Nach 4:1 gegen Augsburg

Schalke: Vier Tore und kein Halleluja

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Schmerzhafter Abgang: Kevin-Prince Boateng.

GELSENKIRCHEN - In der 82. Minute hatte Kevin-Prince Boateng genug gesehen. Schalkes Star humpelte in die Kabine und ersparte sich die letzten Spielminuten in der Arena. Dass der 26-Jährige so Max Meyers Treffer zum 4:1-Endstand verpasste, war für Boateng nicht allzu schlimm.

Vom FC Schalke berichtet Jens Greinke

Viel schlimmer war der dicke Verband um sein linkes Knie, der nicht nur bei Schalke-Trainer Jens Keller tiefe Sorgenfalten auf der Stirn hinterließ. „

Wir können nicht genau sagen, was er hat. Aber wir hoffen, dass wir es in den kommenden zwei Wochen wieder in den Griff bekommen“, sagte Keller, der sich zwar vom Heimsieg über den FC Augsburg erleichtert zeigte, doch gleichzeitig auch sofort die große Gefahr erkannte, die in einem längerfristigen Ausfall von Boateng lauern könnte.

Der Sieg über Mainz war vom Ergebnis her zwar eine scheinbar eindeutige Sache, doch war es nicht nur das Lamentieren der Gäste, das den Erfolg der Schalker ein klein wenig relativierte. Während der Augsburger Ronny Philp der Ansicht war, „dass wir hier heute drei Punkte hätten mitnehmen können“, sagte FC-Trainer Markus Weinzierl: „Augsburg war bis zum Platzverweis die klar bessere Mannschaft.“

Tatsächlich war es den Gästen in der ersten Viertelstunde gelungen, sämtliche Schalker Schwachstellen schonungslos aufzudecken: Atsuto Uchidas sorglose Vernachlässigung der rechten Abwehrseite, Felipe Santanas nervöses Spiel in der Innenverteidigung oder Keeper Timo Hildebrands mangelhafte Spieleröffnung. Mit dem Resultat, dass Sascha Mölders in der 10. Minute die 1:0-Führung gelungen war. „Doch dann kam der Knackpunkt“, sagte Weinzierl später und sprach jene Szene in der 15. Minute an, als Augsburgs Ragnar Klavan seinen Gegenspieler Adam Szalai im Sechzehner zu Boden riss und Schiedsrichter Fritz Korb eine der wohl dämlichtsten Regeln des modernen Profi-Fußballs exekutieren musste: Elfmeter für Schalke und dazugehöriger Platzverweis für den Augsburger. Kevin-Prince Boateng verwandelte zum 1:1, (16.), zwölf Minuten später erhöhte Adam Szalai nach schöner Vorlage von Uchida auf 2:1. „Die Anfangsphase haben wir verpennt. Wir können froh sein, dass die Augsburger die Rote Karte bekommen haben“, sagte Schalkes Julian Draxler nachher.

Trotz numerischer Überlegenheit sorgte das Schalker Spiel auch in der Folge immer wieder für Murren auf den Rängen. „Wenn du nicht spielst wie Bayern oder Barcelona, dann wird es hier ein bisschen kritisch“, sagte Boateng angesichts der immer wieder aufkommenden Unzufriedenheit auf der Tribüne, sah das Ganze aber fatalistisch: „Das ist Schalke, oder?“

Eine herrliche Kombination über Julian Draxler, Dennis Aogo und Adam Szalai führte schließlich recht spät (78.) zum endgültig entscheidenden 3:1, eher der eingewechselte Max Meyer (hier geht es zu einem Extra-Bericht über Max Meyer) in der 86. Minute noch auf 4:1 erhöhte. Als Boateng gut eine Stunde nach Spielschluss schließlich aus der Kabine kam, war ihm anzusehen, dass ihm die Verletzung große Kopfschmerzen bereitete. „Ich habe einen Schlag auf das Knie bekommen“, berichtete der ghanaische Nationalspieler, der seine Länderspieleinsätze wohl wird absagen müssen, und ergänzte: „Ja, es ist mein so genanntes Problemknie, an dem ich schon mehrfach operiert worden bin.“

Angesichts der vielen Verletzten passte es den Schalkern letztlich gut in den Kram, dass eine zweiwöchige Länderspielpause folgt. Die Chancen sind zumindest da, dass Jefferson Farfan (Adduktoren-Verletzung) und Klaas-Jan Huntelaar im nächsten Meisterschaftsspiel gegen Eintracht Braunschweig wieder zur Verfügung stehen.

Quelle: wa.de

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