Sieg in Wolfsburg

Schalke hat einen Elfer-Killer - und königsblauen Dusel

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Schalkes Keeper Ralf Fährmann parierte gegen Wolfsburg bereits seinen neunten Elfer in der Bundesliga.

Ralf Fährmann war mit seinem gehaltenen Elfer der Matchwinner bei Schalkes Sieg in Wolfsburg. Damit hat der Kapitän der Königsblauen einen Rekord geknackt.

Wolfsburg - Kaum war der Abpfiff ertönt, sprintete Domenico Tedesco los. Im Eiltempo rannte der Trainer von Schalke 04 auf Ralf Fährmann zu und sprang seinem Kapitän in die Arme. Allein diese Szene demonstrierte, dass der Schussmann beim knappen 1:0 (0:0)-Bundesliga-Sieg der Königsblauen beim VfL Wolfsburg der Matchwinner war.

„Wenn du beim Stand von 0:0 einen Elfmeter hältst und dann gewinnst, kannst du schon mal ‚danke‘ sagen“, meinte Tedesco später sichtlich beruhigt. Auch die mitgereisten Anhänger feierten Fährmann anschließend mit Sprechchören.

Denn immerhin legte der 29-Jährige mit seinem gehaltenen, durchaus strittigen Strafstoß – verursacht von Matija Nastasic mit einer leichten Berührung gegen Riechedly Bazoer - gegen Paul Verhaegh (75.) den Grundstein für Schalkes fünften Sieg in Serie. Und das nicht von ungefähr. Fährmann hob die Arbeit mit dem Torwart-Team um Simon Henzler hervor: „Wir haben wieder analysiert, welcher Schütze in Frage kommt und wohin er schießen könnte.“

Verhaegh scheiterte schon einmal an Fährmann

Als plötzlich Verhaegh vor Fährmann gestanden hatte, hatte der Kapitän ein Déjà-vu. Denn schon einmal hatte er einen Elfer gegen den Niederländer gehalten – am 12. März 2007 beim 3:0 der Königsblauen gegen Augsburg.

Es war seinerzeit das erste Mal überhaupt, dass Verhaegh, damals noch im Trikot des FCA, einen Strafstoß nicht verwandelt hatte. „Ralle ist einfach ein Elfer-Killer“, meinte Abwehrchef Naldo grinsend.

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Und hatte dabei nicht Unrecht. Der 29-Jährige Fährmann parierte bereits seinen neunten Strafstoß in der Bundesliga. Unten den aktiven Torhütern weist keiner einen besseren Wert auf – Leverkusens Bernd Leno kommt ebenfalls auf neun. Dazu ist es der dritte gehaltene des Schalker Kapitäns in dieser Saison – Rekord.

Spielerisch mit Luft nach oben

Doch wenn ein Keeper bei einem knappen Sieg durch ein Eigentor von Wolfsburgs Robin Knoche (86.) so sehr im Mittelpunkt steht, bedeutet das im Umkehrschluss, dass einmal mehr die Defensive auftrumpfte. Nach vorne hin hat Schalke trotz der klareren Chancen durch Nastasic (42.) oder Breel Embolo (65.) weiterhin viel Luft nach oben.

Spielerisch war es wie schon zuvor in Mainz alles andere als eine Gala. So sehr es die Tedesco-Elf schaffte, den qualitativ besetzten VfL vom eigenen Tor fernzuhalten, so wenig gelang es ihnen, eigene Akzente zu setzen.

"Mit unserer Leidenschaft können wir jeden schlagen"

Unterm Strich zählte für die Königsblauen aber nur, zum vierten Mal in Serie die Null gehalten zu haben. Den fünften Dreier in Folge eingefahren zu haben. Mit gerade einmal sieben eigenen Treffern und einem Gegentor.

„Wir müssen uns da hinterfragen“, meinte Naldo zwar. Fährmann hingegen war die Art und Weise „scheißegal“, denn „man sieht, dass wir am Limit oder sogar etwas über unseren Verhältnissen spielen. Mit unserer Leidenschaft können wir jeden Gegner niederringen.“

Für Embolo, der das Wolfsburger Eigentor mit seiner scharfen Hereingabe eingeleitet hatte, ist das daher auch eine Sache von „erzwungenem Glück“: „Das haben wir uns erarbeitet.“ Schalke hat nicht nur seinen Elfer-Killer, sondern auch seinen hauseigenen Dusel in Königsblau.

Quelle: wa.de

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