Niederlage gegen Chelsea

Horst Heldts Horrorfilm

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Horst Heldt nach der Niederlage gegen Chelsea.

LONDON - Horst Heldt war spürbar aufgewühlt, als er sich am Spielfeldrand an der Stamford Bridge den Mikrofonen und unweigerlichen Fragen stellte. Schalkes Manager sah aus, als käme er gerade aus einem subtilen Horrorfilm. Ohne Happy End.

Von Jens Greinke 

Der 42-Jährige verbarg seine Hände in den Hosentaschen, wahrscheinlich waren sie zu Fäusten geballt. „Das Ergebnis“, knurrte Heldt, „ist wieder einmal ärgerlich.“ Und er schien Mühe zu haben, bei dieser Einschätzung möglichst neutralen Worte zu finden.

Als kurz darauf Timo Hildebrand hinter Heldt auftauchte, rückte Schalkes Manager in die zweite Reihe. Weil er wusste, dass hier der Protagonist dieses Abends erschienen war. Aus Schalker Sicht dummerweise in negativer Hinsicht. Hildebrands schier unfassbarer Fauxpas in der 31. Spielminute hatte die zweite 0:3-Niederlage gegen den FC Chelsea innerhalb von zwei Wochen eingeleitet. Und damit eine mittlerweile tragische Serie von individuellen Fehlern fortgesetzt, die die Schalker in dieser Saison bereits viel gekostet hat.

In diesem Fall vor allem den neuen Schwung, den diese mittlerweile seltsam anmutende Mannschaft nach dem 2:0-Sieg bei Hertha BSC aufgenommen hatte. Und im schlimmsten Fall den Verbleib in der europäischen Königsklasse. Die einzige positive Nachricht aus Schalker Sicht kam an diesem Abend aus Basel, wo sich der Schweizer Meister FC mit 1:1 gegen Steaua Bukarest getrennt hatte.

Somit blieben die Königsblauen trotz der Niederlage auf dem zweiten Tabellenrang und haben es in den verbleibenden zwei Vorrunden-Spielen bei Steaua (26. November) und gegen Basel (11. Dezember) „selbst in der Hand, die Gruppenphase zu überstehen“, wie Jens Keller meinte. Als Hildebrand in der 31. Minute durch seinen grotesken Fehlern Samuel Eto‘o die Führung für Chelsea ermöglicht hatte, war dem Schalker Trainer an der Seitenauslinie förmlich in sich zusammengesackt – wie der Rest der Mannschaft auch.

Bilder vom Spiel:

Schalkes zweite 0:3-Niederlage gegen Chelsea in Bildern

Dem viel versprechenden und engagierten Auftritt der Schalker war auf einmal jegliche Verve genommen. „Das war extrem ärgerlich. Noch ärgerlicher war es fast, dass wir zuvor vier gute Möglichkeiten gehabt hatten, selbst ein Tor zu erzielen“, sagte Heldt. Vor allem zwei Schussversuche von Julian Draxler (5.) und Adam Szalai (6.) hatten früh die Hoffnung bei den gut 4000 mitgereisten Schalker Fans geweckt, dass ihre Mannschaft beim FC Chelsea doch etwas würde mitnehmen können.

Erneut der bärenstarke Eto‘o (54.) und schließlich der eingewechselte Demba Ba (83.) hatten auf 3:0 erhöht. 0:6 Tore in zwei Spielen gegen einen durchaus verwundbar erscheinenden FC Chelsea zeigen der Schalker Mannschaft derzeit ihre Grenzen auf. „Wir sind da sicherlich nicht auf Augenhöhe“, sagte Heldt zerknirscht, der neben den individuellen Fehlern vor allem wieder die fehlende Effizienz beklagte.

Während Schalke zittern muss, hat der FC Chelsea einen Riesenschritt in Richtung K.o.-Phase gemacht. „Wir sind jetzt in einer komfortablen Situation“, sagte ein aufgeräumter Jose Mourinho, der sich zuletzt über die Leistung seiner Mannschaft massiv beklagt hatte.

Quelle: wa.de

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