittagstraining an, ehe Tim Hoogland seinen fehlenden Schlaf in aller Ruhe nachholen konnte. So hat auch ein intensives Trainingslager für die Spieler ein paar gute Seiten. - Von Jörg Strohschein

Quelle: wa.de

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